Prof. Dr. med. Eva Robel-Tillig

Chylothorax

Antwort von Prof. Dr. med. Eva Robel-Tillig

Frage:

Hallo,

mein Sohn wurde vor 4 Wochen in der 31. Ssw geboren. Bei ihm wurde zwei Wochen vor der Geburt Wasser im Brustbereich festgestellt. Darauf hin wurden zwei Tage später in der Uniklinik Bonn shunts gelegt die das Abfließen ermöglichen sollten. Ich bekam zwei mal die Lungenreife, einige Tage später kam mein Sohn zur Welt.
Jetzt liegt er auf der Intensivstation mit der Diagnose chylothorax und er wird mit Octreotid behandelt. Bislang wurde keine weiteren Störungen oder Schäden diagnostiziert, er hat bisher gut selbstständig geatmet, zeitweise sogar ohne Cpap und nur mit etwas cO2 bedarf. Seit zwei Tagen hat er eine hohe Herzfrequenz und die Atmung fällt ihm zunehmend schwer. Er bekommt Antibiotika und atmet wieder mit Cpap.
Meine Fragen sind, ist eine Infektion jetzt sehr gefährlich, kann es zu sehr schweren Komplikationen dadurch kommen und kann man zuversichtlich sein, dass das Thema Chylothorax sich in den nächsten Wochen erledigt? Er hat tendenziell einen Abstieg was die Flüssigkeit angeht, nur leicht aber erkennbar.
Wir machen uns große Sorgen!

von Jacquelinebusse am 17.05.2021, 08:30 Uhr

 

Antwort auf:

Chylothorax

Herzlichen Dank für Ihre Anfrage und natürlich Glückwünsche zur Geburt Ihres Sohnes.
Wie Ihnen ja sicher schon die behandelnden Ärzte erklärt haben, können die Ursachen für einen angeborenen Chylothorax sehr unterschiedlich sein. Ebenso ist der Verlauf und die Dauer der Therapie oder auch der Ableitung der Lymphflüssigkeit unterschiedlich in der Zeitdauer. Das ist ohne Kenntnis des jetzigen Befundes sehr schwer sicher zu beurteilen. Wichtige Pfeiler der Therapie sind die Drainage der Flüssigkeit, eine spezielle Ernährung, die die Lymphbildung reduziert und Medikamente wie z.B. das Octreotid.
Die aufgetretene Infektion kompliziert jetzt auch den Gesundungsprozess. Infektionen bei Neugeborenen sind häufig und lassen sich mit Antibiotika und Flüssigkeitszufuhr, sowie durch Unterstützung der Atmung meist gut heilen.
Ich kann mir vorstellen, dass Sie sich große Sorgen machen. Es ist sehr wichtig, dass Sie diese Sorgen mitteilen und vor allem mit den Stationsärzten oder Oberärzten genau besprechen. Diese kennen den Verlauf am besten und können Ihnen ganz genau erklären, an welchem Punkt der Behandlung sie gerade angekommen sind und wie Ihr Sohn auf die Therapie reagiert.
Ich wünsche Ihnen alles Gute und Ihrem Sohn, dass er bald ohne Drainagen und zusätzliche Therapie wachsen und gesund werden kann.

von Prof. Dr. med. Eva Robel-Tillig am 17.05.2021

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