Fachärztin Louise-Caroline Büttner

Bradykardien

Antwort von Fachärztin Louise-Caroline Büttner

Frage:

Hallo, ich hoffe es in Ordnung wenn ich nochmal eine Frage stelle. Seit ca. 4 Tagen hat mein Sohn aktuell 31 ssw 715 Gramm ca. 6-10 mal am Tag Bradykardien. Hierbei geht die Sauerstoffsättigung auf ca. 80 runter. Ich weiß das Bradykardien bis zur 37 ssw " normal" sind jedoch im Zusammenhang mit der Sauerstoffsättigung bin ich etwas besorgt und nicht sicher ob es dann noch zu normal zählt. Könnte es daran liegen dass ihm die CPAP- Pausenzeiten von 6 zu 6 Stunden zu anstrengend sind? Er bekommt auch seit ca. 5 Tagen das " Passierte" aus dem Magen ( künstlicher Darmausgang) in den zweiten Ausgang zum Darm umgefüllt. Könnte die Bradykardien damit in Zusammenhang stehen?

Ich bedanke für Ihre Arbeit und Hilfe

von Sarkarati07 am 08.05.2020, 01:02 Uhr

 

Antwort auf:

Bradykardien

Hallo,

es ist richtig und in dem Sinne "normal", dass es bei Frühgeborenen in der 31SSW zu einem Apnoe-Bradykardie-Syndrom kommen kann. Dies zeigt sich durch Bradykardien und Entsättigungen, wie Sie es beschrieben haben. Vielen Frühgeborenen hilft dann die Atemhilfe mittels CPAP und eine medikamentöse Therapie mit Coffein.

Wenn sich Bradykardien und Entsättigungen häufen, kann es sich "einfach nur" um eine Zunahme des Apnoe-Bradykardie-Syndroms handeln. Eine Erhöhung der Coffeintherapie oder eine Eskalation der Atemhilfe kann hier Abhilfe schaffen. Im Vordergrund steht dann die Vermeidung der Intubation und Beatmung.

Man muss aber immer auch andere Ursachen für eine Häufung der Bradykardien ausschließen: eine Infektion kann ursächlich sein und muss ggf. mit einer Antibiotikatherapie behandelt werden.
Eine zu lange CPAP-Pause kann auch ursächlich sein, dann muss man ggf. diese Pausen verkürzen oder sogar ganz weglassen.
Manche Frühgeborene reagieren bei Nahrungsgabe mit vermehrten Entsättigungen und Bradykardien. Atmen und Nahrungsgabe gleichzeitig ist dann eine Belastung für das Frühgeborene und immer in der Patienten-Kurve gut zu erkennen. Dies kann bis zu einem gewissen Grad toleriert werden. Natürlich sollte sich das Frühchen nicht erschöpfen. Man könnte dann z.B. die Nahrung langsamer einlaufen lassen oder sogar die Nahrungsmenge reduzieren.
In wie weit dieser Effekt beim Umfüllen des Stuhl auch auftritt, ist nicht eindeutig zu sagen. Es kann ein Grund sein, denn natürlich ist es eine neue Situation, auf die sich ihr Kind einstellen muss. Dennoch sollten die anderen Gründe ausgeschlossen bzw. optimiert worden sein, damit der Grund des Stuhlumfüllens am Ende übrig bleibt.

Alles Gute für Sie und Ihren Sohn, bei offenen Fragen dürfen Sie sich natürlich rückmelden,
Louise-Caroline Büttner

von FÄ Louise-Caroline Büttner am 08.05.2020

Antwort auf:

Bradykardien

Vielen vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Ich fühle mich auf der Intensivstation so schlecht beraten und das raubt mir den letzten Nerv. Danke von ganzen Herzen.

von Sarkarati07 am 08.05.2020

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