Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Auf den Hinterkopf fallen

Antwort von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Frage:

Sehr geehrter Prof. Jorch, hatte gedacht, ich muss nicht so schnell wieder bei Ihnen anfragen. Leider nun doch schon wieder. Unser Tobias ist im 12. Lebensmonat(er wurde vier Wochen zu früh mit 2180 gr. geboren), er krabbelt seit Monaten, seit einem Monat zieht er sich in den Stand hoch und kann mit der Lauflernhilfe einige Schritte laufen. Also eigentlich O.K.Aber er fällt fast jeden Tag mehrmals nach hinten auf den Hinterkopf, anfangs auch oft aus dem Sitzen. Die KA meinte damals, er habe einen Entwicklungsrückstand. Jetzt fällt er oft aus dem Stehen nach hinten, er ist einfach sehr wackelig, gibt aber nicht auf und probiert immer wieder alles. Irgendwie begreift er nicht, dass er sich auf den Popo fallen lassen muss. Inzwischen krabbelte er auch schon auf den Autositz in der Wohnung und fiel nach hinten auf den Parkett. Es gibt jedesmal einen furchtbaren Knall und ich habe immer wieder Angst, er könnte was Schlimmeres davontragen. Bisher liess er sich immer schnell beruhigen und hat auch nie erbrochen. Einmal hat er aber ziemlich bald nach dem Sturz 2 Stunden geschlafen,völlig ungewohnt lange für ihn. Ich bin inzwischen ziemlich gestresst, dauernd hinter ihm zu kleben zum aufpassen und trotzdem noch alles geregelt zu bekommen. Ausserdem fällt er trotzdem, nämlich gerade dann, wenn ich mal eine Minute was anderes mache . Ich wollte ihn in den Laufstall setzen, aber dieses Geschrei halte ich keine 10 Min. aus. Und das kann ja auch nicht die Lösung sein. Wir sollen nun zu einem Neurologen um das EEG zu machen und die Motorik überprüfen zu lassen. Langer Rede kurzer Sinn: Ich halte mich langsam für eine unfähige Mutter, weil er trotzdem noch dauernd auf den Kopf fällt.Ich habe Angst, dass eine Krankheit oder Behinderung dahinter stecken könnte, obwohl er einen ganz normalen Eindruck macht ausser dem ewigen Hinfallen.Ich habe Angst, dass er durch das Hinfallen irgendwann nur noch Kopfweh hat oder seine Intelligenz darunter leidet .Kann dahinter einfach nur ein Gleichgewichtsproblem liegen, welches sich irgendwann gibt? Gibt es noch mehr Babies, die immer auf den Kopf statt auf den Popo fallen oder ist das ganz untypisch? Was können Sie mir dazu sagen oder raten???
Vielen Dank für Ihre Antwort
Eine ziemlich besorgte Heike

von Heike am 16.04.2002, 16:06 Uhr

 

Antwort auf:

Auf den Hinterkopf fallen

Gesund ist diese Angewohnheit nicht, jedenfalls dann nicht, wenn der Untergrund hart ist. In der Lauflernphase neigen manche Kinder allerdings zum Rückwartsfallen und sollte nicht auf Steinfußboden laufen. Manche Frühchen haben allerdings auch eine Strecktendenz und gehen beim Fallen reflexartig in Streckung. Was sagt Ihr Kinderarzt dazu? Wie sind die Lagereaktionen?

von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch am 16.04.2002

Antwort:

... kommt mir bekannt vor ...

Liebe Heike!

Auch unsere Tochter ist immer umgefallen wie eine deutsche Eiche und bumms immer auf den Kopf geknallt. Leider haben wir fast überall Steinboden und es hat immer ordentlich geknallt (manchmal heute noch). Es wurde mit der Zeit allerdings besser und sie läßt sich tatsächlich jetzt manchmal auf den Hosenboden fallen. Irgendwie war es bei nicht programmiert. Wir haben KG nach Vojta gemacht, keine Ahnung, ob es daran liegt, daß es besser geworden ist. Ich drücke Dir die Daumen, daß es sich bald bessert. Ich hatte die Hoffnung auch schon aufgegeben - Kopf hoch und alles Gute!!!!

von HC am 16.04.2002

Antwort:

Antwort -bitte noch lesen Prof. Jorch-

Vielen Dank für Ihre Antwort. Die KA hat nun im Untersuchungsheft"Probleme bei freiem Sitzen" unter der Motorik eingetragen und uns eine Überweisung zum Neurologen gegeben. Weil er anfangs auch viel aus dem Sitzen umgefallen ist und erst jetzt so langsam einigermassen sicher frei sitzt. Wir haben fünf Monate Wartezeit. Sie meint, das Problem von Tobias könnte man evt. mit Tabletten beheben(das Hinfallen).
Ich weiss nicht, sollen wir die Wohnung mit Teppichen auslegen oder vielleicht Tobias einen Fahrradhelm in der Wohnung aufziehen(die Frage ist ernst gemeint!)?Wie meinen Sie"es ist nicht gesund", das beuunruhigt mich sehr, aber das war ja eigentlich logisch. Meinen Sie damit irgendwelche Spätfolgen(WELCHE?)oder eben die Gefahr von Hirnblutungen oder sowas(also kurzfristig)?
Wäre es eine Lösung, für die nächsten Monate nur noch Schatten unseres Sohnes zu sein, weil es sich dann wahrscheinlich gibt, wenn er relativ sicher läuft??????
Fragen über Fragen, es tut mir leid. Wir hatten uns so gefreut, als die KA meinte mit 6 Monaten, er habe alles aufgeholt, sie sei sehr zufrieden.
Viele Grüße
Heike

von brombi am 17.04.2002

Antwort:

Antwort -bitte noch lesen Prof. Jorch-

Nicht gesund heißt, daß solche Stürze auch mal Hirnblutungen verursachen können (nicht sehr häufig, aber möglich). Deshalb ist die Idee mit dem Helm (wenn das funktioniert) für eine Übergangsphase garnicht so schlecht. Teppiche tun es aber vielleicht auch.
Stürzen im Sinne von epileptischen Sturzanfällen erkennt man daran, daß die Kinder plötzlich vollkommen schlaff werden und "wie ein Mehlsack" hinfallen. Wie bei den meisten Dingen ist in den nächsten Wochen ein gesunder Mittelweg am besten. Bitte nicht "Schatten" spielen, aber die Gefahr von gefährlichen Stürzen auf harte Kanten o.ä. vermindern.

von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch am 18.04.2002

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