Prof. Dr. med. Michael Radke

Prof. Dr. med. Michael Radke

Kindergastroenterologe an der Universitätskinderklinik Rostock

Nach seinem Studium der Humanmedizin erhielt Professor Dr. med. Michael Radke seine Facharzt­ausbildung in der Universitäts­kinderklinik Rostock und arbeitete dort als Oberarzt mit den Spezial­gebieten Pädiatrische Gastro­enterologie und Ernährungs­störungen bei Kindern. Seit Januar 2021 ist er an der Universitätskinderklinik Rostock als Spezialist für Kindergastroenterologie und Ernährungsstörungen tätig.

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Prof. Dr. med. Michael Radke

Verstopfung bei drei Monate altem Baby

Antwort von Prof. Dr. med. Michael Radke

Frage:

Guten Tag Herr Dr. Radke,
ich hoffe sehr, dass sie uns weiter helfen können. Unser Sohn ist 3,5 Monate alt und wird von Anfang an vollgestillt, er ist termingerecht geboren und entwickelt sich gut. Aktuel wiegt er 6500g bei einer Größe von 65 cm. Wir machen uns allerdings Sorgen um seine Verdauung. Er hat von geburt an sehr viel geschrieen und sich immer sehr schwer beruhigen lassen, dies hat sich in den letzten Wochen deutlich gebessert, alllerdings in nun ein ganz deutlicher Zusammenhang zwischen schlechter Laune und seinem Stuhlgang erkennbar. Seit etwa sechs-sieben Wochen hat er nur etwa alle sechs Tage Stuhlgang. Ich weiß, dass dies bei gestillten Babys durchaus normal sein kann, aber vorher hatte er mehrmals täglich Stuhlgang und dieser war deutlich flüßiger, so wie ich es noch von seiner großen Schwester her kenne. Nun ist sein Stuhl normal (ocker) gefärbt hat aber eine sehr cremige Konsistenz und bereitet ihm große Probleme. Diesmal war es z.B. so, dass er den gesamten Samstag über schlechte Laune und auch Blähungen hatte. Am Sonntag hat er dann gegen Mittag mit sehr viel Geschrei und Anstrengung Stuhlgang gehabt. heute am Montag hatte er gegen Abend nocheinmal das selbe Problem und nun wird es vermutlich wieder sechs Tage dauern. Wir haben ihm die letzten Male, auch nach Rücksprache mit der Kinderärztin, immer wenn wir gemerkt haben das es wieder soweit ist und sich bei ihm über mehrere (ca. 12) Stunden trotz Massage, Fliegergriff, Babyfahrrad fahren nichts getan hat ein Kümmelzäpfchen gegeben. Dieser Reiz hat dann meist zur Folge, dass er etwa 30 Sekunden nach der Gabe anfängt zu schreien, zu kämpfen hat und dann nach ein paar Minuten Stuhlgang hat. Es ist wirklich furchtbar das Kind so leiden zusehen und wir würden ihm gerne noch irgendwie weiter helfen und haben auch Angst, dass es ein organisches Problem sein könnte. Die Kinderärztin hat sich gar nicht weiter damit befasst und lediglich gesagt, dass wir es weiter beobachten. Sein Bauch ist weich und man kann manchmal regelrecht das Gluckern der Verdauung spüren. Einen Flüßigkeitsmangel halte ich auch für sehr unwahrscheinlich, da er auch bei großer Wärme oft und gut trinkt und sehr viel und häufig pullert.
Meine Frage ist nun, ob SIe noch einen Tipp haben wie wir ihm das ganze etwas erleichtern können.
Käme eine organische Ursache in Betracht?
Dürfen wir die Zäpchen zur Erleichterung geben oder bringen wir damit den natürlichen Vorgang aus dem Gleichgewicht?
Kann es etwas bringen, wenn ich meine Ernährung umstelle?
Und er dürfte ja theoretisch bald mit der Beikost beginnen und wirkt mir da auch sehr interessiert. Aber ich traue mich das gar nicht, da es ja heißt, dass die Babys zu Beginn der Beikost eher zu Verstopfung neigen. Habe ich da Möglichkeiten ihm etwas hilftreiche Nahrung anzubieten? Der klassische Möhrenbrei ist da wohl eher kontraproduktiv.

So, das sit jetzt leider sehr lang georden.
Ich bedanke mich recht herzlich für Ihre Mühe.

viele Grüße
Sandra I.

von Sandra88 am 05.07.2021, 23:13 Uhr

 

Antwort auf:

Verstopfung bei drei Monate altem Baby

Es gibt zu diesem Problem einen ausführlichen Text, den Sie als PDF von diesem Forum beziehen können.
Grundsätzlich handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine sog. Pseudoobstipation des gestillten Säugling. Grund ist die Armut an Ballaststoffen in der Muttermilch. Es bleibt dann wenig zum Ausscheiden übrig. Ihr Kind wird wahrscheinlich schnell zunehmen und wachsen. Sie können noch darauf achten, daß Ihr Kind nicht zu hastig trinkt und damit viel Luft verschluckt. Das macht Probleme, ggf. häufiger anlegen.
Es wird sich mit Zufuhr von Breien bessern. Ggf. fangen Sie schon mit 4 1/2 Monaten mit etwas Brei an. Das erhöht den Ballaststoffanteil der Nahrung.
Organisch kommt ein Morbus Hirschsprung in Frage. Er ist aber vergleichsweise selten. Ggf. stellen Sie Ihr Kind bei einem Kindergastroenterologen vor.

von Prof. Dr. med. Michael Radke am 06.07.2021

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