Prof. Dr. med. Stefan Wirth

Prof. Dr. med. Stefan Wirth

Chefarzt und Direktor der Universitätskinderklinik Wuppertal

Professor Dr. med. Stefan Wirth absolvierte seine Facharztausbildung in der Universitätsklinik Mainz und arbeitete dort als Oberarzt mit den Spezialgebieten Pädiatrische Gastroenterologie, Diabetologie, Endokrinologie und Neonatologie. Seit Oktober 1996 ist er als Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin des HELIOS Klinikum Wuppertal (Universität Witten/Herdecke) tätig. Forschungsgebiete sind vor allem chronische Leberentzündungen und chronisch entzündliche Darmerkrankungen. Prof. Wirth ist Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler Fachgesellschaften, Vorsitzender des Fortbildungsausschusses des Berufsverbands der Deutschen Kinder- und Jugendärzte sowie Leitlinienbeauftragter der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.

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Prof. Dr. med. Stefan Wirth

Sind diese Bauchkrämpfe normal?

Antwort von Prof. Dr. med. Stefan Wirth

Frage:

Sehr geehrter Herr Professor Wirth,
sehr geehrter Herr Professor Radke,

mein Mann und ich fühlen uns im Bezug auf die Bauchschmerzen unseres 4. Monate alten Sohnes von den Kinderärzten nicht mehr ernst genommen.

Unser Sohn hatte 2 Wochen nach der Geburt Koliken bekommen, die sich mittlerweile etwas gebessert haben. Von Zeit zu Zeit treten aber nun HEFTIGSTE Krämpfe mit Schweissausbrüchen bei ihm auf. Momentan fast täglich, außerhalb eines "Schubes" 2-4x/Woche für einige Stunden. Er krümmt und streckt sich, dann ist es eine Minute gut, er guckt in der Gegend herum und dann schreit er wieder aus heiterem Himmel.
Von unserer Ärztin aus mussten wir in seinen vier Lebensmonaten 3x die Nahrung umstellen: Von Humana PRE HA auf Aptamil comfort bis hin zu BeBa Sensitive (die bekommt er jetzt noch).
Unterstützend (jedoch nutzlos) bekommt er Sab simplex bzw. Espumisan in jede Flasche.
Wir selbst versuchen ihm mit Kirschkernkissen, Wärmelampe, Bauchmassagen, Kümmelzäpfchen, Nux vomica Globuli und similiaplex zum einreiben sowie Schüssler Salz Nr.7 und Kuhcolostrum zu helfen.
Nichts hilft richtig.
Er ist nachts sehr unruhig, krümmt sich auch im Schlaf teilweise die ganze Nacht lang - schreit aber nicht.
Was ich ebenfalls beobachtet habe ist, dass die Bauchschmerzen häufig bei Gewitter oder Wetterwechsel auftreten.

Wir haben spezielle Kolikflaschen gekauft (ich konnte nur 5 Wochen stillen) und können ausschließen, dass er beim Trinken zu viel Luft schluckt. Bäuerchen macht er zwar ein paar aber es kommt SEHR oft vor, dass er nach einer Stunde das Schreien anfängt und nochmal ein paar Bäuerchen hervorquetscht. Ich sitze vor allem nachts bis zu einer Stunde da und versuche, die Bäuerchen aus ihm herauszuholen. Nach jeder Flasche weint er, bis die ersten Bäuerchen raus sind.
Er erlebt auch nicht sonderlich viel, wir halten ihn reizarm weil wir gelesen haben, dass viele Unternehmungen und TV oder Radio sowas begünstigen.

Das Bauchweh sind also unserer Meinung nach zu viele hängengebliebene Bäuerchen, die als Luft dann in den Darm wandern. Leider weiss ich langsam nicht mehr, wie ich das alles aus ihm herauskriegen kann. Ich habe alle möglichen Tipps der Hebamme und des Internets ausprobiert. Zwischenbäuerchen sind fast nicht mehr möglich denn sobald ich die Flasche absetze, schreit er schrill das ganze Haus zusammen und steigert sich so arg hinein, dass er als letztes an ein Bäuerchen denkt.

Kann man was organisches ausschließen? Er entwickelt sich normal bis zu gut. Er wiegt 6 Kilogramm und ist knappe 65cm groß. Unsere Ärztin weicht unseren Fragen ständig aus und wir sind mit den Nerven am Ende.
Wie kann ich ihn mit den Bäuerchen unterstützen?
Gibt es homöopatische Medikamente, die die Luft im Magen lösen??
Gehen 3 Monats Koliken auch mal länger?
Können die Krämpfe mit der Impfung vor einer Woche zusammenhängen?


Ich bedanke mich schonmal herzlichst für Ihre Antwort!

von DeSa1709 am 28.07.2011, 09:48 Uhr

 

Antwort auf:

Sind diese Bauchkrämpfe normal?

Ich kann Ihnen zu Ihren Fragen nur ein paar Bemerkungen machen. Die komplexere Beratung muss mit Kind und persönlich erfolgen. Es ist schon denkbar, dass der Junge ein Problem mit Kuhmilch hat. Dazu müßte man eine hypoantigene Milch, also ein Proteinhydrolysat ausprobieren. Dann kann es sein, dass Kuhmilch vertragen wird, er aber doch eher obstipiert ist und das die Befindlichkeitsstörung auslöst. Das kann man versuchen zu behandeln, in dem man mehr Ballaststoffe zuführt und konkret Beikost zufüttert. Damit können Sie in diesem Alter anfangen. Sicherlich ist auch ein trinktechnisches Problem denkbar, aber da haben Sie ja schon viel versucht, so dass ich die beiden ersten Vorschläge favorisieren würde.
Gruss
S. Wirth

von Prof. Dr. med. Stefan Wirth am 28.07.2011

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