Dr. med. Ludger Nohr

Krankenhaus und Untersuchungen bei Baby

Antwort von Dr. med. Ludger Nohr

   

 

Krankenhaus und Untersuchungen bei Baby

Sehr geehrter Herr Dr. Nohr,

Ich bin seit 2 Tagen mit meiner Tochter (morgen 7 Wochen alt) im KH.

Vor 2 Tagen musste bei ihr Blut aus dem Kopf genommen werden. Sie hat sich so dagegen gewehrt, dass sie 1. 2 mal im Kopf + 1 mal in der Hand gestochen wurde, um an Blut zu kommen und 2. musste sie dabei fixiert werden. Sie hat unglaublich viel und lange und ganz bitterlich geschrien.
Ca 2 Stunden später wurde eine Lumbalpunktion durchgeführt. Sie wurde nur sediert und hat während der Probeentnahme gewimmert.
Ich durfte sie zudem ganzen Übel auch etwa 3 Stunden vor der Untersuchung auch nicht stillen, damit der Magen leer ist.
Einen Schnuller nimmt sie leider nicht.
Das heißt, sie hat wirklich über Stunden sehr gelitten und geweint.
Es war einfach furchtbar.

Ich weiß, diese ganze Untersuchungen mussten sein, aber was löst so etwas in ihrem Gehirn aus?
Kann sie Schäden davontragen?
Ist ihr Urvertrauen nun zerstört?

Ich bin und war immer für sie da. Sie macht momentan einen ganz normalen Eindruck...eigentlich wie immer.
Ich habe aber wirklich Angst, dass das alles irgendwie bei ihr hängen bleibt.

Vielen Dank für Ihre Antwort
Frieda

von Frieda19 am 23.04.2019, 09:18 Uhr

 

Antwort:

Krankenhaus und Untersuchungen bei Baby

Hallo,
das ist sicher eine sehr belastende und traumatisierende Situation für Mutter und Kind, die ich in der Klinik auch immer wieder erlebt habe. Sicher wird das eine Erinnerungsspur zurücklassen (vielleicht so in der Art, es gibt solche unangenehmen Situationen im Leben), aber stärker ist meist die Erfahrung, dass diese Situation durch Sie als nächste Person wieder aufgelöst und beendet wurde. Es ist also wichtig, die Beunruhigung und mögliche Verunsicherung, die sich in Schlafproblemen o.Ä. zeigen kann, anzunehmen und sichernd darauf zu reagieren. D.h. diese Erfahrung ist eine Beunruhigung und bedarf immer wieder der mütterlichen (elterlichen) Hilfe und Nähe. Normalerweise verblasst die Erinnerung mit der Zeit, kann aber in Form von Unruhe oder Angst immer mal wieder aktualisiert werden.
Wenn Sie das akzeptieren und das resultierende Bedürfnis nach Sicherheit und Nähe befriedigen können, sind längerfristige Folgen eher kleiner bis unwahrscheinlich.
Dr.Ludger Nohr

von Dr. med. Ludger Nohr am 23.04.2019

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