Babyschlaf 6 Monate

Dr. med. Daniela Dotzauer Frage an Dr. med. Daniela Dotzauer Ärztin, Integrative Eltern-Säuglings-/Kleinkind­beraterin

Liebes Team,  meine 6 Monate alte Tochter war noch nie eine besonders gute Schläferin, aber momentan wird es immer schlimmer. Sie entwickelt sich vollkommen normal, ist tagsüber meist gut gelaunt, brabbelt vor sich hin, entdeckt verschiedene Möglichkeiten, sich fortzubewegen etc. Ich stille sie nach Bedarf und Mittags bekommt sie inzwischen ein Gläschen.  Der Schlaf bereitet uns aber momentan große Probleme: Ich habe den Eindruck, dass sie sich gegen das Einschlafen wehrt, sie schläft zur Zeit nur noch auf dem Arm weinend ein, manchmal auch beim Stillen. Die Tagschläfchen sind exakt 30-45 Minuten, dann wacht sie auf. Sie nochmal zum Schlafen zu bewegen, gelingt oftmals nicht, manchmal aber schon, wenn sie auf dem Arm weiterschlafen darf. Nachts haben wir das Babybay gegen ein Gitterbett tauschen müssen, weil sie zu groß wurde. Dort schläft sie ab 19 Uhr (mit Abendritual) bis ca 21/22 Uhr gut, dann nochmal stillen und ab da meist bei uns im Bett, weil es im Gitterbett oft nicht mehr geht. Ab 0/1 Uhr ist es nur noch Chaos. Sie wälzt sich herum, schreit kurz auf, will an die Brust, trinkt dann, dockt wieder ab, wälzt sich wieder. Das ganze im Halbschlaf, manchmal wacht sie aber auch komplett auf und grinst dann, will Späße machen, brabbelt, freut sich mich im Dämmerlicht zu sehen. Ist das "nur" eine Phase oder mache ich etwas falsch? Ich stille sie nicht sofort, versuche es erst mit Sch-Lauten, Rücken streicheln, Bauch und Hände halten etc.  Vielen Dank für Ihre Antwort!

von Vroni1990 am 27.07.2022, 11:55



Antwort auf:

Babyschlaf 6 Monate

Liebe Vroni, Sie machen es gar nicht falsch, im Gegenteil sie machen es genau richtig: bei nächtlichem Erwachen nicht sofort stillen, sondern das Weiterschlafen erst anders zu probieren, ist sehr mühsam, aber sinnvoll. Darüber hinaus würde ich versuchen das Einschlafen zu verändern. Denn wenn sie nur weinend auf dem Arm einschläft, ist sie ja erregt und nicht entspannt. Ich würde versuchen eine Einschlafroutine zu etablieren bevor sie sich aufregt und dafür sorgen, dass sie abgelenkt wird von ihrer Verweigerungshaltung und es dann doch gelingt sie in die Entspannung zu führen. Also am besten beim ersten Tagschlaf achten Sie auf: - müdes Kind (passende Wachzeit zB 2 Stunden)  - sattes Kind - ruhiges Kind dann gehen Sie ins Schlafzimmer, halten Ihr Kind unbedingt senkrecht wie zum Bäuerchen, tragen es umher, dunkeln langsam ab und sind selber leise, langsam und langweilig. Singen und wiegen... gibt es Protest, lenken Sie Ihre Tochter ab mit anderer Stimme, Positionswechsel, notfalls gehen Sie nochmal aus dem Zimmer ins Helle, lenken sie ab und steigen nicht in den Einschlafkampf ein. Ziel ist es, dass sie sich entspannt, locker läßt und ihren Kopf ablegt. Dann erst kann sie in die Waagrechte rutschen, einschlafen und schließlich abgelegt werden. Wichtig ist, dass sie dann künftig immer etwas wacher ins Bett kommt und lernt dass ruhig und ins Bett gelegt werden ganz normal ist und dann der Schlaf ganz schnell kommt.  3 Tagschläfchen mit dazwischen 2-3 Std Wachzeit und 11 Std. Nachtschlaf wäre altersgemäß. Bleiben Sie dran! DD  

von Dr. Dotzauer am 27.07.2022