Baby 20 Wochen strampelt sich nachts wach

Dr. med. Daniela Dotzauer Frage an Dr. med. Daniela Dotzauer Ärztin, Integrative Eltern-Säuglings-/Kleinkind­beraterin

Hallo liebe Experten,  Ich muss mich jetzt auch mit einer Frage an Sie wenden. Mein Sohn ist jetzt 20 Wochen alt. Seit er 8 Wochen alt war hat er einfach so von einem Tag auf den anderen 7-8 Stunden durchgeschlafen, das war für uns alle natürlich super. Seit er 15 Wochen alt ist, ist das leider vorbei. Er wird etwa alle 2 Stunden wach, weil er so extrem strampelt und mit den Armen rudert. Manchmal reicht auf den Arm nehmen, dass er weiterschläft, aber oft hilft nur Stillen. Einen Schnuller nimmt er nicht, alle Formen und Methoden schon probiert. Das ist recht kräftezehrend für alle. Er schläft im Beistellbett direkt neben mir, aber er strampelt sich auch wach, wenn er bei mir im Bett liegt. Unser Tag verläuft meist recht entspannt, kein Fernsehen, keine Geschwister, viel spazieren gehen und spielen. Wenn ich in der Nacht seine Hand halte, ist er auch ruhiger und schläft gut. Aber dann kann ich natürlich kaum schlafen. Er ist auch schon so mobil dass er sich nachts auf den Bauch rollt, aber seinen Kopf dann nicht auf die Seite legt sondern der plumpst einfach runter. Ich drehe ihn dann zurück und hab jetzt Kissen hingelegt, damit er nicht rumrollt.  Meine Frage ist eigentlich, wie lange geht diese Strampelphase nachts noch? Oder wie kann ich ihn noch beruhigen? Entschuldigung für den langen Text.  Schon mal vielen Dank!

von RaphaelsMami am 25.05.2022, 17:30



Antwort auf:

Baby 20 Wochen strampelt sich nachts wach

Liebe Mama vom Raphael, Dass kleine Babys 2.-3. Monat nachts eher besser schlafen (manche sogar durch) und im 5. Monat plötzlich häufiger aufwachen ist ein alterstypisches Phänomen. Er ist jetzt in einem Alter, in dem er regelmäßige Schlafzyklen mit Schlafphasenwechsel und damit verbundenes Aufwachen erlebt. Das klassische Erwachen alle 2 Std. im Schlafphasenwechsel, müssen Eltern und Kind meistern. 1. Ich empfehle Ihnen, ihm auch am Tage das Einschlafen ohne Stillen beizubringen. Mit ruhiger Einschlafroutine und zunehmend wacherem Ablegen. 2.Ist es gut wenn Sie versuchen nicht bei jedem Erwachen zu Stillen. Sie haben ja beschrieben, dass es manchmal auch ohne Stillen gelingt. Das ist eine wertvolle Erfahrung. Sie gehen schnell hin und versuchen eine Weiterschlafsprache ohne Stillen. 3. Ich würde den Schnuller noch nicht aufgeben, denn wenn er verstanden hat, dass dieser ihm hilft, kann er auch Nachts hilfreich sein. In guten Situationen ZB wenn er müde im Tragetuch ist. Und mit dem Schnuller sofort "Wohlgefühl über ihm ausschütten"... 4. Lagerungsrollen und eine stabile Seitenlage führt auch zu weniger strampeln. 5. Ein kleines Kuscheltüchlein in den unruhigen Händen, eines durch das er durchatmen kann, kann ebenfalls etwas Ruhe und eigene Beruhigungsstrategien bringen. 6. der 5., 6. und 7. Monat sind bzgl. des Durchschlafens leider sehr anstrengend, aber das Verständnis darüber, dass nicht nächtliches Essen, sondern Weiterschlafen gelehrt werden soll ist der "gamechanger". Natürlich wird in diesem Alter noch Nachts gestillt werden, aber möglichst nicht alle 2 Std. sondern ca 2-3x/Nacht. Viel Erfolg und Geduld bei den kleinen Schritten Herzliche Grüße Daniela Dotzauer

von Dr. Dotzauer am 25.05.2022