Katrin Simon

Katrin Simon

Ausbilderin von Kinderkrankenschwestern

Frau Katrin Simon ist Kinderkrankenschwester, Lehrerin für Pflegeberufe und Mutter von zwei Kindern. Sie hat im klinischen Bereich in der Intensivpflege einer Hochschule gearbeitet, sowie als Dozentin zu div. Themen und als Elternberaterin in unterschiedlichen Einrichtungen. Im Rahmen der Elternzeiten und aktuell ergänzend bietet Frau Simon DELFI Kurse/ Präventions­kurse in einer Hebammenpraxis an.

Derzeit arbeitet Katrin Simon im Bereich der frühen Hilfen und in der Jugendberufshilfe mit jungen Frauen und ihren Kindern, die sich in kritischen Lebenssituationen befinden und eine kontinuierliche Begleitung benötigen. Bei Rund-ums-Baby betreut Frau Simon seit 2002 das Babypflegeforum.

Katrin Simon

Empathiefähigkeit

Antwort von Katrin Simon

Frage:

Hallo Katrin,

mir fällt in Gruppen immer wieder auf, dass andere Babys oft anfangen mitzuweinen, sobald ein anderes beginnt zu weinen. Mein Kleiner (14 Monate) hat dies wirklich noch nie getan. Es heißt aber so oft, dass sich in dem Mitweinen die Empathiefähigkeit der Kinder zeigt. Ist dies tatsächlich so?
Wenn mein Kleiner dann doch auch mal etwas grob ist (natürlich ohne Absicht), dann scheint er aber auch nichts damit anfangen zu können, wenn ich ihm sage, dass mir dies wehtut und ich dabei auch traurig schaue.
Muss ich mir Gedanken machen, was seine Empathiefähigkeit betrifft?
Er ist eben auch eher kräftig und zieht bei anderen Kindern auch gern mal kräftig an den Sachen oder packt eben etwas zu heftig deren Hände oder auch ins Gesicht. Mir ist klar, dass er damit nichts böses meint und auch seine Kräfte noch nicht einschätzen kann, aber aufgrund der o.g. Beobachtung bin ich etwas in Sorge, dass er auch kein Gefühl dafür entwickelt, dass er anderen damit wehtut. Was meinen Sie?

Beste Grüße

von love-compassion am 05.10.2017, 18:03 Uhr

 

Antwort auf:

Empathiefähigkeit

Liebe love-compassion,
Empathiefähigkeit kann gelernt werden :)).
Schon die kleinsten zeigen uns, ob sie eher mutig oder zögerlich sind, ob sie kraftvoll oder sensibel erscheinen, ob sie eher ein fröhliches oder ernsteres Gemüt haben usw.
D.h. jedes Kind hat quasi seine ganz eigenen individuellen Stärken und Herausforderungen, die es heißt zu lernen :).
So auch Ihr Kind. Und Sie als Mutter, haben beobachtet, dass die Empathie etwas zu sein scheint, bei dem Sie Ihr Kind stärker begleiten und sensibiliseren müssen, als andere Eltern. Diese wiederum vllt. ihrem Kind mehr Unterstützung in Puncto Mut und Präsenz in einer Gruppe mitgeben wollen/ müssen.

Wenn Sie also eine Situation beobachten, wo Empathie gefordert würde, dann thematisieren Sie es mit Ihrem Sohn. Genauso wie Sie es bereits tun :)). Bleiben Sie präsent, damit Sie helfen können, dass Ihr Sohn seine Kraft in Balance bringt. Führen Sie gemeinsam eine sanfte Bewegung durch. Betonen Sie, dass dies eine angenehme Berührung ist.
Wenn Ihr Sohn aus dem Affekt kräftiger reagiert oder sich abwehrt, dann setzen Sie ihm die Grenze."NEIN, das tut weh. Ich möchte das so nicht."
Falls Ihr Sohn etwas grober war und ein anderes Kind zu weinen anfangen sollte oder ängstlich wirkt, dann beschreiben Sie den Ausdruck des anderen Kindes Ihrem Sohn. Sprechen Sie die Gefühle aus. " Schau, der Niklas ist nun traurig, ängstlich, erschreckt usw." Je mehr Ihr Sohn die Verbindung von Tun und Erklärung/ Gefühlsbeschreibung herstellen kann, und zwar unmittelbar, desto mehr wird Ihr Sohn Empathie erlernen können.

Viele Grüße von Katrin

von Katrin Simon am 08.10.2017

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