Dr. med. Susanne Reibel

Dr. med. Susanne Reibel

Kinderärztin

Frau Dr. med. Susanne Reibel war ab 1989 als Kinderärztin in der Universitäts-Kinderklinik der Charité in Berlin tätig. Dort leitete sie dann ab 1998 die Ambulanz der pneumologischen und allergologischen Abteilung von Professor Dr. Ulrich Wahn, Kinderarzt und Immunologe. Ihr Hauptinteresse galt den Nahrungsmittelallergien. Heute ist Frau Dr. Reibel als niedergelassene Kinderärztin in Berlin-Schöneberg tätig.

Dr. med. Susanne Reibel

Milcheiweissallergie - einige Fragen

Antwort von Dr. med. Susanne Reibel

Frage:

Sehr geehrte Frau Dr. Reibel!

Ich heisse Kerstin und lebe mit meiner Familie, wir haben 4 Kinder in Helsinki/Finnland. Meine Fragen betreffen unseren jüngsten, Lorenz geb. am 30.6.01. Lorenz hat eine Milcheiweissallergie und verträgt auch sonst von den bisher ausprobierten Nahrungsmitteln eigentlich nur Mais. Er bekommt ca. 6 Dl einer spezielle Säuglingsnahrung, die sicher deutschen Produkten ähnlich ist. Auf der Liste der unverträglichen Nahrungsmittel stehen bisher neben Kuhmilch: Kartoffel, Banane, Birne, Hühnerfleisch und Schweinefleisch, Blaubeere geht in geringen Mengen. Lorenz reagiert auf einige dieser Nahrungsmittel auch über die Muttermilch und ich habe ihn deswegen jetzt auf anraten der hiesigen Ärzte abgestillt, nachdem ich ihn 6 Monate voll gestillt hatte und davon 3 Monate lang selbst eine strenge Diät ohne Milch, Hühnerei, Fisch, Zitrusfrüchte und ähnliche eingehalten habe.
Lorenz reagiert mit extremer Unruhe (an manchen Tagen schläft er insgesamt nur ca. 6 Stunden) mit Erbrechen, Durchfall und Hautausschlägen. Einen Ausrutscher in der Diät können wir uns nicht erlauben, da es meistens zwei bis drei Tage für alle sehr anstrengende Tage dauert, bis die Reaktionen abklingen. Heute z. B. haben die Reaktionen auf Hühnerfleisch eingesetzt, Durchfall und Ausschlag im Gesicht. Insgesamt hat Lorenz seit Freitag 6 Teelöffel Hühnerfleisch gegessen.

Wir cremen Lorenz jeden Tag mit Feuchtigkeiscrem ein und nur, wenn der Ausschlag sehr hartnäckig ist, benutzen wir Hydrocortison (in den 5 Monaten, die wir jetzt wissen, dass er allergisch ist haben wir insgesamt an ca. 14 Tagen eine Cortisonsalbe benutzt). Dreimal habe ich ihm bisher "Atarax" Saft (Wirkstoff: hydroxysini hydrochloridum) gegeben, an Tagen wo er überhaubt keine Ruhe bekommen hat.

Eigentlich bin ich mit der Betreuung die wir hier vom Univeristätskrankenhaus Helsinki bekommen sehr zufrieden, wir sehen regelmässig einen Arzt und unser persönlicher Ernährungsberater stellt uns einen Ernährungsplan auf,d er alle 4 Wochen überprüft wird.

Trotzdem würde ich gerne wissen, ob es in Deutschland noch andere Behandlungsmöglichkeiten gibt. Naturheilkunde z. B. ist hier fast völlig unbekannt, daher meine Fragen:

1. Was würden Sie uns in einem solchen Fall raten, also wie würden sie, ohne jetzt natürlich Lorenz gesehen zu haben, ihn behandeln?

2. und etwas konkreter: Wie sind Lorenz Aussichten auf ein "normales" Leben? Ich weiss, dass sich Lebensmittelallergien mit der Zeit auswachsen, aber wie leicht wird daraus eine Pollenallergie oder sogar Astma? Dazu noch die Information, dass Lorenz schon zweimal im Zusammenhang mit einer Mittelohrentzündung eine Bronchiolitis hatte. Gibt es Möglichkeiten eine verschlechterung der Allergie aufzuhalten/zu verhindern?

3. Auf unseren ERnährungsplan steht als nächstes Himbeere, dann Reis, dann Zucchini. Blumenkohl u. ä. lassen wir wegen Lorenz Blähungen erst einmal weg. Wäre das die gleiche Reihenfolge in Deutschland?

4. Das von mir erwähnte Medikament mit den Wirkstoffen "Hydroxysini hydrochloridium", kann ich das unbesorgt Lorenz geben? Es scheint ihm auf jedenfall Erleichterung zu brinen (dem Rest der Familie damit auch, denn die anderen drei laufen teilweise mit Watte in den Ohren durch die Gegend wenn das Baby brüllt...), aber hat es viele Nebenwirkungen? Gäbe es auch etwas sanfteres?

Das waren viele Fragen, aber ich wäre Ihnen sehr dankbar, falls sie die Zeit hätten darauf zu antworten.

Mit freundlichen Grüssen

Kerstin + Allergiebaby Lorenz

von Kerstin am 27.02.2002, 17:26 Uhr

 

Antwort auf:

Milcheiweissallergie - einige Fragen

Liebe Kerstin,
ich denke sie sind in der Abteilung von Frau Dr. Isolauri und Kollegen, die hier in Deutschland einen sehr guten und kompetenten Ruf geniesst.
Ich lese aus ihren Zeilen, dass ihr Sohn an einer ausgeprägten Form der Nahrungsmiaaelallergei leidet und leider haben sie nichts über seine IgE-Antikörper geschrieben.
In diesem Fall denke ich ist die Diät dass Wichtigste. Die Reihenfolge sehe in Deutschland etwas anders aus, da Himbeeren zu dieser Jahreszeit unbezahlbar wären. Reis und Hirse, Kürbis und Pastinaken würden wir empfehlen.
Mit Obst scheint es schwierig zu sein, sodass Apfel keine Alternative wäre.
Bei uns wäre Mittel der ersten Wahl eher Fenistil (Dimetidinmaleat) bei Kindern unter 6 Jahren, da es nicht so starkübers zentrale Nervensystem wirkt, aber den Juckreiz auch nicht so gut mildert.
Die wahrscheinlichkeit für Asthma und Heuschnupfen liegt jeweils bei ca. 30%. Hier kann die Sensibilisierung auf Hühnereiweiss prognostisch unterstützen.
Ich wünsche euch alles Gute und sende herzliche Grüsse
S.REibel

von Dr. med. Susanne Reibel am 03.03.2002

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