Frage im Expertenforum Kinderarzt an Dr. med. Andreas Busse:

Neugeborenes Antibiotika obwohl Blutwerte nach U2 i.O. ?

Frage: Neugeborenes Antibiotika obwohl Blutwerte nach U2 i.O. ?

svenmg

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Sehr geehrter Herr Dr. Busse, am 13.7.2015 kam unser Sohn Lennox zur Welt. Leider gab es bei der Geburt ein Paar Komplikationen und der kleine musste sofort Beatmet werden. Die Kinderintensiv Station wurde auch benachrichtigt und der Kleine wurde auch sofort überführt. Jetzt ist es so, dass er unserer Meinung nach extrem Fortschritte macht. Er trinkt von alleine, ist munter, temperiert sich selber und sieht einfach nur gesund aus. Die Ärzte wollen ihn allerdings mindestens 7 Tage auf der Intensiv Station behalten. Was mich stutzig macht: Die Blutwerte waren i.O. und sind auch nach der U2 immer noch i.O. , aber trotzdem bekommt unser Lennox Antibiotika (3 verschiedene die angeblich das größte Spektrum abdecken!), welches 7 Tage verabreicht werden soll via Infusion. Dann zeug scheint zu brennen, denn der kleine schreit wenn es verabreicht wird. Warum Antibiotika wenn doch alles i.O. ist? Laut Ärzte wird ein Virus oder Infekt "vermutet"! Brechen tut er auch fast täglich, aber ist doch kein Wunder, wenn das Antibiotika in diesem kleinen Körper überflüssig ist? Und heute ist auch noch die Infusion bzw. Zugang an der Hand kaputt gegangen so, dass die Hand angeschwollen ist. Das kann doch alles nicht Wahr sein! So kann man aus einem gesunden Baby ein krankes Baby machen. Wir befürchten er wird aus Kostengründen dort behalten obwohl es nicht notwendig ist. Und kann es Ihrer Meinung nach sein, dass das Antibiotika überflüssig ist die Ärzte es aber "durchziehen" müssen? Vielleicht ist man auch zu feige zuzugeben, überflüssiges Antibiotika zu verabreichen? Kann es sein, dass er wegen den Antibiotika erbricht? Können wir unseren Sohn denn nicht einfach mitnehmen? Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Antwort Beste Grüße Sven Mühling


Dr. med. Andreas Busse

Dr. med. Andreas Busse

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Liebe S., glauben Sie denn wirklich, die Kollegen auf der Intensivstation würden Ihren Sohn nicht nach bestem Wissen und Gewissen und Ihrer Erfahrung behandeln. Dass Sie sich Sorgen machen, verstehe ich, solche Vorwürfe sind aber nicht hilfreich und wenn Sie Fragen oder Zweifel haben, dann suchen Sie doch bitte das offene Gespräch mit dem Team. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass es Ihrem Sohn so gut gehen kann, weil er rechtzeitig eine antibiotische Behandlung gegen eine Neugeborenensepsis bekommt? Ein vorzeitiger Abbruch der Behandlung könnte ihn massiv gefährden. Alles Gute!


FelixNoah2013

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Hallo, Antibiotika gibt man immer über die volle Zeit, in eurem Fall eben sieben Tage. Ein zu frühes absetzen kann bedeuten das die Infektion wieder kommt. Das sich die Blutwerte bessern ist ein gutes Zeichen aber heisst noch lange nicht das euer Sohn frei von jedem Infekt ist. Das eine Infusion mal daneben läuft ist quasi Alltag und schadet eurem Kind nicht, es wird im Gewebe abgebaut und hinterlässt keine Spuren. Im Allgemeinen solltet ihr euer Ärzten vertrauen, warum sollten sie eurem Kind denn Schaden wollen. Jedem Arzt Profitgier zu unterstellen finde ich schon etwas daneben. Solche Äußerungen sind wirklich unangebracht. Zu dem Thema können wir unseren Sohn nicht einfach mitnehmen, klar prinzipiell schon, wenn ihr damit leben könnt sollte sich sein Zustand doch wieder verschlechtern. Ausserdem gibt es für Ärzte auch immer die Möglichkeit eine Kindswohlgefährdung zu melden.


Mitglied inaktiv

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Erbricht er wirklich oder spuckt er? Weil, spucken tut fast jedes Kind. Auch völlig gesunde ohne irgendwelche Komplikationen. Und viele Laien tun sich da schwer da zu unterscheiden. oder meine das Spucken wäre was gefährliches.


IngeA

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Erst mal herzlichen Glückwunsch zu deinem Sohn! Dass du total traurig bist und dein Kind gerne bei dir zu Hause hättest kann ich gut verstehen, aber ich unterschreibe mal bei FelixNoah. Wird ein Antibiotikum zu früh abgesetzt kann die Infektion wieder aufflammen und es kann zu Resistenzen kommen. Einen resistenten Keim zu behandeln ist nicht so spaßig. Wenn dein Sohn mit so einer Breitbandtherapie behandelt wird, wird sein Zustand vorher nicht so prickelnd gewesen sein. Aus Spaß wird einem Neugeborenen nicht so ein Cocktail verabreicht. Das Problem bei Neugeborenen ist auch, dass sie oft kein Fieber bekommen, trotz Infektion. Es ist also nicht so einfach eine wiederaufflammende Infektion bei einem kleinen Säugling zu erkennen. Du zu Hause wirst das mit Sicherheit NICHT mitbekommen. Anzeichen einer Infektion können (neben vielen anderen sein): Atemnotsyndrom oder Atemstillstand, Apathie, Trinkschwäche, Blässe, ERBRECHEN. Löchere die Ärzte, was er denn hat. Die werden doch Abstriche/ Blutkulturen etc. abgenommen haben, haben sicher auch eine Diagnose gestellt und sollten euch begründen können, warum euer Sohn ihrer Meinung nach noch intensivpflichtig ist. Normalerweise sind nach meinen Erfahrungen Intensivstationen eher bemüht ihre Patienten wieder raus zu bekommen damit sie Platz haben für wirklich dringende Fälle. Sonst müssen sie nämlich bei einem Notfall den stabilsten Patienten von jetzt auf gleich auf die normale Überwachungsstation legen. Mitsamt hergerichteter Unterslagen, abschließender Untersuchung, Übergabe und das Ganze zeitgleich mit der Neuaufnahme, Erstuntersuchung, Übergabe durch die Notaufnahme etc... Glaub mir, das ist nicht lustig. LG und alles Gute Inge


Linchen1989

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Nochmal zu der Profitgier. Eig sind die Stationen immer bemüht die Patienten frühzeitig zu verlegen, denn wenn ein Pat länger als nötig ( für jede Diagnose wird ein Zeitraum des stationären Aufenthaltes bestimmt) verweilt muss das Krankenhaus eher drauf zahlen als das sie etwas bekommen.


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