Rund um die Erziehung

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Geschrieben von mamaselio am 14.09.2006, 4:33 Uhr

Spiegel Interview

Hallo,

habt ihr mal Lust dieses Interview zu lesen?

http://www.spiegel.de/spiegel/inhalt/0,1518,436592,00.html

Der Mann hat in einigen Dingen nicht Unrecht, trotzdem straeuben sich mir die Nackenhaare...

LG
Christiane

 
33 Antworten:

Warum?

Antwort von LadyIndiana am 14.09.2006, 12:56 Uhr

Er redet mir in zuvielen Metaphern und in diesem Interview hört man sicherlich die Übertreibungen raus.(Aber wie er ja selbst sagt,wird man nur durch Übertreibung gehört)

Aber im Prinzip bin ich überwiegend mit ihm einer Meinung.

Man kann ein Kind irre lieben,aber wenn man einem Kind keine moralischen Werte und Tugenden mit auf den Weg gibt, wird aus ihm nix werden!

Ich find seine Meinug gut (bis auf das Befürworten von Kopfnüssen,dem er ja eigentlich nicht direkt zustimmt.)

LG Silvia

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Re: Warum?

Antwort von krueml am 14.09.2006, 17:54 Uhr

Also ich finde diesen Menschen furchtbar! Was er als "Disziplin" ansieht, ist reiner Drill. Gehorsam verschafft er sich angeblich durch Respekt - aber was er da beschreibt ist reine Unterordnung durch Angst (vor Bestrafung).

Und es kann mir keiner erzählen, dass ein Kind, dass aus Angst vor Bestrafung gehorsam ist, nachher ein ausgeglichener Mensch werden kann (höchsten TROTZ dieser Erziehung).

Abgesehen davon vertraut er ja noch nicht mal seinen eigenen Methoden. Wäre er von dem Gehorsam und dem Respekt seiner Schüler so überzeugt, müsste er keine Kontrollen durchführen.

Überall wird heute betont wie wichtig der EQ für den Menschen ist. Wie sollen Kinder, die so aufwachsen, jemals einen EY entwickeln?

Die Thesen sind grundsätzlich richtig, dass Respekt benötigt wird aber Respekt verschafft man sich wenn man von jemanden positiv anerkannt wird und nicht durch Angst. Auf der anderen Seite fehlt der Respekt den Kindern gegenüber - sie sind genau so Menschen. Wenn man Kindern gegenüber keinen Respekt hat, dann können sie uns gegenüber auch keinen entwickeln. Kindern lernen durch Nachahmung.

Was ich sehr perfide finde ist, dass er eigentlich gute Thesen (Respekt u.ä.) mit seinem Programm vermischt und es auf den ersten Blick für diejenigen, die der 68er-Generation müde sind, als gute Sache verkaufen kann.

Viele Grüsse,
Chrissie

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krueml

Antwort von LadyIndiana am 14.09.2006, 18:03 Uhr

Hallo,

hast du schon mehr von dem gelesen?
in dem interview kann ich nix mit drill erkennen.
inwiefern drill?

silvia

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@ladyindiana

Antwort von krueml am 14.09.2006, 18:24 Uhr

ICH bezeichne sein Art der Erziehung als reinen Drill. Er schreibt zwar von Respekt, aber Respekt muss man sich zum einen verdienen und das Andere ist, dass man vor jemandem, dem Angst hat, keinen Respekt (im Sinne von, "ich erkenne diesen Menschen an, sehe zu ihm auf, vertraue ihm und möchte mit ihm auf einer Welle sein") hat, sondern einfach nur gehorcht aus Angst. Das ist für mich die schlimmste Art von zwischenmenschlichem Zusammenleben. Diesen Unterschied finde ich auch ganz wichtig.

Stell Dir vor, Du hast einen Chef, der immer mit Abmahnung oder Kündigung droht, wenn Du etwas falsch machst. Aus Angst vor ihm, arbeitest Du "perfekt" aber würdest Du sagen, Du hast "Respekt" vor ihm? Auf der anderen Seite hast Du einen Chef, der Dir vertraut, der Dich selbständig arbeiten lässt, er sagt Dir, wenn Du einen Fehler gemacht hast, was falsch war - aber ohne Gebrüll oder schlimme Anschuldigung (ich hatte so einen perfekten Chef). Vor DIESEM Menschen hat man Respekt weil er einen auch respektiert und weil man fühlt, dass der Mensch mit sich im Reinen ist. Er kann auch mal rügen oder säuerlich sein, das ist menschlich aber niemals wird er Dir drohen oder Dir "Strafarbeiten" aufdrücken wenn Du etwas nicht richtig gemacht hast.

Genau so sehe ich das auch mit der Erziehung von Kindern. Verstehst Du, was ich meine?

Viele Grüsse,
Chrissie

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Re: @ladyindiana

Antwort von ny152 am 14.09.2006, 20:32 Uhr

ich glaube, dieser mann argumentiert so, dass jeder in seinen thesen etwas findet, dem er zustimmt. das macht ihn und sein buch natürlich interessant. seine formulierungen lassen kaum durchgehende zustimmung oder ablehnung zu. an einer stelle nickt man, an einer anderen stelle schüttelt man den kopf. viele äußerungen kann man so und so interpretieren, das liegt immer im auge des betrachters (in diesem falle des lesers). dieses interview hat mich nicht dazu veranlasst, interesse an dem buch zu entwickeln. was er schreibt, ist weder bahnbrechend noch kontrovers.

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Re: Spiegel Interview

Antwort von Mama Heike am 14.09.2006, 23:03 Uhr

Hallo Christiane,

danke für den Link, mir wäre das durch die Lappen gegangen. Ich war total überrascht, als ich den Artikel gelesen habe, er ist sozusagen perfekt getimt zu meinen Gesprächen mit Chrissie. Da ging es unter anderem darum, dass die Kinder von heute zu oft (permanent?) im Mittelpunkt stehen, egal ob negativ oder positiv.

Sie haben damit ganz schnell keinen geordneten Platz mehr in unserer Welt, außer der des Throns und den verteidigen sie dann erbittert.

Das Dilemma der meisten Kinder besteht darin, dass sie durch dieses zu VIEL an Aufmerksamkeit permanent auf sich selbst „gestoßen“ werden und damit „Star-Allüren“ entwickeln. Sie haben dann gar keine Zeit mehr, Kind zu sein und sich die Fähigkeiten anzueigen, die sie brauchen. Sie werden zu Problemkindern.

Zuerst waren es nur die Ausnahmen unter den Kindern, aber das Ausmaß der Problemkinder in den Schulen ist derart groß geworden, dass Politiker meinen, sie müssten sich jetzt der Erziehung annehmen. Der Artikel bläst fast in das gleiche Horn.

Uns Müttern wird die Kompetenz abgesprochen, die Kinder zu „netten“ Menschen zu erziehen. Wir sind Weicheier und Liebe und Respekt reichen schon gar nicht aus. Aber Disziplin und Furcht vor Folgen bei Regelverstößen, das ist es dann!

Nehmen wir mal ein ganz kleines Beispiel: Ein kleines eigenwilliges Kind (2 Jahre) hat ein Handy auf dem Wohnzimmertisch ergattert und untersucht es tüchtig. Das Handy ist trotz aller Umsicht versehentlich liegengeblieben, aber wir können es unserem Kind nicht überlassen, denn es ist wird dienstlich genutzt. Was tun? Das Kind weiß schon, dass es ein Handy nicht haben darf.

Soll sich das Kind nun fürchten, wie es Herr Bueb vorschlägt? Darauf spekulieren die meisten. Notfalls kann man ja etwas energischer auftreten, da weiß das Kind dann schon Bescheid, dass man es ernst meint. Aus Furcht gibt es das Handy her!

Man könnte versuchen, das Kind zu beschwatzen, aber wie gesagt, es ist etwas eigensinnig und will das Handy nicht hergeben und es läßt sich auch nicht ablenken, was wir auch aus der "Trickkiste" ziehen.

Vielleicht hat es durch das „glückliche“ Händchen der Mutter so viel Vertrauen, dass es „blind“ tut, was die Mutter sagt, weil die Mutter immer nur das verlangt, was notwendig ist? Oder doch besser auf Vernunft setzen und groß und breit erklären, dass das Handy dann kaputt gehen könnte und das es dann wirklich riesen Trara gibt.

Also bleibt wirklich am Ende nur noch Furcht übrig, wenn das VERTRAUEN versagt und der Verstand noch nicht da ist?

Ich finde, dass Liebe das wichtigste ist, aber nur wenn man sich rechtzeitig daran erinnern kann, wie man mit einem Menschen umgehen sollte, den man aufrichtig liebt. Kann man sich nicht erinnern, wird man wieder auf "Furcht" zurückfallen und die meisten Kinder machen das relativ klaglos mit, aber eben bei weitem nicht nicht alle. Und es werden immer mehr Kindern, die sich davon nicht beeindrucken lassen.

Für unsere Kinder ist die Liebe zur Mama die allererste Liebe. Wie sich diese Liebesbeziehung entwickelt, wird den Rest seines Lebens prägen. Eine Liebesbeziehung mit dem Fundament Furcht?

Auch mir sträuben sich die Nackenhaare.

Liebe Grüße
Heike

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@krueml

Antwort von claudi700 am 15.09.2006, 15:03 Uhr

dein vergleich bzgl. "chef" hinkt vollkommen. in dem artikel geht es darum, KINDER auf das leben vorzubereiten. wenn jemand arbeitet, ist das was völlig anderes, dann sind die menschen erwachsen und in einem anderen umfeld. das hat nichts mit drill bzw. angstmachen durch den chef zu tun.

schau dir doch die azubis heutzutage an. fehlende disziplin ist hier an der tagesordnung. und das liegt nunmal an mangelnder erziehung.

claudi

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claudi700: Sind Kinder denn keine Menschen? m.T.

Antwort von krueml am 15.09.2006, 21:48 Uhr

Wieso hinkt mein Vergleich? Und wieso schreibst Du, dass das nichts mit Angst machen durch den Chef zu tun hat? Es gäbe wohl nicht so viele Mobbing Opfer wenn es nicht so wäre.

Kinder sind genau so Menschen und möchten genau so respektiert und anerkannt werden.

"Fehlende" Erziehung gibt es nicht, es gibt nur erfolgreiche und weniger erfolgreiche Erziehung. Es ist allgemein bekannt, dass das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl und das Vermögen jemand Anderem mitfühlend begegnen zu können (EQ) in der frühen Kindheit entwickelt wird. Stärke ich das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl meine Kindes wenn ich es durch reine Drohung und Drill zum Gehorsam zwinge?

Das Problem ist, dass die meisten Erwachsenen sich nicht in die Gefühls- und Gedankenwelt des Kindes hineinversetzen können. Versetz Dich mal in die Lage Deines Kindes und überlege wie es sich fühlt wenn es ständig gesagt bekommt, "wenn Du nicht das machst, dann ..." Ich würde mich dabei nicht gut fühlen und mich aus Trotz erst recht verweigern (bin auch ein Sturkopf). Auf der anderen Seite kann man z.B. sagen: "Das muss jetzt aufgeräumt werden. Ich kümmere mich in der Zwischenzeit um das Essen und Du räumst die Klötzchen auf. Wenn Du fertig bist, können wir essen. Schaffst Du das?" Ich gehe weg und vertraue darauf, dass sie es tut. Ich rufe dann irgendwann rein und sage, dass wir gleich essen können und frage ob sie schon fertig ist oder ob sie noch Hilfe braucht. (praktisches Beispiel wie ich meine supersture Tochter zu den meisten Dingen "überrede"). Am Anfang war ich selbst skeptisch und dachte, das macht sie nie aber die Erfahrung hat mich eines Besseren belehrt. Manchmal muss man über seinen eigenen Tellerrand rausschauen und neue Dinge probieren, auch wenn sie auf den ersten Blick vollkommen abwegig sind.

Bei welchem Beispiel würdest Du Dich als Kind wohler fühlen, bei welchem würdest Du Dich eher geliebt und anerkannt fühlen?

Die zweite Methode ist erst Mal sehr viel mühseliger weil man sich als Erwachsener ständig hinterfragen muss und immer sehr genau überlegen muss, was und wie man es sagt. Aber es lohnt sich! Das Problem ist, dass die wenigstens Menschen bereit sind, sich so intensiv damit auseinanderzusetzen und ihre eigenes Verhalten reflektiert zu überdenken.

Ich möchte, dass meine Tochter mir auch später vertraut und Alles erzählt. Das geht aber nur wenn eine vertrauensvolle Basis da ist. Die schaffe ich nur wenn ich sie verstehe und mit ihrer Logik handle, d.h. anstatt von ihr zu verlangen, dass sie unbedingt kommt, wenn ich sie rufe, einfach hinzugehen und sie zu holen. Früher hätte ich es mit sämtlichen Konsequenzandrohungen versucht (meist ohne Erfolge), heute weiss ich wie ich es besser machen kann und wir 2 sind uns so viel näher gekommen. Sie weiss, dass ich sie einfach annehme und sie "nicht unterwerfe" - was aber nicht heisst, dass es bei uns keine Regeln gibt. Meine Tochter akzeptiert meine Regeln nun besser weil ich auch ihre akzeptiere. Hätte ich nicht so extreme Probleme mit ihr gehabt, hätte ich wahrscheinlich mein Handeln nie in Frage gestellt aber so wurde ich zum Nachdenken gewzungen.

Viele Grüsse,
Chrissie

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Nicht schlecht ;-)

Antwort von raphael04 am 16.09.2006, 1:01 Uhr

Mußte gerade doch auch noch mal kurz das Interview lesen ... und ich muß sagen ... er hat sooo Unrecht nicht.

Ich kann auch krueml nicht zustimmen, in ihrer These, es gäbe keine fehlende, sondern nur erfolgreiche und weniger erfolgreiche Erziehung. Es gibt durchaus Kinder (und nicht zu wenige), die mehr oder weniger den ganzen Tag vor der Glotze geparkt werden und die in der restlichen Zeit entnervte Eltern haben - das ist dann fehlende Erziehung. Auch Kinder, die 7 Tage die Woche durchgeplant sind, haben in meinen Augen z.B. eher eine fehlende, denn eine schlechte Erziehung.

Ich persönlich kann z.B. mit einem Beispiel schulischer Seite aufwarten: Ich war (lob, lob) in der Grundschule immer Klassenbeste. Das kam daher, daß ich 1/2 Jahr lang auf einer Grundschule war, in der meine Klassenlehrerin einen Dutt und eine Lesebrille hatte - den Erziehungsstil und die Unterrichtsmethoden stelle man sich bitte bildlich vor :-)) Jedenfalls führte das dazu, daß ich bis ins 2. Schuljahr hinein den Stoff bereits kannte. Im 2. Halbjahr wechselte ich durch Umzug auf eine andere Grundschule. Der dortige Klassenlehrer war ein sehr lieber, der gerne sang und musizierte und wirklich immer "abgrundtief" lieb war - dafür machten seine Schüler noch Schwungübungen, während ich mich langweilte.
In der 7. Klasse sah es dann etwas anders aus: Mathe war nicht mein Fach - dachte ich zumindest! Denn in Mathe hatte ich bis dato einen eher lieben Lehrer, den auch kaum jemand ernst nahm und der 30 von 45 Minuten damit beschäftigt war, die Schüler überhaupt ruhig zu bekommen. Dann fiel er aus, ein halbes Jahr lang und wir hatten Unterricht bei dem so gefürchteten 2. Direktor. Ein Typ wie ein KZ-Arzt, silbergraues, kurzgeschorenes Haar, immer einen Anzug an und zumindest sah er so aus, als würde er den wippenden Zeigestock auch gerne mal wohin hauen. Aber es war absolute Ruhe in der Klasse, fast alle haben begriffen, worum es ging, es wurden noch nie so viele gute Noten geschrieben - UND!!! was das Wichtigste ist: es gab auch noch nie so viele zufriedene Gesichter in der Klasse! Denn selbst der blödeste Assi (um es mal platt auszudrücken) freut sich, wenn er eine gute Note schreibt. Das spornt an ...

Ich sage nicht, daß das generell DIE Lösung ist. Für mich lebt eine Schule natürlich auch von den unterschiedlichsten Typen von Lehrern, einer eher freundlich und man weiß, der drückt ein Auge zu, der andere vielleicht kumpelig, der andere wieder streng, aber ich muß dem Mann Recht geben, wenn er verlangt, daß ein Lehrer eine natürliche Autorität haben muß.
Das gleiche gilt auch für Eltern. Ich persönlich halte seine Beispiel in Sachen Eltern und Erziehung in punkto Strafe auch nicht für sittenwidrig o.ä., wenn er z.B. als "zu fürchtende Strafe" 1 Woche Fernsehverbot als angemessen ansieht, für zu langes (und vermutlich nicht so abgesprochenes) Fernsehen.
Auch den letzten Beitrag fand ich gut, als diese Lehrerin 3 auf Toilette rauchende Schüler postwendend nach Hause schickte. Die Spiegel-Meinugn dazu finde ich eher etwas blöde: hätte man die Jungs nicht zur Seite nehmen und reden sollen? NEIN! Es war vor der Klassenfahrt vermutlich so abgesprochen und wenn die Schüler trotzdem auf dem Klo rauchen und sich auch noch erwischen lassen (Deppen), dann eben zack nach Hause.

LG ... Marion

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Liebe und Furcht gehen immer einher

Antwort von raphael04 am 16.09.2006, 1:12 Uhr

eine Liebe ohne Furcht gibt es wohl im ganzen Universum nicht, es kommt nur darauf an, ob man wirklich von Furcht oder Angst spricht.
Furcht ist kein schreckliches Gefühl, jeder Mensch empfindet Furcht, trotz Liebe und Geborgenheit. Du bist mit einem Partner zusammen und wirst immer auch ein bißchen Furcht haben. Denn er könnte dich verlassen, er könnte sterben, er könnte einen Unfall haben und behindert weiter leben etc.
Das sind keine Gedanken, die IMMER mit im Spiel sind, aber an und an trauen sie sich heraus und sorgen vermutlich dafür, daß man einen Streit besonnener beilegt, als gedacht oder lieber einen Kuß mehr mit auf den Weg gibt ...
Ich weiß natürlich nicht, OB der Mann es so meint, wie ich es hineininterpretiere, aber die Furcht, von der er redet empfinde ich nicht als schlimm. Es ist ein Ur-Gefühl, welches in den meisten Fällen eher Erfolge als Niederlagen hervorzaubert und Menschen durchaus auch anspornen kann.

LG ... Marion

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Re: @krueml und auch an alle

Antwort von saulute am 16.09.2006, 1:13 Uhr

das ist im prinzip richtig , was du sagst, dennoch, vergiss es nich, dass Kinder keine Erwachsene sind und die Erfahrung von Pflicht und Einsicht nicht haben. Es mag Kinder geben, die aus Respekt viele von eltern nicht gut geheißesene Sachen tun werden, es hängt viel mit dem temparement des Kindes zusammen, aber wie Bueb schon sagte, es gibt genauso so wenig Menschen, die freiwillig Steuern aus ehrlichen sichten abgeben oder langsam aus reiner respektvollen Einsicht fahren würden,ohne Furcht, bestraft zu werden (und da unterscheidet er sehr präzise, zwischen ständiger angst und gesunder Furcht), wie Kinder, die einfach so ohne Zwang, sich alle moralischen Werte anlernen.
Und da wir schon bei england sind, hier werden die Kinder vieeel strenger erzogen, als in deutschland, und das Resultat kann sich sehen lassen. Schon die ganz kleinen sind viel sozialer als in Deutschland.
Ich unterschreibe dem MAnn jeden Satz. Genauso erziehe ich meine Tochter, aber aus Intuition heraus, mit viel Liebe, aber auch mit viel Disziplin (bin ja die strenge Ausländerin, in Litauen ist man nicht anders gewohnt), die auch bei deren nicht Einhaltung Strafen und Konsenquenzen mit sich zieht.
Das ergebnis meiner bisjetzigen Erziehung, meine zweijährige Tochter ist sehr sozial, sie schlägt oder verletzt nie andere Kinder, sie teilt alles (obwohl einzelkind), sie hört sofort auf mein Wort "nein", ich muß es nicht 10 mal sagen. wir haben zwar auch die trotzphase, aber sehr milde. Im geschäft fasst sie zwar Dinge an, aber wenn ich sage, sie kann es nicht haben, gibt es keine Probleme. Ich kann mit ihr durch die Spielzeugabteilung durchgehen, ohne was gekauft zu haben und ohne dass sie kreischt, weil sie was haben möchte.

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Hm......Einspruch *G*

Antwort von Frosch am 16.09.2006, 8:31 Uhr

Hallo!

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die sehr strengen Lehrer die schlechten Schüler mehr oder weniger ignorieren. Wir hatten in Deutsch einen sehr strengen Lehrer, der den Stoff durchpeitschte, aber da war ich gut (von Natur aus "begabt", sozusagen). Ganz anders in Mathe. Da ließen die Lehrer die schlechten Schüler "hinten rausfallen" - sie peitschten den Stoff durch, streng und mit vielen "Tafelprüfungen". Aber die schlechten Schüler waren egal, und zu denen habe ich gehört.

In Mathe hätte ich Lehrer gebraucht, die den Stoff so rüberbringen, daß es auch der letzte Doofi kapiert. Aber das haben sie nicht geleistet, sondern durch Strenge (und Ignoranz) zumindest MEINE Aversion gegen das Fach geschürt.

LG Antje

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Re: Spiegel Interview

Antwort von wassermann63 am 16.09.2006, 10:28 Uhr

Hi,

jetzt habe ich den Artikel auch kurz überflogen. Im Prinzip geht es ja darum, dass autoritäre Führung bzw. Erziehung seit mehreren Jahrzehnten in D verpönt ist, aus geschichtlichen Gründen, sagen wir mal. Und dass diese Art des Verhaltens in anderen Ländern nicht verpönt ist und offensichtlich mit Erfolg angewendet wird.

Dem kann ich nur zustimmen, da ich in zwei Ländern, die "autoritär erziehen" kurz- bzw. mittelfristig gelebt habe und somit erleben konnte, ob und welche Auswirkungen dies hat.

Die Menschen (Franzosen bzw. Italiener) scheinen mir nicht mehr oder weniger gestört als wir ;-). Ganz im Gegenteil. Man kann verallgemeinert feststellen, dass beide - im allgemeinen und pauschal gesagt - über gesundes Selbstbewusstsein verfügen (trotz Kitas ab Babyalter (in F) bzw. ständigem Geklapse und Gekreische der Mammas (in I)).

Also ganz so falsch kann es nicht sein, nicht antiautoritär zu erziehen und nicht schon Kleinkinder demokratisch an allem teilnehmen bzw. teilhaben zu lassen. Sondern eben einfach einen gewissen Rahmen zu stecken, innerhalb dessen sie sich frei entfalten dürfen.

Was allerdings in allen Ländern gleich gilt, ist: erst mal vor der eigenen Türe kehren. Denn ich kann meinen Kindern nur die Werte vermitteln, die ich selbst innehabe und auslebe. Sprich: aus der Verbindung einer Chaoten-Mama, gepaart mit Messi-Papa, wird nur schwerlich ein methodisch denkendes und sich praktisch verhaltendes Kind entstehen.

GEnauso wenig wird es funktionieren, wenn Rap-Eltern ihr Kind jetzt auf einmal fünfmal hintereinander in die Zauberflöte schleppen ;-)

ODer anders gesagt: in einer Familie, in der das SOS-Prinzip vorherrscht (=STruktur, Ordnung und Selbstdisziplin - habe ich mir grad erfunden und gleich mal auf meine Fahne geschrieben), werden auch die Kinder keine Probleme haben, ihr Spiel aufzuräumen, wenn sie es beendet haben und erst dann ein neues rausholen. Zum Beispiel.

LG
JAcky

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Der Vergleich mit England hinkt aber gewaltig!

Antwort von krueml am 16.09.2006, 10:35 Uhr

Ich habe in Südafrika gelebt. Die Südafrikaner sind sehr englisch und haben auch das englische Schulsystem , des Wweiteren war ich längere Zeit in Oxford. Ich KENNE englische Schüler und Studenten. ICH fand es erschreckend wie diese in der Schule so perfekt funktionierenden Schüler in der Freizeit ausgetickt sind. Es wurde gesoffen, sich daneben benommen etc. Das war wahrscheinlich der Ausgleich dafür, dass man sich in der Schule so extrem beherrschen musste. Mich hat die Erziehung in England und Südafrika übrigens sehr erschreckt. Die Kinder hatten unheimlich Angst vor ihren Eltern. Es war überhaupt kein Vertrauensverhältnis da.

Übrigens, selbst wenn Kinder nur vom dem TV sitzen, IST das eine Erziehung - wenn auch eine ganz üble. :-) KEINE Erziehung gibt es nur wenn ein Kind isoliert ohne Erwachsene aufwächst. Denn Erziehung ist zum grossen Teil ein Lernen aus dem Verhalten der Eltern.

@saulute: Wie kannst Du behaupten, englische Kinder seien sozialer als Deutsche? Das kann man wohl kaum pauschal sagen. Genau so wenig, dass man sagen kann, dass schlechtere Schüler bei einem strengen Lehrer besser lernen. Es kommt auf den Einsatz des Lehrers an und auf sein Vermögen die Kinder "zu erreichen".

Was mir hier bei vielen fehlt ist der Blick aus Sicht des Kindes. Niemand hat bis jetzt dazu Stellung genommen, welches Gefühl für Euch als Kind besser wäre.

Selbst mein Mann, der sehr streng erzogen wurde und der auch für diese Art der Erziehung war, entdeckt Tag für Tag wie viel besser er mit unseren Kids klarkommt wenn er komplett umdenkt. Es benötigt aber eine unheimliche Lernbereitschaft weil wir eben Alle so "festgefahren" sind in unserem Denken.

Viele Grüsse,
Chrissie

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@wassermann63

Antwort von krueml am 16.09.2006, 10:57 Uhr

Wieso sind wir Mütter denn in Deutschland alle antiautoritär??? Ich kenne niemanden der seine Kinder antiautoritär erzieht. Die meisten hier in den Foren plädieren für eine konsequente Erziehung und auch die Androhung und das Durchziehen von "Konsequenzen" ist durchaus beliebt.

Auf der anderen Seite kenne ich viele italienische und spanische Familien. Die Kids haben dort bei den Eltern Narrenfreiheheit, können jede Menge Unsinn machen und irgendwann tickt der Papa aus und versohlt das Kind, wenn es ihm zu viel wird. Bei französischen Familien ist es nicht ganz unähnlich (zumindest bei den mir bekannten). Wahrscheinlich ist dann das strenge Schulsystem ein Ausgleich.

Du hast aber Recht. Es liegt definitiv am Elternhaus und deswegen bemühen wir uns, unseren Kindern ein gutes Beispiel zu sein.

Viele Grüsse,
Chrissie

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Re: Der Vergleich mit England hinkt aber gewaltig!

Antwort von saulute am 16.09.2006, 11:26 Uhr

Ersmal rede ich nicht von einer Strengen Internaterziehung in der Familie, sondern lediglich, dass Kinder hier mehr Disziplin und Konsenquenz erfahren.
Wie schon Bueb sagte "die beschädigte Erziehungskultur" und deren Auswirkungen sind mir begenet, sobald ich zum ersten MAl den deutschen Boden betreten hatte.
Umgekehrt hatte ich den eindruck in England. Die Engländer legen sehr viel Wert auf Freundlichkeit. Und die Menschen hier einem begegnen freundlich, nett, immer auf ein Plauderchen aufgelegt, hilfsbereit, ist schon ein krasser UNterschied zu den unfreundlichen Deutschen.
DAs gleiche ist mir hier auch mit Kindern aufgefallen. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich in einer guten Gegend wohne, wo die Kinder anderes soziales Verhalten an den Tag legen, es ist nun mir einfach aufgefallen. Wenn man oft das Land zum Leben wechselt, hat man eine gute Möglichkeit dinge zu vergleichen und Schlußfolgerungen daraus zu ziehen.

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Re: wassermann63

Antwort von saulute am 16.09.2006, 11:31 Uhr

Stimme dir vollkommen zu. In meinem Land (Litauen, ) wie in Italien oder Frankreich werden die Kinder auch autorität erzogen, geklapst angeschrieen, aber auch geliebt. Keiner ist gestört und worum ich staune, dass die Kinder in diesen Ländern habn als Erwachsene oft besseres Verhältnis zu ihren Eltern, als in Deutschalnd.

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@krueml nochmal

Antwort von claudi700 am 16.09.2006, 11:55 Uhr

ich bleibe dabei: kinder sind kinder, keine erwachsenen.

wenn du alles gleich so plakativ siehst ("wenn du das nicht machst, dann..."), hast du nicht verstanden, was ich meinte.

kinder sollen auf das erwachsensein vorbereitet werden. das geht nur, indem man gewisse regeln aufstellt, die einzuhalten sind. dabei muß man nicht mit sanktionen drohen, sondern erstmal die regeln erklären. wenn ein kind die regeln nicht einhält, dann wird erklärt, daß es falsch gehandelt hat und deshalb dieses handeln eine konsequenz nach sich zieht.

dein vergleich bzgl. chef hinkt für mich gewaltig, denn ein chef ist ein vorgesetzter, nicht ein elternteil. du kannst kindheit nicht ins arbeitsleben übertragen.

claudi

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Re: @krueml

Antwort von wassermann63 am 16.09.2006, 12:11 Uhr

Hi,

ganz so pauschal möchte ich das nicht schreiben. Es ist nicht so, dass ALLE deutschen Mamis antiautoritär erziehen.

Wenn wir nun schon bei Verallgemeinerungen sind (bzw. beim Aufzeigen von Tendenzen), dann kann man m.E. sagen, dass deutsche Mamis in sehr vielen Fällen stark auf das eingehen, was sie für die Bedürfnisse ihrer Kinder halten. Und scheitern oft daran. Einfach, weil sie die Bedürfnisse nicht richtig oder garnicht erkannt oder gänzlich verkannt haben.

Ich muss selbst jeden Tag aufs Neue erkennen, dass meine Kids in Wirklichkeit gar kein Bedürfnis nach grenzenloser Freiheit haben. Sie wissen noch garnicht, was das bedeutet. Es liegt an mir, ihnen einen Rahmen zu stecken, innerhalb dessen sie positive und bereichernde Erfahrungen sammeln können und sollen. Natürlich muss ich dann meine Bemutterungsinstinkte zügeln, um ihnen nicht gänzlich die Möglichkeit zu nehmen, auch mal negative Erfahrungen zu machen. Deshalb schaue ich halt notgedrungen zu, wenn der Große auf Mauern rumklettert *augenroll*. Auch hier gilt wieder das richtige Maß: unter 0,60 cm Höhe ;-)

Wenn ich von antiautoritär schreibe, meine ich damit das Fehlen der erzwungenen oder vernünftigerweise angeeigneten Fähigkeit, mütterliche Autorität anerkennen zu lassen. Kurz: wenn es einer Mutter nicht gelingt, ihre eigene Autorität (wenn tatsächlich vorhanden) von ihren Kindern anerkennen zu lassen, dann trägt ihr Erziehungsstil antiautoritäre Züge. Das mag jetzt nicht 100% korrekt sein, von der Begriffswahl. Deshalb jetzt auch meine Erklärung dazu.

Übrigens schreibe ich als betroffene Mutter eben dieses Fehlens. Tatsächlich anerkennt mein Großer meine effektiv vorhandene Autorität nur dann, wenn's ihm passt :-(((. Und das bedeutet, dass irgendwas schief gelaufen ist und ich jetzt feste rudern darf, um das Boot wieder in ruhige Gewässer zu führen...

Bin ich grade dabei (siehe mein SOS-Prinzip).

LG
JAcky

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@saulute

Antwort von krueml am 16.09.2006, 13:32 Uhr

Was heisst, Du wohnst in einer guten Wohngegend? Ist damit England gemeint?

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Re: @saulute

Antwort von saulute am 16.09.2006, 13:37 Uhr

Ja. In England sind die Wohngegenden der Spiegel des sozialen Statuses.

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Re: @saulute

Antwort von krueml am 16.09.2006, 13:49 Uhr

Dann schau Dich mal in anderen Wohngegenden um. Ich kenne genügen Arbeiterklasse-Familien. Das ist das Familienleben eine Katastrophe.

Ich war mit Freunden für einige Monate in Oxford an einer Sprachschule und wir haben bei Gastfamilien gewohnt. Diese Gastfamilien waren alle low class weil die das Geld gebraucht haben. Sämtliche Schüler dieser Sprachschule (alle Nationalitäten quer über den Erdball) waren entsetzt von diesen Familien. Es war wirklich von vorne bis hinten katastrophal - ich will jetzt nicht ins Detail gehen. Auf jeden Fall frag mal diese Leute nach ihrer Meinung über Engländer - da wärst Du entsetzt. Genau so ist das in jedem Land. In Deutschland wird immer Alles schlecht geredet. Es gibt genau so auch gut erzogene und "normale" Kinder. Ich selbst bin in der Schweiz in die Schule und dort gab es genau so diese Kinder mit grottenschlechter Erziehung.

Übrigens der soziale Status und das Wohnviertel stehen eigentlich in jedem Land in Zusammenhang, in England vielleicht etwas mehr.

Viele Grüsse,
Chrissie

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Re: @krueml

Antwort von saulute am 16.09.2006, 14:05 Uhr

Weißt du, Chrissie, da ich werde in Deutschland, noch in England geboren bin, kann ich als Dritter besser den Abstand gewinnen, vergleichen und die Unterscheide definieren.
Natürlich gibt es auch in England ganz furchtbar verzogene Kinder, keine Frage, die gibt es überall. Ich wollte nur sagen, dass die Trendenz der lautesten und hilflosesten Müttern eindeutig mehr in Deutschland zu sehen ist. Ich habe weder in Litauen, noch in England dieses ohrenbetäubende Gebrülle gehört, wenn ein Paar Schüler in den Bus steigen. Damit will ich wieder sagen, dass es diese Sitautionen auch in england oder Litauen gibt, aber es ist nicht die Tendenz. Oder, dass die deutschen Mütter so viel Hofnung in dieses magische "Nein"legen, das eigentlich überhaupt nicht fruchtet, wenn es keine anderen Konsequenzen danach gibt. Die Hilflosigkeit der Mütter im Supermarkt mit kreischenden und alles demolierenden Kinder empfinde ich in Deutschland definitv höher, egal in welcher gegend man in Deutschland lebt.
Ich meine, ich bin nach England mit absolut negativen Gefühlen gefahren und es wäre nur selbstverständlich gewesen, dass ich nur das Übel dort sehen würde. Wieso stach mir dann so krass ins Auge, dass die Kinder dort höflicher, sozialer sind? Warum? Zufall???

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Re: Meinte. lautesten Kinder und hilflosesten Mütter. 0t

Antwort von saulute am 16.09.2006, 14:06 Uhr

.

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wird eine erziehung besser,weil das kind danach nicht

Antwort von pittiplatsch80 am 16.09.2006, 14:29 Uhr

gestört ist???

was ist mit ethik und moral der eltern????

gibts sowas nicht?

schlagen/klappsen etc verhindert mein gesundes gefühl und meine verantwortung den menschen gegenüber..egal ob mein kind dadurch gestört werden würde oder nicht ...


lg pitti

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Re: saulute

Antwort von ny152 am 16.09.2006, 14:34 Uhr

stach mir dann so krass ins Auge, dass die Kinder dort höflicher, sozialer sind? Warum? Zufall???

ja, wenn du in einer sozial guten gegend wohnst, dann ist das ganz klar, dass du auf höfliche kinder triffst. wenn ich in meiner heimatstadt in das reichere viertel gehe um einzukaufen, treffe ich auf zauberhafte familien und gut erzogene kinder. gehe ich in den sozialen brennpunkt, erlebe ich in einer halben stunde das erzieherische chaos.

ich mag nicht eher glauben, dass es krasse unterschiede zwischen dem verhalten verschieden europäischer kinder gibt, bis mir eine glaubhafte studie das gegenteil beweist. bis dahin halte ich alles für subjektive wahrnehmungen, die gerade bei dir, saulute, erfahrungsgemäß immer anti-deutsch sind.

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Re: ny152

Antwort von saulute am 16.09.2006, 14:50 Uhr

Ich bin überhaupt nicht anti-deutsch. so ein Quatsch. Ich kann hier eine volle Seite mit Dingen schreiben, die ich in deutschland bewundere.
Aber wie schon in diesem Interview oben, was jau auch der Ausgangsposting war, gesagt wurde, ist die antiautoritäre Erziehung geschichtlich bedingt ein deutsches Phänomen.

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DANKE ny152 + pittplatsch80!!!

Antwort von krueml am 16.09.2006, 15:02 Uhr

Ihr sprecht mir aus dem Herzen... Ich dachte schon, ich bin die Einzige, die dieses autoritäre System nicht akzeptieren kann. :-)

Übrigens, ich bin als Deutsche in der Schweiz aufgewachsen und habe in verschiedenen Ländern (auch in Deutschland) gelebt. Ich kann sagen, dass es in JEDEM Land gut und schlecht erzogene Kinder gibt und dass Deutschland bei weitem nicht das Land mit der schlechtesten Erziehung ist (wenn man das überhaupt so verallgemeinern kann). Alles andere ist für mich Quatsch. :-)

Liebe Grüsse,
Chrissie

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Re:

Antwort von ny152 am 16.09.2006, 18:27 Uhr

antiautoritäre erziehung in der reinsten form gibt es doch heute gar nicht mehr, zumindest ist mir selber keine einzige familie bekannt, die sie praktiziert. die ae war in den 70-er jahren unter der 68-er generation verbreitet und hat sich nie durchgesetzt, ist kläglich gescheitert. heute propagiert man den goldenen mittelweg zwischen der strengen, autoritären und furchterzeugenden erziehung und der ae, die keine einzige grenze zieht und den kindern freiraum in allen bereichen gibt. für mich ist das der absolut korrekte weg, sich bei beiden das beste rauszupicken - also das respektverschaffen durch grenzen ziehen UND das ernstnehmen des kindes mit seinen bedürfnissen. das ist nicht leicht, keine frage. aber es verspricht meines erachtens die besten erziehungsergebnisse.

mit deiner anti-deutsch-einstellung meinte ich natürlich nur die auf dem gebiet erziehung. was du sonst über deutschland denkst, kann ich ja gar nicht wissen. mir fällt halt nur auf, dass du mit deutschen eltern und ihrer erziehung sehr hart und manchmal sehr einseitig ins gericht gehst. deine persönlichen beobachtungen mögen das rechtfertigen. nur ist es so leicht nicht und ich wehre mich gegen diese schwarz-weiß-malerei. dazu kenne ich einfach zu viele menschen, die ganz wunderbar erziehen und ganz wunderbare und höfliche kinder haben.

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Re: @krueml und auch an alle

Antwort von ny152 am 16.09.2006, 18:31 Uhr

die ganz kleinen sind viel sozialer als in Deutschland.


eben solche aussagen zweifel ich massiv an und halte sie für subjektive wahrnehmungen. sorry, aber das kann ich kein stück für bahre münze nehmen.

deine tochter verhält sich genauso wie meine söhne, obwohl ich bestimmt anders erziehe als du. also, so einfach ist es nicht -> streng und autoritär erziehen und schon hat man das liebste kind...

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Re: Hm......Einspruch *G*

Antwort von ny152 am 16.09.2006, 18:51 Uhr

jeder wird unterschreiben, dass die besten lehrer die sind, die freundlich sind und jedes kind mit seiner persönlichkeit ernst nehmen, die auf rumbrüllen und ohren langziehen verzichten, die aber trotzdem respekt bei den schülern genießen, guten und disziplinierten unterricht ermöglichen und als konsequent statt beliebig gelten.

genauso ist es auch bei der erziehung: nicht die autoritären eltern erzielen die besten ergebnisse, nicht die antiautoritären eltern, die alles mit ihren kindern ausdiskutieren - sondern die, die die gesamte bandbreite beherrschen von sinnvollem grenzen setzen bis zu sanftem eingehen auf das kind - und die genau wissen, in welcher situation sie sich welcher methode bedienen müssen.

deshalb hat bueb in vielen dingen nicht unrecht, vieles unterschreibe ich. aber eben längst nicht alles. ich bediene mich nur eines teils seines erziehungsstils - die nicht brauchbaren anteile lasse ich links liegen und hole sie mir von der anderen "partei".

was soll ich sagen? meine zwei kinder, die mit diesem stil konfrontiert werden, erweisen sich als vorzeigekinder. allein schon aus diesem grunde kann ich gar nicht anders, als diesen mittelweg für den einzig richtigen zu halten.

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Re: Hm......Einspruch *G*

Antwort von saulute am 16.09.2006, 19:12 Uhr

wenn du mit deinem erziehungsstil bis jetzt gut fährst, dann würde ich es auch weiter beibehalten, da hast du absolut Recht. Aber Kinder haben auch ein angeborenes verschieden lebhaft ausgeprägtes Temperament. Ich habe schon Kinder gesehen, die noch nie zurechtgewiesen werden mußten (wie meine Nichte ), nicht mal eine bemerkbare Trotzphase hatten, weil sie sehr ruhige kinder sind, bei anderen Kindern würde das nie funktionieren, und andersrum gibt es Kinder, die so einen streng durchstruktuirten Alltag brauchen, um nicht emotional aus dem Ruder zu geraten.
Ich fahre mit meiner Erziehungsmethode bis jetzt auch sehr gut, die zwar sehr viel freiheit meinem Kind erlaubt, aber bei Nichteinhaltung der Regeln strenge KOnsenquenzen mit sich zieht. Und ich muß meinem Kind nicht 10mal "nein" sagen. Sie ist trotzdem ein sehr ausgeglichenes, fröhliches und zärtliches Mädchen.
Ich denke, wenn man sein Erziehungsziel weiß, aber es dennoch durch diese Erziehung nicht erreicht, dann macht man etwas falsch und sollte vielleicht seinen Erziehungsstil überdenken. Wenn ein Kind nach dem 10 "nein" immer noch nicht aufhört, sollte man sich als Mutter fragen, warum.

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Re: Hm......Einspruch *G*

Antwort von ny152 am 16.09.2006, 19:38 Uhr

ich glaube, wir liegen gar nicht so weit auseinander... zumindest unterschreibe ich dein posting uneingeschränkt. das ist doch ein guter abschluss unserer kleinen diskussion.

schönen abend!

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