Rund um die Erziehung

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Geschrieben von saulute am 07.10.2006, 23:43 Uhr

Nochmal wegen der heutigen Erziehung

Also ich muß hier manchmal den Kopf schütteln, wie vorsichtig und hilflos die eltern die Erziehung ihrer Kinder betrachten.

Ich bin in Osteuropa aufgewachsen, wo die Knder geklapst (gebe auch zu, ist nicht die ideale Erziehungsweise), bestraft und angeschriien wurden. Nun wird jetzt behauptet, wenn heutige Kinder mit diesen MAßnahmen so erzogen werden, sind sie ihres Willens beraubt, haben kein Vertrauen zu ihren Eltern, emotional unsicher und überhaupt unglückliche Kinder.

Ich kenne sehr eng 8 meine Schulfreunde und auch andere familien, die genauso "hart" erzogen wurden. Was soll ich sagen, keiner von denen hat Persönlichkeitsstörungen, haben einen Ehrgeiz (der eine hat Doktor und unterrichtet an der Universität, die andere hat eine glänzende Bankkarriere hingelegt, endlose Beispiele), Einfühlingsvermögen,lieben über alles ihre eltern, lassen sie sogar zu HAuse pflegen, verkümmern vor Sorge, wenn sie krank werden, bezeichnen ihre KIndheit als glücklich und sagen selbst: "damals hat meine Mutter richtig gehandelt", haben ein sehr stabiles emotionales Wesen und eine sehr enge Beziehung zu den Eltern.

Also was soll da in der osteuropäischen Erziehung so schlechter gelaufen sein als in der heutigen deutsche Softerziehung? Wo sind die Unterschiede im Endergebnis? sind alle Ossis geistig geschädigt?

also beim besten Willen, ich glaube man kann den Bogen auch überbiegen, wenn man sein Kind schon nicht mal bestrafen darf.

Wie kommt es darauf, dass meine Mutter und ihre Schwester meine Oma zu Hause abwechselnd pflegen, obwohl sie es sich kaum wegen der Arbeit leisten können, weil sie den gedanken nicht ertragen können, sie ins seniorenheim abzugeben, und wenn sie krank wird, weinen, ihre Hände küssen, obwohl sie eine strenge Mutter war.

Wie kommt es dazu, dass die Nachbarin von meiner Mutter, die in meinem Alter und eine erfolgreiche karierre hat, heute noch mit einem Lachen sagt, ja damals, wenn ich was falsch gemacht habe, habe ich was auf die Nüsse bekommen, aber meine Mutter war meine beste Freundin, sie hat mich geliebt und verstanden, ich hatte eine sehr schöne Kindheit und Jugend. so ein warmes Verhältnis wie zwischen ihr und ihrer Mutter habe ich noch nie gesehen.

Also wo sind diese Gespenster von der autoritären Erziehung? wieso sind wir alle "geklapsten, bestraften und angeschrieen Kinder", aber auch mit erdrückend viel Liebe beschenkten Kinder so normal, glücklich und haben teilweise besseres Verhältnis zu unseren Eltern als in Deutschland?

 
27 Antworten:

Re: Nochmal wegen der heutigen Erziehung

Antwort von Mama Heike am 08.10.2006, 0:08 Uhr

Hallo Saulute,

du schreibst: "Das stimmt aber nicht, dass noch vor 2 generationen nur Väter bestraft haben und die Mütter nur getröstet. Also ich kenne Erziehungsmodelle, wo die Mutter die strafende war, die 100 jahre zurück liegen. Wurden dann diese kinder emotional unstabil groß?"

Ja, natürlich ist es eine Verallgemeinerung, aber es geht um die „allgemeine“ Mutterrolle (auch Vaterrolle) in Deutschland. Und die „Mutter“ ist in Deutschland seit einigen Jahren in der Zwickmühle. Die Mutter kennt hier traditionell nur ihre Mutterliebe (die an die Kinder als Liebesfähigkeit weitergegeben wurde). Und nun muss sie anscheinend den Part vom „Vater“ mit übernehmen, denn die Väter haben keine Lust mehr auf strenge Erziehung. (Oder wenn sie es haben, will das die Mutter nicht mehr.)
Die Gesellschaft ist auch wie eine Fahne im Wind: Mal ist es gut, wenn Mutter die Kinder hütet und nicht arbeitet, dann aber wieder auch nicht, nämlich dann, wenn das Kind überbehütet wurde und schlecht bei Pisa abschneidet oder kein Respekt vor Erwachsenen hat, dann doch lieber staatlich kontrollierte Fremdbetreuung.

In diesem Hick-Hack befinden wir uns hier in Deutschland. Und da ist aus meiner Sicht völlig verständlich, warum so viele Mütter gar nicht mehr wissen und einschätzen können, was gut für ihr Kind ist. Ihre eigene Mutter stand ja auch schon im Hick-Hack mitten drin.

Ein heutige Mutter will ihrem geliebten Kind nicht weh tun, aber doch eine gewisse Strenge walten lassen, damit ein geregeltes Familienleben möglich ist.

Ihr schlechtes Gewissen, ihre Unsicherheit (also fehlende Autorität) und die eingeschränkte Liebe (Ärgerlich schimpft sie mit dem kleinen Kind, wenn es immer wieder das Verbotene tut.) machen es richtig kompliziert. Und das bleibt nicht ohne Folgen für das Kind. Das Strafen allein ist es nicht.

Zu deinem jetzigen Posting: Ich kann nicht einschätzen wie in Litauen die Rollen in der Erziehung verteilt waren und sind, aber so lange einer das Kind bedingungslos liebt (vielleicht auch nur die Großmutter?), kann die Liebesfähigkeit weitergetragen werden. Wenn aber ein Kind keine aufrichtige Liebe erfahren hat, kann es auch sich selbst (als erwachsener Mensch) nicht lieben.
Die Folgen sind Sinnlosigkeit im Dasein. Ich weiß, das der Vergleich jetzt verdammt hinkt, aber die Selbstmordrat ist in Litauen europaweit am höchsten. Von strotzendem Selbstbewusstsein der Menschen zeugt das jedenfalls nicht, auch wenn die Zeiten hart sind.

Liebe Grüße
Heike

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Antwort von SusanneZ am 08.10.2006, 0:09 Uhr

Du hast dir die Antwort selbst gegeben: "aber auch mit erdrückend viel Liebe beschenkten Kinder". Das vergessen aber die meisten Eltern, da sie sich regelrecht selbst angegriffen vorkommen, wenn etwas nicht klappt wie sie wollen. Die Liebe als Ausgleich zur Härte kann entstandene Wunden in gewissen Maße heilen.

Ich kenne auch Kinder, von denen wurde immer nur verlangt, wozu aber einfach noch deren Reife gefehlt hat. Die Liebe wurde dabei regelrecht entzogen. Von denen kann man heute nicht sagen, dass sie glücklich sind.

Und du interpretierst etwas miss: Du darfst dein Kind bestrafen. Aber wieso sollte die Strafe nicht Hilfe zur Besserung sein? Wieso willst du dein Kind im Regen stehen lassen, anstatt ihm den Weg zu weisen?

Im übrigen, ich hatte häufig ohnmächtig unter dem Spruch meiner Eltern: "Ich sitze sowieso am längeren Hebel" zu leiden. Ich habe sie gehasst, habe rebelliert, habe stur nicht das getan, was sie wollten, bin bei Stubenarrest heimlich abgehauen, bin so früh ich konnte ausgezogen... und für ihren Erziehungsstil hasse ich sie heute noch. Dennoch habe ich inzwischen ein gutes Verhältnis zu ihnen.

Aber schon deshalb, weil ich es so gehasst habe und dieses shitgefühl kenne, habe ich den Anspruch an mich besser nachzudenken wie ich was sinnvoll regeln kann. Inzwischen verstehen meine Eltern auch in Teilbereichen, weshalb was nicht funktioniert hat. Aber dennoch ist es nun zu spät. Im übrigen merkt man mir es als Außenstehender auch nicht an, aber ich selbst weiß, wann es mir dreckig geht. Ich weiß es aber auch gut zu verstecken.

Und deinen Spruch: "...heutigen deutsche Softerziehung? ... sind alle Ossis geistig geschädigt?" hättest du dir auch schenken können. Du sprichst von Deutschland und gleichzeitig beziehst du dich nur auf die Ossis? Und wenn die Ossis wirklich geistig geschädigt sind, dann ja wohl nur wegen dem Erziehungseinfluss der Russen (unseren osteuropäischen Mitbürgern) :-))

LG

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Re: Nochmal wegen der heutigen Erziehung

Antwort von saulute am 08.10.2006, 1:09 Uhr

"Zu deinem jetzigen Posting: Ich kann nicht einschätzen wie in Litauen die Rollen in der Erziehung verteilt waren und sind, aber so lange einer das Kind bedingungslos liebt (vielleicht auch nur die Großmutter?), kann die Liebesfähigkeit weitergetragen werden. Wenn aber ein Kind keine aufrichtige Liebe erfahren hat, kann es auch sich selbst (als erwachsener Mensch) nicht lieben.
Die Folgen sind Sinnlosigkeit im Dasein. Ich weiß, das der Vergleich jetzt verdammt hinkt, aber die Selbstmordrat ist in Litauen europaweit am höchsten. Von strotzendem Selbstbewusstsein der Menschen zeugt das jedenfalls nicht, auch wenn die Zeiten hart sind. "


die rollen in einem Land wie in Litauen sind unterschiedlich verteilt: mal ist es der Vater, der straft, mal ist es die Mutter (wenn man bedenkt, dass Frauen in Litauen viel emnazipierter sind, als in Deutschland). wieso die Großmutter? eine strafe schließt keine Liebe aus. Selbst wenn das Kind bestraft wird, schließt es nicht die bedingungslose Leibe der Mutter aus. Ich glaube dein Modell überzeugt mich nicht ganz. wenn ich nur eine Mutter hätte, die mich zur Strafe dem Vater übergibt, und ide tat es, und danach tat sie es so, als ob der Vater der Buhhmann wäre, wäre diese Mutter für mich nicht glaubwürdig gewesen. Oder woher soll der Vater nun wissen, was das Kind angestellt hat, wenn er zu arbeiten hat? Von der Mutter? das finde ich schlimmer, als wenn die Mutter die >Mißtat sofort selbst bestraft.
Oder meinst du diese Art von Müttern, die Kindermädchen hatten, und ihr Kind dannzum Liebkosen nahmen, wenn es ihnen danach war?
Und wie ich schon sagte, selbst bestrafte Kinder haben mehr körperliche Liebe in Litauen erfahren, als so auf Distanz und straffrei erzogene Kinder in deutschland.eine Strafe bedeutet keinen Liebsentzug. Im Gegenteil: eine Strafe bedeutet ein Interesse an einem Kind.

nd zeig mir jetzt bitte eine Quelle, wo die Selbstmordrate in Litauen mit der Erziehung in Verbindung kommt?

Wir kenne eigentlich in Litauen eine sehr hohe Rate an Selbstmorden in -westeuropa, vor allem an Weihnachten, weil alte Menschen, nun nicht nur alte Menschen, dort sehr einsam sind, weil sie sozial sehr am abseits stehen.

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Alternativer Erziehungsansatz

Antwort von solelo am 08.10.2006, 2:24 Uhr

An alle, die an einem alternativen Erziehungsansatz interessiert sind:

www.unerzogen.de

Gruß
solelo

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Re: Nochmal wegen der heutigen Erziehung

Antwort von Leena am 08.10.2006, 11:34 Uhr

Ich kenne es aus meiner Familie auch nicht, dass die Mutter den Part "bedingungslose Liebe" und der Vater den Part "Erziehung und Strafen" übernommen hätte - auch nicht vor zwei oder drei Generationen.

Bei meinen Eltern war meine Mutter für "Liebe und Strafen" zuständig, mein Vater hat weniger offen seine Liebe gezeigt und seltener gestraft, aber es ist beides auch mal vorgekommen und war gewissermaßen "wertvoller" oder "wichtiger" als bei meiner Mutter.

Bei den Eltern meines Vaters war das "Erziehungsmodell" im Prinzip dasselbe wie bei meinen Eltern, bei den Eltern meiner Mutter war der Vater im Krieg gefallen, und meine Großmutter war alleine für "Liebe und Strafen" zuständig, und ihre Kinder hatten bis zum Tod meiner Großmutter eine sehr gute, innige Beziehung zu ihr.

Auch bei meinen Urgroßeltern war die Mutter für die Erziehung der Kinder in vollem Umfang zuständig, sie regelte den Alltag, zeigt Liebe - und schimpfte und bestrafte. Meine Urgroßmutter war übrigens gelernte Lehrerin/Erzieherin und hatte 8 Kinder, und nach allem, was mir meine Großeltern/Großtante erzählt haben, war sie eine absolut wunderbare Mutter.

Ich kann aus meiner familiären Erfahrung heraus jedenfalls nicht bestätigen, dass früher die Mutter ausschließlich für die "bedingungslose Liebe" und der Vater für die "Strafen" zuständig gewesen wäre. Von daher glaube ich auch nicht, dass die heutige "Unsicherheit" daher resultiert, dass der Vater "nicht mehr den Buh-Mann" spielen möchte/darf und die Kinder mit der liebenden und strafenden Mutter nicht zurecht kämen. Ich persönlich fände es auch eher iritierend, wenn ich weiß, ich habe Mist gemacht, und von meiner Mutter käme keine entsprechende Reaktion, sondern nur "bedingungslose Liebe". Mit einer Mutter, die immer nur Liebe zeigt und nie negative Empfindungen, käme ich persönlich nicht zurecht, weil ich es einerseits "unehrlich" fände, irgendwie "unecht", welche Mutter ärgert sich schließlich nie über ihr Kind?, und zum anderen würde es bei mir zu Verunsicherung führen - darf ich wütend sein, wenn meine Mutter es schafft, immer nur zu lieben? Nein, mit so einer Aufteilung der Erziehungsrollen als "liebende Mutter-strafender Vater" käme ich definitiv weder als Elternteil noch als Kind zurecht. Und ich glaube auch nicht, dass dieses Rollenmodell früher in der Gesellschaft allgemein praktiziert wurde, nach allem, was ich bisher an historischem Kontext zum Thema Kindererziehung mitbekommen habe.

Wir selbst haben übrigens drei Kinder, und da ich meistens im Alltag die meiste Zeit alleine mit ihnen verbringe, bin ich auch diejenige, die nicht nur liebt, sondern auch schimpft. Und trotzdem glaube ich nicht, dass unsere Kinder darunter leiden. Wenn ich schimpfe, dann nehme ich meine Kinder danach in den Arm und tröste sie und ich glaube, sie begreifen alle, dass ich sie auch liebe, wenn sie den größten Bockmist verzapft haben, aber trotzdem schimpfe ich über den Bockmist! Und sie lassen sich in so einer Situation auch alle von mir trösten... sie mögen es alle nicht, wenn ich schimpfe, aber wenn ich sie danach tröste, ist es auch "wieder gut" - wenn das Schimpfen durch ist, ist es nicht schlimm, wie mein ältester Nachwuchs letztens sagte.

Ich glaube, auch ein kleines Kind kann verstehen, dass man es bedingungslos lieben kann und trotzdem schimpft, weil man manche Handlungen nicht akzeptieren kann. Ging mir zumindest so... und ich fühle mich nicht übermäßig emotional unsicher!


P.S.: Wegen des Beispiels mit der DVD unten, wenn das Kind tobt, weil man nach einer DVD den Fernseher ausmacht - bei uns wird vorher angesagt, wie lange wer fernsehen darf, und danach ist Fernsehen vorbei und wird abgeschaltet. Natürlich führt dies zu gewissen Frustrationen seitens der Kinder - aber ich finde es auch wichtig, dass auch Kinder lernen, mit Frustration umzugehen, statt diesen Gefühlen "auszuweichen" bzw. abgelenkt zu werden. Eine gewisse Konsequenz gehört bei mir zur Erziehung dazu. Wobei es sicherlich auch auf das jeweilige Kind ankommt - mein ältestes Kind wird sehr mühsam, wenn man es in solchen Situationen mit Ablenkung versucht, war schon immer so - also lasse ich es lieber kurz empört sein, das hält wesentlich weniger lange vor und dann ist das Thema durch. Mein zweiter Kind lässt sich dagegen sehr gut ablenken, und einmal sehr liebevoll knuddeln, und dann ist auch da das Thema durch. Wie Kind Nr. 3 wird, müssen wir noch abwarten, momentan tendiert es eher in Richtung Kind Nr. 1, aber es ist ja auch erst ein Jahr alt... also abwarten.

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saulute: guckst du hier

Antwort von ny152 am 08.10.2006, 11:58 Uhr

http://www.aerztewoche.at/viewArticleDetails.do;jsessionid=F555DCDF3B8EE7391DAFA70AF620D2AA?articleId=5091

ich finde nicht, dass das nicht besonders ermutigend klingt. du kannst das nun auf die schlechte wirtschaft schieben, aber das männerbild scheint mir dort doch sehr hart zu sein: keine schwäche zeigen, keine weiblichen züge annehmen, keine tränen, jungen weinen nicht, harte hand, harte erziehung, so hört sich das für mich an. ich war noch nie dort, aber es scheint, als laufe schon in der erziehung vieles nicht optimal.

das ist mein persönlicher eindruck, auch wenn ich einblick nehme in die familien der russlanddeutschen, zu denen ich beruflich kontakt habe. oft sind dort liebenswerte mütter vorhanden, meist aber auch unsichere und emotionslose väter, oft ein harter und konservativer erziehungston. nachahmenswert erscheint mir diese art des familiären zusammenlebens nicht.

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????

Antwort von bine75 am 08.10.2006, 12:30 Uhr

Aaaalso: es gibt Studien, die beweisen, dass Väter immer mehr ihrer Rolle gerecht werden,nämlich nicht als die des Strafenden (Warte bis der Papa nach Hause kommt), sondern, der der sein Kind genauso liebevoll erzieht.


2. Liebe Susanne, in Büchern, im Internet, in Filmen oder was weiß ich, wo Du Dein Wissen, was ja theoretisch klasse ist, hernimmst, schaut es alles toll aus.
ABER im reellen Leben kann man als Eltern nicht immer so handeln, wie es in den Büchern oder sonst wo steht. Da geht es einem selbst nicht gut, man ist mit seiner Weisheit am Ende (siehe Phi) oder sonstige Einflüsse, die Dein Leben nicht immer toll erscheinen lassen.
Sorry, ich will Dich nicht angreifen, aber bekomm erst selbst ein eigenen Kind und Du wirst sehen, dass es in der Theorie sich toll anhört, aber man nicht immer so handeln kann.

Wie reagierst Du, wenn Du 10 Nächte hinter Dir hats, in denen Du 3 Stunden geschlafen hast, aber nicht am Stück, in denen Du und Dein Kind am Ende seid???

Oder wenn Dein Kind zum 100. Mal Mist gebaut hat und nicht realisiert, dass es bestimmte Dinge nicht soll, Du deswegen angegriffen wirst, alles wieder richtig biegen musst.

Ich hab mir auch vorgenommen, meinKind nicht anzumosern, aber wenn es mich zum 10 x in zwei Stunden auf dem Bett holt und ich alles versucht habe (Am Bett sitzen bleiben, singen, kuscheln, Essen trinken, Windeln wechseln) und ich einfach nicht weiß, was los ist, mir Schlaf fehlt, dann moser ich mein Kind schon an, auch wenn es mit danach leid tut.

Also, bitte, Deine Ratschläge sind gut, klasse und auch Anregungen, aber die Realität sieht oftmals einfach anders aus.

@Saulute: ich seh das ähnlich wie Du, wir sind auch bestraft worden, und ich liebe meine Eltern innig und habe keine Persönlichkeitsprobleme. Bestrafung gehört zum Leben dazu, es sind Konsequenzen auf mein Leben, sie begleiten mich immer wieder.
Schlagen ist sicherlich keine Lösung, aber Hausarrest oder TV-Verbote schaden nicht.

LG Bine

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Re: susanneZ

Antwort von saulute am 08.10.2006, 13:37 Uhr

"Wieso willst du dein Kind im Regen stehen lassen, anstatt ihm den Weg zu weisen?"

Ich komme twas schwer mit deiner leeren blumigen Ausdrucksweise. Wer sagt, dass ich nach der Strafe meinem Kind nicht den richtigen Weg weisen will? Wieso kannst strafen und lenken nicht vereinbaren? Srafen sind die Mittel des Lenkens und Leitens, wenn das Kind nicht freiwillig etwas machen will, was sehr wichtig ist.

Und ich weiß nicht, warum du unter Ossis nur Ostdeutsche verstehst (ist mir ein Rätsel) aber damit meinte ich alle Osteuropäer?

"Und wenn die Ossis wirklich geistig geschädigt sind, dann ja wohl nur wegen dem Erziehungseinfluss der Russen "

Was wolltest du damit sagen? Das zeugt nicht gerade von einem hohen Bildungsstand? Sind die Russen für dich Monster, wie es in eurer kleinen Welt wahrscheinlich in eure kleinen Köpfe propagiert wurde oder kennst du dich besonders gut mit der russischen Kindererziehung aus (von der übrigens sich auch deutsche eine Scheibe abschneiden könnten)?

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Re: Danke, Leena, für diese Posting. oT

Antwort von saulute am 08.10.2006, 13:44 Uhr

.

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Re: saulute: guckst du hier

Antwort von saulute am 08.10.2006, 13:52 Uhr

Jaa, und was wolltest du mir dem Link sagen? *verwundertguck*

Das Männerbild ist teilweise genauso in Deutschland, und dass zunehmend weichere Männer hier gibt, liegt es weniger an der Erziehung sondern an der geschichtlich bedingten Emanzipation. Ausserdem nur weil Kinder in bestimmten Vrerhaltensrollen der Geschlechter erzogen werden, bedeutet noch lange nicht, dass sie lieblos und emotionallos erzogen werden.

Sicher gibt es auch schlechte Familien, wie dein Beispiel mit russlandsdeutschen (die für mich keine Russen sind), ich sage ja nicht, dass alle in Osteuropa perfekte Erziheer sind. Ich wollte nur sagen, dass anscheinend dieser etwas "härterer", aber auch sehr liebevolle erziheungsstil, keine Persönlichkeitsschäden hinterlassen hat. Im Gegenteil, ich habe das Gefühl, dass die osteuropäer emotional viel stabiler und sicherer sind.

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Re:bine75

Antwort von saulute am 08.10.2006, 13:56 Uhr

Wie? susannez hat kein Kind? Das würde natürlich einiges erklären.

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Re: Ossis und Wessis

Antwort von Leena am 08.10.2006, 14:10 Uhr

Hallo Saulute,

sorry für meine Einmischung, aber "Ossi" und "Wessi" sind im (zumindest derzeitigen) allgemeinen deutschen Sprachgebrauch ausschließlich die Abkürzungen für "Ostdeutsche", also ehemalige Bürger der ehemaligen DDR, und "Westdeutsche", das sind quasi "feststehende Begriffe".

Für "Osteuropäer" würde man daher eigentlich niemals "Ossis" sagen, weil das eben nur die "Ostdeutschen" sind.

Offenbar hast Du den Begriff "Ossi" anders gemeint und verwendet - aber deshalb vermutlich Susannes Reaktion, die nun Du wiederum nicht verstehst...

LG, Leena

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Re: saulute: guckst du hier

Antwort von ny152 am 08.10.2006, 15:53 Uhr

Jaa, und was wolltest du mir dem Link sagen? *verwundertguck*

hattest du nicht um eine quelle für die behauptung gebeten, die selbstmordrate in litauen sei so hoch? das war der grund für den link.



Ausserdem nur weil Kinder in bestimmten Vrerhaltensrollen der Geschlechter erzogen werden, bedeutet noch lange nicht, dass sie lieblos und emotionallos erzogen werden.



da gebe ich dir recht.




russlandsdeutschen (die für mich keine Russen sind)

tja, und deutsche sind sie auch nicht. das ist das problem. leben zwischen zwei kulturen... ein anderes thema.



Im Gegenteil, ich habe das Gefühl, dass die osteuropäer emotional viel stabiler und sicherer sind.


genau, das ist dein gefühl. aufgrund subjektiver erfahrungen entstanden. das ist ok. mein gefühl ist, dass osteuropäer unstabiler sind.

unterm strich wird es wohl so sein, dass keine gesellschaft besser oder schlechter erzieht. du findest hier zahlreiche emotional stabile erwachsene menschen mit tollen erzieherischen leistungen, die findest du auch in osteuropa. ebenso findest du das chaos in osteuropa vor, das du so gerne als typisch deutsch kritisierst.


ich wehre mich immer nur gegen stereotypen:

deutsche erziehung schlecht - deutsche eltern-kind-beziehung belastet - lasche deutsche erziehung schuld.

harte aber herzliche erziehung das non plus ultra, macht tolle, stabile menschen, wird in vielen europäischen ländern angewandt und die haben alle tolle kinder.


nein, so leicht ist das nicht. ich behaupte, dass die harte erziehung ein hohes risiko trägt, im erwachsenenalter unter seelischen problemen zu leiden. das muss nicht so sein, dazu spielen noch zu viele andere faktoren eine rolle. aber das risiko ist für mich höher, als wenn ein mensch frei von körperlicher und seelischer gewalt und stattdessen mit respekt erzogen wird.

aber um wirklich zu verdeutlichen, was das heißt, müsste man ins detail gehen, verschiedene erziehungsmethoden vergleichen usw. das wäre eine aufgabe für eine wissenschaftliche arbeit. so ein nettes internet-forum kommt da nicht weit.

und noch mal: das ist meine persönliche meinung. ich kann das also nicht ad hoc mit quellen, statistiken usw. beweisen.

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Re: saulute: guckst du hier

Antwort von ny152 am 08.10.2006, 16:08 Uhr

sorry, hab gerade gesehen, dass du nicht um eine quelle batst für die selbstmordrate, sondern um eine quelle für die verbindung zur erziehung. da hatte ich nicht richtig gelesen, tut mir leid.

grundsätzlich aber zweifelt wohl keiner daran, dass jeder selbstmord eine geschichte hat, die bis in die kindheit zurückreicht. du wirst vermutlich nicht sehr viele selbstmörder finden, die in ihrer kindheit unter liebevollen und stabilen bedingungen aufgewachsen sind. denn das führt ja immer dazu, dass man im erwachsenenalter selbstbewusster, stärker ist und mit den problemen, die das leben mit sich bringt, deutlich besser umgehen kann, als jemand, der in seiner kindheit unter der erziehung der eltern litt.

allgemeine einschätzung von mir nur aufgrund von lebenserfahrung.

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Sehr gut!

Antwort von Frosch am 08.10.2006, 16:47 Uhr

Hallo!

Leena, ich finde Dein Posting schön!

"Kuschelpädagogik" kann nicht immer das richtige sein. Und als Mutter ist man auch ein Mensch, und das dürfen Kinder ruhig mitbekommen. Man sollte nicht ausflippen, klar, aber das Kind soll merken, wenn es Mist gebaut hat.
Ich handhabe es wie meine Mutter: WENN es mal eine Situation mit Streit gibt oder Schimpfen, ist das halt so, das kann passieren. ABER: Wenn sich die Wogen geglättet haben, darüber kurz sprechen, sagen, daß man das Kind lieb hat. Egal was ist, nicht nachtragend sein!

LG Antje

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stimmt

Antwort von ny152 am 08.10.2006, 17:08 Uhr

ich schimpfe auch. und mein kind weiß das einzuordnen.

ich selber habe als kind allerdings erziehungsmethoden erlebt, die mein selbstbewusstsein und meine persönlichkeit angekratzt haben. ich musste im erwachsenenalter viel zeit und mühen investieren, das auszugleichen. vielleicht reagiere ich deshalb so allergisch auf die "gute, alte erziehung", die ja uns allen nicht geschadet hat.

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Re: susanneZ

Antwort von SusanneZ am 08.10.2006, 17:28 Uhr

"Wieso kannst strafen und lenken nicht vereinbaren? Srafen sind die Mittel des Lenkens und Leitens, wenn das Kind nicht freiwillig etwas machen will, was sehr wichtig ist."

Genau, ich wüsste nicht, dass ich was anderes geschrieben habe. Ich habe lediglich ausgedrückt, dass die Strafe zum Fehlverhalten passen muss, um lenken und leiten zu können. Alles andere wäre Hebelfunktion ;-)

"Was wolltest du damit sagen? Das zeugt nicht gerade von einem hohen Bildungsstand? Sind die Russen für dich Monster, wie es in eurer kleinen Welt wahrscheinlich in eure kleinen Köpfe propagiert wurde oder kennst du dich besonders gut mit der russischen Kindererziehung aus (von der übrigens sich auch deutsche eine Scheibe abschneiden könnten)?"

Sorry, aber das Wort "Ossi" ist wie Leena schon sagte im Deutschen eindeutig das Wort für "Ostdeutsche". Was ich mit "Russen" meine, dürfte nun klar sein. Vielleicht konnte ich nun deine kleine Welt in deinem kleinen Kopf ein wenig erweitern. Falls der letzte Satz dich jetzt aufregt: Ich habe nur deine Worte benutzt.

LG

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Re: ????

Antwort von SusanneZ am 08.10.2006, 17:46 Uhr

"2. Liebe Susanne, in Büchern, im Internet, in Filmen oder was weiß ich, wo Du Dein Wissen, was ja theoretisch klasse ist, hernimmst, schaut es alles toll aus.
ABER im reellen Leben kann man als Eltern nicht immer so handeln, wie es in den Büchern oder sonst wo steht. Da geht es einem selbst nicht gut, man ist mit seiner Weisheit am Ende (siehe Phi) oder sonstige Einflüsse, die Dein Leben nicht immer toll erscheinen lassen.
Sorry, ich will Dich nicht angreifen, aber bekomm erst selbst ein eigenen Kind und Du wirst sehen, dass es in der Theorie sich toll anhört, aber man nicht immer so handeln kann."

Schade, dass immer gleich gedacht wird, dass ich mich für unfehlbar halte. Es geht mir um den Ansatz und da bin ich eindeutig der Meinung, dass dieser wesentlich besser ist als die harte, rücksichtslose Tour. Dass nicht jeder Tag gleich ist, dass man Regeln und Grenzen setzen sowie durchsetzen muss - alles klar, gar kein Streitpunkt. Die Frage besteht nur darin, mit welchem Ansatzpunkt möchte man dies kommunizieren. Meinen habe ich vorgestellt. Den, mit dem ich erzogen wurde (die harte Tour), werde ich auf keinen Fall nehmen, denn den kenn ich schon persönlich... Und ein bissel mitdenken gehört zum Erziehen dazu. Ich habe das bisher immer gemacht, wenn ich Kinder betreut habe und es hat im Durchschnitt aller Tage sowie im Resultat sehr gut geklappt.

Wer meint, dass Erziehung nicht im Ansatz stimmen sollte oder mein Ansatz Fehl am Platz ist, der lässt es einfach. Wie schon mehrfach gesagt: Lesen ist hier keine Pflicht!

LG

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Re: ny152

Antwort von saulute am 08.10.2006, 18:33 Uhr

DEr HAuptgrund für die hoehe Selbstmordrate ist alkohol und nicht die Erziehung. Denn Alkohol macht abhängig, deperessiv und zerstört die Gehirnzellen. Alkohol, weil Arbeitslosigkeit uns Aussichtslosigkeit auf dem LAnd. Wenn man die Selbstmorde in die Schuhe der Erziehung schieben würde, wieso gab es keine hohe Selbstmordrate zu den Zeiten des sozialismus.

Glaub mir, wenn die deutschen penner keine staatliche Unterstützung bekommen haben, würde die Selbtsmordrate ganz schön hoch in Deutschland auch sein.

Und ja, ich bin immer noch der Meinung, dass wir stabilere FAmilienbanden haben und daher auch selbst emotional stabiler sind, denn nur die Familie kann eine sichere emotionale Stütze geben.

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Großer Bockmist ...

Antwort von raphael04 am 08.10.2006, 22:48 Uhr

Hallo,

ja, habe ich auch hinter mir (so etwa die ersten 6 Monate). Kind schreit, Eltern haben wenig bis gar keinen Schlaf ... Kind wurde ebenfalls auch mal angemosert.
ABER: ich und mein Mann waren trotz unseres hohen Alters ;-) einfach unerfahren und unsicher. Heute würde ich anders handeln und WEISS!, daß wenn Fehler gemacht wurden, die bei uns lagen!
Und wenn mein Kind nach 100 mal Ermahnen immer noch den gleichen Mist macht, dann IST die Erziehung schon irgendwie auf der falschen Spur.

LG ... Marion, die von ihrer besten Freundin auch immer wieder gesagt bekommt, daß die Kinder in der Ex-DDR auch alle keinen Schaden von der etwas rigorosen Erziehung genommen haben, aber nicht darüber hinwegkommt, daß ihre Mama (Lehrerin) sie oft zur Strafe in den Kohlenkeller gesperrt hat *kopfschüttel*

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@saulute

Antwort von Mama Heike am 09.10.2006, 23:30 Uhr

Hallo Saulute,

wie ich schon schrieb, Bestrafen alleine ist nicht die Ursache für die heutigen "Problemkinder".

Ich wiederhole mich nochmal: Das schlechte Gewissen der Mutter, ihre Unsicherheit (also fehlende Autorität) und die eingeschränkte Liebe machen es heute in der Erziehung so kompliziert. Und das bleibt nicht ohne Folgen für die Kinder.

Du schreibst: "Und wie ich schon sagte, selbst bestrafte Kinder haben mehr körperliche Liebe in Litauen erfahren, als so auf Distanz und straffrei erzogene Kinder in deutschland." Damit triffst du ihm Kern die gleiche Aussage.

Wenn du bestrafst, ohne dass du hinterher ein schlechtes Gewissen hast, ohne dich unsicher zu fühlen und weil du dein Kind aufrichtigs liebst, dann wirst du dein Kind immer so bestrafen, dass es hinter her nicht weint und wütend auf dich ist, sondern nur das Nötige lernt.

Genau das ist es, was ich hier versuche, begreiflich zu machen. Und wenn du so mit deinem Kind umgehst, habt ihr sicherlich ein sehr vertrauensvolles Verhältnis zueinander.

Liebe Grüße
Heike

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Ach so, noch was vergessen...

Antwort von Mama Heike am 09.10.2006, 23:58 Uhr

Natürlich gibt es keine Statistik zur Selbstmordrate, die die Ursachen gleich mitliefert.

Erschreckend für mich war nur, dass in Deutschland die Häufigkeit der Suizidversuche unter Jugendlichen drastisch zugenommen hat. Und dabei sind nicht einmal alle erfasst.

Wenn sich jemand umbringt oder umbringen will, dann sieht er keinen Sinn in seinem Leben. Für diese Erkenntnis brauche ich keinen wissenschaftlichen Bericht.

Ein schleichender Suizid ist auch der Konsum von Drogen und Alkohol, der auch unter den Jugendlichen zunimmt. (Und das Nationalgetränk in Russland ist nicht Orangensaft. Und diese Probleme hat das Land nicht erst seit 20 Jahren.)

Ich mache mir (wie wahrscheinlich jede Mutter) Sorgen um die Zukunft meiner Kinder. Werden sie ihr Leben lebenswert finden oder werfen sie es weg? Und der Schlüssel dafür liegt in der Kindheit und dafür gibt es genügend wissenschaftliche Quellen.

Liebe Grüße
Heike

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Re: ny152

Antwort von ny152 am 10.10.2006, 13:40 Uhr

versteh dich schon. aber wer wird denn alkoholabhängig? doch nur emotional unstabile menschen, menschen, die nicht stark genug sind, einer sucht zu widerstehen. oder etwa nicht?

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Re: ny152

Antwort von saulute am 10.10.2006, 14:22 Uhr

das würde ich so nicht stehen lassen. Geschchtlich sieht es anders auch. Man kann nicht alles auf die Erziehung schieben. Als die Gutsherren in Russland im 19. Jh. die BAuern nur noch mit wodka bezahlte, da der Zar angefangen hatte Wodka zu brauen, da brach auch großer alkoholismus über das LAnd, hat aber bestimmt nichts mit der Erziehung zu tun. Man kann auch einen emotional stabilen Menschen mit absoluter langandauernden Hoffnungslosigkeit brechen.

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Re: @Mama Heike

Antwort von saulute am 11.10.2006, 0:20 Uhr

Ja, dann sind wir anscheinend einer meinung. ich habe auch sehr gut dein Modell von der Erziehung vor mehreren Generationen verstanden, auch wenn es nicht immer der Fall war. tatsächlich war das so und ist immer noch, dass egal wie ein Kind bestraft wird oder nicht, er braucht innerhalb und ausserhalb dieser strafe eine stabile emotionale Stütze, die ihn glauben läßt und bestärkt, dass diese strafe richtig war. eine stabile emotional warme Stütze kann nur gewährleistet werden, wenn die Mutter nicht ständig von zweifeln und Unsicherheiten geplagt ist, ob sie gerade das richtige tut mit dem Kind, sich nicht von verschiedenen Erziehungsbüchern in die Irre leiten läßt, um am Ende doch mit nichts da zu stehen, sondern rein auch beim bestrafen aus Intuition und Liebe zu ihrem Kind handelt.

Ich denke, wenn ein kind bestraft wurde, spürt aber bei diesem Prozess welche emotionale sicherheit, Stärke, ruhe und trotzdem natürliche Liebe die Mutter ausstrahlt und vermittelt, ist das Kind nach dieser strafe und einer tränenfeuchten Versöhnung trotzdem ein glückliches Kind. Die Versöhnung und die unerschütterliche Liebe der Mutter danach ist das wichtigste dabei überhaupt.

Meine Tochter hat sehr viele Freiheiten und sehr wenig Regeln, allerdings, die die sie hat, hat sie zu befolgen, aus ihrer sicherheit und auch aus meinem zufriedenen lebensgefühl (denn nicht ist schlimmer für ein Kind, wie eine ständig frustrierte Mutter). Und beim nicht Befolgen dieser Regeln kommt dann eine Konsequenz - eine strafe.

Ich merke aber, dass nach der vollzogenen strafe (jetzt aber nicht schlagen oder in den keller versperren denken) und der Versöhnung, die sehr warm und körperbetont verläuft, meine tochter viel ausgeglichener und zufriedener wirkt.

Und ja, sie vertraut mir sehr und zeigt mit ihren zarten 2 jahren sehr viel Liebe: sie kommt morgens in mein Bett und streichelt erstmal mehrmals über mein Gesicht und sagt Mama dabei. Da bin ich der glücklichste Mensch auf der Welt!

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@saulute - das ist echt mal interessant!!

Antwort von wassermann63 am 11.10.2006, 11:14 Uhr

Die Wodka-Geschichte meine ich. Mir ist tatsächlich aufgefallen, dass das Verhältnis der - ich nenn sie jetzt einfach mal alle - Russen zum Wodka ein ganz "natürliches" ist. Die trinken den offensichtlich so wie der Italiener den WEin zum Essen und die Deutschen das Bier allein. Nur ist es mit dem Wodka halt so eine Sache: der Alkgehalt ist einfach xmal höher.

Dass der Ursprung bzw. die Ursache für den anscheinend weit verbreiteten Alkoholismus in den Ex-Sowjetunion noch auf den Zar zurückreicht, ist wirklich erstaunlich und interessant. Ich dachte, es sei die fehlende Sonne ganz tief im Norden, aufgrund derer die Leute eher melancholisch sind und zur Flasche greifen.

ABer nein, es ist ganz einfach eine traditionsreiche Angewohnheit.

Echt hart.

Da sieht man mal wieder, wieviele falsche Vorurteile man haben kann, wenn man manche Dinge einfach nicht weiß oder gesehen hat.


LG
JAcky

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Re: @saulute - das ist echt mal interessant!!

Antwort von saulute am 12.10.2006, 1:55 Uhr

Ja, du hast natürlich recht. Wir (auch Litauer haben zwangsweise diesen Habitus von russen durch die jahrhunderte lange Versklavung übernommen) haben genauso so ein natürliches Verhältnis zu Wodka, wie die Französen oder Italiener zum Wein.

In normalen Familien wird Wodka wie Wein konsumiert, aber in geringeren Mengen, Klima hat da auch ihre nicht unbedeutenden Gründe. Es kann schon vorkommen, dass nach einem Essen sich eine Familie sich jeweils 4 cl wodka als Verdauungshilfe genehmigt. Genauso werden alle Feste oder Restaurantbesuche nur mit Wodka begleitet. Das bedeutet aber, wenn ein DEutscher dann 5 liter Bier trinkt, um in Stimmung zu kommen, trinken wir dann entsprechend wenigere menge Wodka. Ausserdem Wodkatrinken muß auch gelernt werden. Es passiert bei uns nicht so, dass man wie in Deutschland sich an einem Tresen stellt, und einfach sein bier reinkippt,oder sie bei eir party, dass jeder einfach für sich trinkt, sondern es wird gesellig gestaltet. MAn sitzt zusammen, ißt sehr ausreichend, das Austrinken des Glases wird angekündigt mit irgendeinem Tost oder Ansage, wird viel dazu getanzt und wodka wird viel mit Wasser gemischt, so dass im Grunde genommen kein wildes Saufen stattfindet, sondern ein gesseliges Zusammensein.

Kann sein, dass wir auch trinkfester sind. Und natürlich gibt es ausreichend Alkoholiker, deren tägliches Brot Wodka ist. Aber Wodka ist bei uns absolut gesselschaftsfähig und die Kunst des Konsumierens muß gelernt sein;-)

Und wenn ich erhlich bin, ich hatte selten kater von Wodka, aber vom Wein. ;-)

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