Rund um die Erziehung

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Geschrieben von mermaid2005 am 01.10.2007, 20:55 Uhr

Das Wörtchen nicht meiden + Grenzen

Ich habe schon oft gehört, dass es sinnvoll ist, das Wörtchen "nicht" zu meiden und alles möglichst positiv zu formulieren. Nicht nur bei Kindern, aber speziell um meine 14monatige Tochter geht es gerade hier natürlich.

Immer wieder stosse ich auf Situationen in denen mir (besonders ad hoc) keine positive Formulierung einfällt!

Wenn sie ein anderes Kind haut, klar, dann sage ich: "Mach zart" oder "Mach ei"
Wenn sie aber, wie heute, nach mir haut, weil ich ihr zuvor gesagt habe:"Das Essen gehört auf den Teller oder in den Mund" und ihr dabei versuche in die Augen zu schauen...Was sage ich denn dann???
"Mach ei/zart" ist ja unangebracht, schliesslich ist sie ja ärgerlich auf mich...Was sage ich ir und welche Verhaltensalternative kann ich ihr verbal anbieten?

Oder wenn sie Klamotten in die laufende Dusche/die Toilette werfen will...
Spontan fällt mir immer nur: "Nicht..."ein

Ausserdem, also meine Tochter ist, sagen wir mal, sehr anspruchsvoll und äusserst willensstark. Natürlich bekomme ich nun immer öfter zu hören, dass ich gerade ihr klare Grenzen zu setzen habe.
Mmh...bis jetzt gab es aber einfach kaum Dinge, die sie nicht hätte tun dürfen oder können, da wir ihr Umfeld dementsprechend angepasst haben. Und was nicht ging wurde ihr nett, liebevoll und mit Geduld selbstverständlich oftmals auch mehrmals gesagt. (Natürlich habe ich auch schon mal die Geduld verloren, bin ja auch nur ein Mensch, mich aber dann immer entschuldigt)
Bin ich da zu blauäugig???? Muss man "klare Grenzen" denn immer schimpfen???
Ist Vermeidung für euch gleichgestellt mit grenzenlos-dann lernen sie`s nie???
Ich denke, es gibt immer noch genug Situationen in denen man natürlich konsequent Grenzen setzt....
Und es gibt auch immer wieder Dinge die ich erst beim zweiten mal als ok oder nicht ok ansehe, weil ich sie einfach nochmal überdacht habe...Aber das sehe ich trotzdem nicht als Inkonsequenz an. Das wäre für mich heute darf sie's, morgen nicht, übermorgen vielleicht doch...

Wie seht ihr das?


Danke für eure Antworten
LG mermaid

 
5 Antworten:

Re: Das Wörtchen

Antwort von SusanneZ am 01.10.2007, 21:15 Uhr

Ich finde du machst das richtig so.

Eben, es gibt tausende natürliche Grenzen. Und ein Kind, dass kaum von seinem Willen selbst wegkommt, braucht keine extra Grenzen an denen es verzweifelt - es braucht Ablenkung und Geduld. Ansonsten bekommst du höchstens ein stures Böckchen, das mit dem Kopf durch die Wand will.

In der laufenden Dusche, kannst sicher auch einfach "Stopp" sagen. Kurz erklären und dann ablenken. Wenn du die Situation aber schon kennst, dann vermeide sie doch.

Es ist denke ich auch nicht nötig alles! positiv zu formulieren. Was direkt verhindert werden muss, kann auch nur mit einer schnellen, klaren Ansage verhindert werden. Möchte das Kind allerdings ein Eis essen und ihr habt keins im Haus, sieht es natürlich schon wieder anders aus. Dann kannst du sagen "nein, wir haben keins da" und das Gebrüll geht wahrscheinlich los. Oder du sagst "ja, wenn wir heute Nachmittag einkaufen gehen." nur als Beispiel.

LG

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Re: Das Wörtchen

Antwort von Fröschli am 01.10.2007, 21:37 Uhr

Hallo!

Das "nicht" weglassen ist schwer, aber geht.
Beim Essen, vielleicht schon vorher sagen, wenn du fertig bist mit dem Essen, dann stellen wir es weg. Also erst das Essen gehört auf den Teller oder in den Mund und dazu, wenn du satt bist stellen wir es weg- und das dann auch machen.

Dusche: Die Sachen gehören doch in den SChrank, Wäschekorb,...

Straße: Wir laufen auf dem Gehweg.

Das nur Gewohnheit. Die Nicht-Sätze verschwinden irgendwann von allein- so wars zumindest bei mir.

Man muss Regeln/Grenzen nicht schimpfen, sie kommen auch ohne an.

LG
Becky

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Re: Das Wörtchen

Antwort von mimadot am 02.10.2007, 1:50 Uhr

Hi,
...achtung!!,die Sachen werden ja nass...tu die lieber in den Korb

...bist Du satt?dann kannst du das Essen aufhören.../nicht satt?dann lass das Essen auf dem Teller

...Vorsicht!Das geht kaputt,stells lieber wieder hin

..komm an die Hand (statt Nicht auf die Strasse)

...sei bitte mal leise (statt NICHT so laut)

..bitte bleib hier (statt geh nicht darüber!)

ich möcht mich anschließen,die Nicht-sätze verschwinden von allein wenn man mal drauf geachtet hat.Und es hilft am anfang wenn man einfach sagt,was man vom Kind möchte,also immer das Gegenteil vom NICHT-Satz formulieren und wenn man eine schnelle Reaktion braucht hilft ein "Achtung!!" "Stop!!" oder "Vorsicht!!" damit dea Kind innerhält und auf den Rest des satzes hört--bei mir gings zumindest so.
gruß Mima

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Re: Das Wörtchen

Antwort von mama.frosch am 02.10.2007, 8:53 Uhr

wenn sie haut würde ich nicht sagen "mach ei" denn dann ist sie ärgerlich und soll lieb sein. ich finde da ein schlichtes, klares NEIN angebracht und ggf. hand festhalten, runter- oder wegsetzen o.ä.

um die grenzen werdet ihr früher oder später nicht herumkommen, denn langfrstig tut es einem kind nicht gut, wenn sich sein umfeld so an es anpasst, dass es nicht "anecken" kann- die realität ist ja nicht so dass immer alles so ist wie man möchte.

mit dem "nicht", ich achte da auch drauf, ich finde es wichtig positiv zu formulieren (was auch mal ein klares "das finde ich jetzt doof von dir" statt einem "das finde ich nicht gut" bedeuten kann), ganz ohne "nicht" geht es aber NICHT ;-) und das ist ja auch nicht schlimm.

letztlich geht es ja darum zu sagen was du EIGENTLICH (sagen oder haben) möchtest, von daher ist bei der positivformulierung wichtig dass man weiß was man denn wirklich meint oder will. hat, finde ich, auch etwas mit dem persönlichen blickwinkel zu tun, ob man auf das achtet was das kind tut oder was gut wäre wenn es das täte oder ob man darauf achtet was es nicht tun soll (ich finde, ein kind hilft einem ungeheuer bei der selbsterziehung ;-) )

vg, MF

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Re: Das Wörtchen

Antwort von Schokotörtchen am 02.10.2007, 9:50 Uhr

Ich denke, sich das "nicht" weitestgehend abzugewöhnen ist Trainigssache.
Mir hat der Gedanke geholfen, dem Kind zu sagen, was es tun soll, und nicht, was es nicht tun soll.

Wenn du das nicht essen magst, leg es hier hin! (Statt es rumzuwerfen)

Die Sachen müssen draussen bleiben (und nicht in die Dusche geworfen werden..)

Bauklötze sind zum Bauen da. (nicht zum Werfen. Ist ne gemietete Wohnung und wenn wir das Parkett erneuern müssen, wirds teuer)

Beim Hauen halt ich ihr auch die Hand fest, und sage Nein.

Dass sie zart sein soll, sag ich ihr, wenn sie mit Babies Kontakt aufnimmt, aber nicht wenn sie auf mich (oder ein anderes Kind) sauer ist.
Sie soll ja schon wütend sein dürfen....Wenn sie bloß haut, finde ich es gar nicht so schwer, ihr eine Alternative anzubieten.

"Ich weiß, dass du wütend bist. Da kann man fauchen wie ein Tiger: Grrrrrr"
Macht sie mittlerweile und scheint auch zu helfen.
Oder in ein Kissen hauen.

Überleg dir einfach, wie sie ihre Wut sinnvoll ausdrücken kann, und üb das mit ihr ein...


Gruß Schoko

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