Sylvia Ubbens

Wie können wir unserem Kd. u. uns helfen,einen harmonischen Alltag zu bekommen?

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo Frau Ubbens,

wir sind seit einiger Zeit sehr hilflos und die Lage spitzt sich zu.
Unsere Tochter wird im September drei Jahre alt und ist sehr willensstark. Geht etwas nicht nach ihren Willen und das kann noch so eine Kleinigkeit sein, fängt sie sofort laut an zu weinen/schreien. Sie lässt sich dann auch nicht beruhigen. Egal wo wir sind und sie sich nicht im Recht fühlt, schreit/weint sie laut los. Wir wissen nicht, wie wir sie da „raus holen“ können.
Auch „provoziert“ sie sehr. Bsp.: ich sage, komm wir ziehen uns an, oder wir putzen Zähne usw. läuft sie weg und hat zig Ausreden. Werde ich dann Konsequent und bestehe drauf, fängt sie wieder an zu schreien. Auch wenn sie spielt und was weg wirft und wir sagen, sie soll es aufheben, guckt sie uns an und macht es einfach nicht!Auch kann sie sich bei Spiele oder malen oft nicht konzentrieren. Sie schläft auch immernoch nicht durch. Ich weiß nicht, ob das alles zusammenhängt.
Wir geben uns sehr viel Mühe: basteln mit ihr, spielen mit ihr, beteiligen sie in alltäglichen Situationen, unternehmen Ausflüge, gucken KEIN Fernsehen, treffen uns mit Freunde.... Aber immer endet es in einem Schreikrampf. Zum Anfang war es nur hin und wieder so, das haben wir gut hinbekommen aber jetzt immer und immer wieder. Wir kommen so an unsere Grenzen und wissen nicht weiter. Zwischen meinem Mann und mir, gibt es dadurch nun auch immer häufiger angespannte Situationen.

Können sie uns bitte Tipps geben?

Vielen lieben Dank.

von Anna17 am 05.08.2020, 23:08 Uhr

 

Antwort auf:

Wie können wir unserem Kd. u. uns helfen,einen harmonischen Alltag zu bekommen?

Liebe Anna17,

meine Vorrednerin hat schon gut und ausführlich geantwortet. Ich werde die Worte hier nicht wiederholen, nur kurz zusammenfassen:

Kündigen Sie das Ende der Spielezeit an. "Du kannst die Autos noch einparken, dann gehen wir zusammen die Zähne putzen." Bleiben Sie in unmittelbarer Nähe und wenn die Autos eingeparkt sind, nehmen Sie Ihre Tochter an die Hand und gehen mit ihr gemeinsam ins Bad. Ähnlich in anderen Situationen.

Bieten Sie positive Konsequenzen an. "Wenn wir nun die Schuhe anziehen, haben wir noch Zeit, auf den Spielplatz zu gehen."

Reden Sie nicht auf Ihre Tochter ein, wenn sie schreit. Dann fühlt sie sich in ihrem Frust bestätigt. Sie wird sich am schnellsten beruhigen, wenn Sie in Ihrer Nähe bleiben, aber nicht weiter auf sie eingehen. So weiß sie, dass Sie für sie da sind, ohne dass ihr Frust gesteigert wird.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 06.08.2020

Antwort auf:

Wie können wir unserem Kd. u. uns helfen,einen harmonischen Alltag zu bekommen?

Du musst sie nicht aus allem herausholen im Sinne von "zufrieden machen".
Es ist normal, das Kinder mal mehr mal weniger ausgeprägt versuchen, ihre Wünsche/Willen durchzusetzen oder auch einfach noch gar nicht erfassen können, warum etwas so sein muss/soll und es gerade mal keine Alternative gibt.
Kinder müssen eine Frustrationstoleranz erst aufbauen - und dabei kommt es garantiert immer wieder zu Situationen, die eben nicht glücklich für´s Kind enden können.

Versuche, ihr eine Wahlmöglichkeit zu geben wenn es zB ums Anziehen geht: roter oder blauer Rock. So kann sie durchaus entscheiden - aber zu euren vorher festgelegten Rahmenbedingungen. Will sie etwas ganz anderes, hat sie eben auch mal Pech gehabt.
Den Schuh musst du dir dann aber sozusagen nicht anziehen - du hast ihr eine Wahl geboten. Lass sie unglücklich sein. Sag ihr ruhig, dass du siehst, dass sie damit nicht zufrieden ist - es aber eben jetzt nicht anders geht. Und dann Ohren zu und durch.
Keine Diskussionen mit einer fast 3-jährigen - die enden niemals und vermitteln dem Kind, dass du dir selbst wohl auch nicht so sicher bist.

Sowas wie Zähne putzen/Schuhe anziehen und weglaufen: kündige das rechtzeitig an, auf Augenhöhe dabei gehen "x, du darfst jetzt noch deine Puppe in´s Bett bringen und dann gehen wir Zähne putzen".
Und darüber gibt es dann auch keine Diskussion. Hindere sie am weglaufen, wenn dir gerade eben nicht der Sinn nach einem (durchaus auch mal möglichen) Fangen-spielen steht.
Schuhe anziehen oder ähnliches ist halt dann auch mal "entweder jetzt anziehen" oder ohne Schuhe mitkommen müssen. Schuhe jetzt anziehen und dann genug Zeit haben, noch etwas länger auf dem Spielplatz zu bleiben etc .
Oder aber die negative Konsequenz aufzeigen: wenn du dir jetzt nicht die Schuhe anziehst, dann können wir leider nicht noch zum Spielplatz gehen.
Und bei allem musst du halt dann auch mal ruhig das Gebrüll ertragen. Aber ohne auf sie einzureden, das das doch alles gar nicht schlimm oder irgendwelche Erklärungen warum weshalb wieso. Erwarte nicht von einem 3-jährigen Kind, dass es deinen logischen Erläuterungen folgt ;-)
Ich denke, wenn ihr mit Konsquenzen, klaren Ansagen und einigermaßen Gelassenheit da ran geht, wird sie schnell keinen Spaß mehr daran haben, für jede Kleinigkeit auszuflippen. Wenn das darauf eingehende Gegenüber fehlt, ist der Reiz weg.

von cube am 06.08.2020

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