Sylvia Ubbens

Wie erziehe ich richtig?

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo Fr Ubbens,
Ich hoffe ich werde jetzt von keinem gesteinigt für mein Verhalten ... bitte bedenkt alle das ich mich hier her wende um etwas anders machen zu können!
Meine kleine ist jetzt 3jahre alt und geht in den Kiga. Seit dem hört sie weniger auf mich als vorher... das abendliche Zähneputzen oder wickeln ist ein Desaster und erst bitte ich sie darum und red normal mit ihr und erkläre warum wieso weshalb ich das jetzt machen will und sag deutlich das ich das jetzt möchte ... hilft meist nix und sie bockt. Meistens kann und mag ich nach ner Zeit nimmer und Dreh mich dann weg und sag das ich jetzt traurig bin wenn ich das nicht machen darf ... kann ich das so machen oder ist es Grund verkehrt? Was würden sie mir raten das meine Tochter besser hört?

von Vanessa16 am 11.11.2019, 21:11 Uhr

 

Antwort auf:

Wie erziehe ich richtig?

Liebe Vanessa16,

meine Vorrednerin hat schon sehr gut geantwortet. Ich werde die Worte hier nicht wiederholen, nur eine Kleinigkeit ergänzen: Wenn es Zeit ist zum Zähneputzen / Wickeln, dann gehen Sie zu Ihrer Tochter, nehmen sie an die Hand und gehen gemeinsam ins Bad / zum Wickeln.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 13.11.2019

Antwort auf:

Wie erziehe ich richtig?

Hallo,

mit Deinem Wegdrehen und "Ich bin traurig" verschiebst Du das Nicht-Hören in den emotionalen (Erwachsenen-)Bereich. Begründung für Zähneputzen oder Wickeln ist aber nicht Deine emotionale Lage ("Wenn ich das mitmache, ist die Mama nicht mehr traurig und hat mich wieder lieb"), sondern eine pflegerische: Beides dient der notwendigen Hygiene.
Grundsätzlich hört Deine Tochter ja nicht nicht, weil sie Dich ärgern will, sondern weil sie andere Bedürfnisse für sich als wichtiger ansieht, z.B. noch spielen oder auch "einfach", dass sie jetzt nicht will (nannte sich früher Trotzphase, heute wird der Fokus eher positiv gelegt als Autonomiephase).
Um die Situation in Deinem Sinne zu beeinflussen, solltest Du vielleicht weniger mit ihr reden - das kommt ab einem gewissen Punkt sowieso nicht mehr bei ihr an. Erklär ihr in einer ruhigen Minute, dass das so nicht mehr funktioniert und sich ab sofort etwas ändern wird (ohne Vorwürfe an sie, einfache Feststellung). Sag ihr einmal Bescheid, dass sie noch fünf Minuten oder so zum Fertigspielen hat. Stell eventuell einen Küchenwecker, denn das Klingeln erledigt für Dich das Erinnern. Danach geht es ohne lange Erklärungen ins Bad und zum Wickeln (vielleicht Umstieg auf Pants und elektrische Zahnbürste? Ist weniger "babyhaft").
Wird sie bocken? Anfangs ganz bestimmt. Aber wenn Du liebevoll konsequent bist, wird sie sich daran gewöhnen. Formulier ruhig logische Konsequenzen: "Wenn das Zähneputzen jetzt so lange dauert, bleibt weniger/keine Zeit mehr, gemeinsam im Bett noch im Buch zu lesen (o.ä.)." Das wird sie verstehen, ist eine kindgerechte Konsequenz und legt die "Verantwortung" zu ihr: Sie bockt und verbraucht damit Zeit, oder sie ist kooperativ und es bleibt Zeit für etwas Schönes.
Die Umstellung wird aber dauern, da wirst Du womöglich mehrere Wochen konsequent dranbleiben müssen.
Und sag Dir selbst als der Erwachsenen immer wieder, dass sie Dich gar nicht persönlich treffen will, sondern dass diese Auseinandersetzungen wichtig sind für ihre Entwicklung - auch wenn es momentan gerade sehr anstrengend für Dich ist.

Viele Grüße

von Mamamaike am 12.11.2019

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