Sylvia Ubbens

Wie am besten damit umgehen?

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo!
Ich habe eine Frage zu einem Sohn, er ist 8, und mein drittes Kind (Kind drei von 4 Kindern).
Er war erziehungstechnisch schon immer etwas schwierig, hatte im Kindergarten
Keine Freunde, und wurde nie zu Kindergeburtstagen eingeladen.
Im Moment hat er eine schwierige Phase, er ist gegen jeden Vorschlag, meckert und schimpft. Er benutzt auch viele Schimpfwörter und ärgert seine Geschwister.
So langsam aber sicher ist es schwierig, da immer "wohlwollend" drauf zu reagieren, weil es einfach zu viel und zu oft ist, und man dann denkt: nicht schon wieder.... Corona und das zu Hause sein hat es natürlich nicht besser gemacht. Vor den Ferien ist er auch nur mit extra Einladung zur Schule gegangen.
Was kann ich am besten tun?
Vielen Dank für eine Antwort.

von goldmarie1977 am 04.08.2020, 17:00 Uhr

 

Antwort auf:

Wie am besten damit umgehen?

Liebe goldmarie1977,

Ihr Sohn braucht nicht nur viel Aufmerksamkeit, sondern auch viel Bewegung. Geben Sie ihm die Gelegenheit, sich ordentlich auszupowern. Fordern Sie ihn heraus, in dem Sie lange Radtouren oder Waldspaziergänge machen. Ein gemeinsames Fußballspiel oder ein Besuch am See usw. wird ihm und seinen Geschwistern sicherlich auch viel Freude machen.

Sprechen Sie mit der Klassenlehrerin. Wie sind die Aussagen im Zeugnis gemeint und wie wird im Schulalltag damit umgegangen? Was spiegelt sich im häuslichen Alltag wieder und
was kann als Konsequenz aus der Schule für zu Hause übernommen werden?

Ihr Sohn übernimmt die Lautstärke von seinem Papa. Vielleicht mag sich der Papa ja darauf einlassen, zu versuchen, Konflikte leiser zu lösen. Mit dem Geschrei wiegeln sich die Beiden auf. Und wenn der Papa schreit, warum sollte Sohnemann dann nicht auch schreien?

Hat ein Geschwisterkind Geburtstag, dann nehmen Sie Ihren Sohn vor dem Geschenkeauspacken an die Seite und erklären ihm, dass jedes Kind am eigenen Geburtstag Geschenke bekommt und heute ... dran ist. Bei seinem Geburtstag würde ... dann nichts bekommen. Natürlich weiß er das. Dennoch blendet er es unbewusst aus und darf es aus dem Grund immer wieder erklärt bekommen. Bleiben Sie an seiner Seite. Ggf. nehmen Sie ihm die Möglichkeit die Geschwister wegen der Geschenke zu ärgern.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 05.08.2020

Antwort auf:

Wie am besten damit umgehen?

Hi. Ich denke, es würde helfen zu wissen, warum er zB keine Freunde im KIGa hatte, was genau du mit schon immer "schwierig" meinst.
Ist er zu bestimmend gewesen oder zu schüchtern? Zu wild? Oder hat er sichs chon immer schwer damit getan, sich an Regeln/Aufforderungen zu halten? etc.
Und was habt ihr da bisher getan. Wie ist es vor Corona in der Schule gewesen. Hat er Freunde dort, kommt er gut mit oder gibt es irgendwelche Probleme mit Regeln einhalten?

von cube am 05.08.2020

Antwort auf:

Wie am besten damit umgehen?

Danke für deine Antwort.
Im Kindergarten hatte er keine adäquaten Spielpartner. Der Junge, der in seinem Alter war, hatte so seine Probleme und war nicht der geeignete Spielpartner für meinen Sohn.
Ich glaube, das hat ihn gefrustet, er hat dann dieses Kind geärgert, mal hat er angefangen, mal das andere Kind.
Alle anderen Jungs waren jünger, und er hat sich immer an älteren orientiert., weswegen sich sein Verhalten im letzten Kita Jahr noch verschärft hatte.
In der Schule hat er zum Glück Freunde gefunden, wo er auch mal zum Spielen hinkommen darf, er wird zu Geburtstagen eingeladen. Das erhalten in der Schule ist nicht immer konfliktfrei. Dies steht so in seinem Zeugnis. Aber er ist ein guter Schüler und hat eine gute Auffassungsgabe.
Er war schon immer fordernd, und ich verbringe sehr viel Zeit damit, mich mit ihm zu beschäftigen, mehr als mit seinen drei Geschwistern. Ich glaube, er wäre ruhiger, wenn er keine Geschwister hätte. Diese sind aber nunmal da, und ich verduche, irgendwie ein möglichst friedfertiges Zusammenleben hin zu bekommen.

von goldmarie1977 am 05.08.2020

Antwort:

Nochmal Nachfrage

"nicht immer konfliktfrei" - was heißt das?
Er hält sich nicht an Anweisungen/Regeln oder er ist ein kleiner "Streihahn" und hat so grundsätzlich ein Problem, sich in eine Gruppe einzufügen. Mal zurück zu stecken, abzuwarten, einen Kompromiss einzugehen etc.

So hört es sich für mich ein wenig an.
Wie ein Kind, das viel Aufmerksamkeit einfordert, schlecht mit dem 2. Platz in der Aufmerksamkeit umgehen kann.
So halbwegs richtig?
Wie wurde denn Seitens des KiGa damit umgegangen und wie geht die Schule damit um?
Ich sag mal so: der Älteste zB im KiGa zu sein, kann blöd sein - kann aber auch ein Ego-Booster sein weil man anderen zeigen kann, wie etwas funktioniert, der "Große" ist, der schon viel mehr kann. Zu den Älteren zu gehören muss nicht zwangsläufig DER Grund sein, weswegen es ihm schwer viel Freunde zu finden.

Ich finde es schwierig einzuschätzen, was denn nun der Grund/Auslöser für sein Verhalten sein könnte.
Evt. hat er auch gelernt, dass er so mehr Aufmerksamkeit von dir bekommt, damit Frieden herrscht und benötigt eher mal Grenzen? Auch mal Frust aushalten lernen?

Evt. solltet ihr mal eine Erziehungsberatung in Anspruch nehmen. Also jemanden von außen draufschauen lassen, der oftmals viel besser sieht, wo sich Dinge eingeschlichen haben, die man besser ändern/anders handhaben sollte.

Ich bin gespannt, was Frau Ubbens schreibt.

von cube am 05.08.2020

Antwort auf:

Wie am besten damit umgehen?

Mhm, weiss nicht, ob er ein Streithahn ist und es immer von ihm aus geht.
Im Zeugnis steht auch, dass er Kompromissbereit ist, und dann Lösungen gefunden werden.
An Regeln kann er sich im Prinzip schon halten.
Manchmal will er ganz besonders gut die Regeln einhalten, und dann misslingt es.
Er kennt sie auch ganz genau.
Was der Auslöser für sein Verhalten ist, wüsste ich auch gerne.
Im Kindergarten haben die Erzieher immer gesagt, daß Verhalten kommt aus dem Nichts, aber wenn ich dann bei meinem Kind nachgefragt habe, wurde mir immer ein Grund genannt, der damit zu tun hatte.
Was natürlich ein Ärgern nicht rechtfertigt.
Ob das stimmt, weiss ich natürlich nicht, ich war ja nicht dabei, und wenn man was erzählt, kann man ja auch mal ein paar Details aulassen, um im besseren Licht zu stehen.
Im Kindergarten an sich hatte ich aber nie den Eindruck, dass da sich gut mit Konflikten auseinandergesetzt wird. Und das nicht nur bei meinem Sohn.
Was in der Schule ist, weiss ich nicht.
Ich gäbe von der Lehrerin keine Informationen, welche Konflikte das sind.
Sie hat nur mal erwähnt, dass er beim Aufstellen vor der Tür geschubst hat.

von goldmarie1977 am 05.08.2020

Antwort auf:

Wie am besten damit umgehen?

Also letztendlich ist er ein Kind
- das im KiGa keine altersgerechte Gruppe hatte und sich dort schwer tat
- in der Schule gut mitkommt, Freunde gefunden hat
- in der Schule eigentlich nicht wirklich echt negativ auffällt
- zu Hause viel Aufmerksamkeit fordert und auch bekommt
- vor den Ferien schulmüde war
- aktuell zu Hause provoziert mit Schimpfwörter und Streit anzetteln.

Naja, ehrlich gesagt, hört sich das alles nach einem normalen 8-jährigen an, der - wie viele Kinder - vor den Ferien (und durch Corona erst Recht) langsam durchhängt und dem jetzt evt. auch einfach Auslastung fehlt.
Viele Kinder sind sozusagen gestresst durch die lange Zeit der Einschränkungen und eben keinen geregelten Alltag (Schulschließung etc). In vielen Familien kracht es zur Zeit öfter als sonst, weil alle auf dem Zahnfleisch gehen und sich Alltag zurück wünschen.

Ich bin auch sehr froh, wenn nächste Woche die Schule wieder los geht und Kind einfach Aufgaben/Tagesablauf hat, Freunde wieder sieht, mental gefordert wird.

Das, was mich eben ein wenig stutzen oder "aber" sagen lässt ist deine Beschreibung, er wäre erziehungstechnisch schon immer etwas schwierig gewesen.
Da werd ich ehrlich gesagt nicht schlau draus, weil du in den weiteren Posts das "schwierig" eigentlich nicht mit Dingen füllst, die jetzt wirklich nach sozialen Problemen klingen.

Meinst du nicht, es kann auch einfach sein, dass er mehr auspowern im Sinne von draußen sein, Radfahren, mal zB in´s Jumphouse zum Trampolinspringen, schwimmen etc bräuchte? Und sich die Lage eh wieder entspannt, wenn die Schule bei euch wieder los geht?

Auf Schimpfwörter würde ich einfach generell eher mit "will ich nicht hören" antworten und den Raum verlassen. Auf jeden Fall mich nicht immer wieder hinreißen lassen, eine Diskussion darüber zu führen.
Bzgl. Streit mit Geschwistern - siehe auspowern durch körperliche Aktivitäten.

Und ich würde ihn einfach mal fragen, was denn in letzter Zeit los wäre. Wie er sich fühlen würde etc. Er ist 8 und da kann man solche Gespräche schon ganz gut führen um heraus zu finden, ob es für IHN einen Grund gibt, der euch gar nicht bewusst. Oder er einfach mal seinen Frust über ein Gespräch abbauen kann und sich da besser verstanden fühlt.

von cube am 05.08.2020

Antwort auf:

Wie am besten damit umgehen?

Naja mit erziehungstechnischschon schwierig meine ich, dass es bei vielen Grenzsetzungen Schreiattacken gibt.
Er hat viele Konflikte mit seinem Vater, die in Schreinerei der beiden ausarten. Er beschimpft dann auch seinen Papa, was natürlich nicht geht, aber sein Papa reagiert auch darauf, fühlt sich dann schnell provoziert und so ergibt eins das andere.
Auch hat er mal aus Wut seine Karatetrainerin in den Bauch geboxt.
Da hat er gleich die richtige Konsequenz erfahren und seit dem ist er dort lammfromm.
Auch kann er es nicht ertragen, wenn einer etwas geschenkt bekommt, und er nicht. So hat er durch rumgeschrei und dem verprügeln seiner Geschwister schon manchen Geburtstag derer verdorben.

von goldmarie1977 am 05.08.2020

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