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Sozialpädagogin Sylvia Ubbens

Kindererziehung

Sylvia Ubbens, Dipl.-Sozialpädagogin

   

Antwort:

Wie am Besten mit extremen Wutanfällen umgehen?

Ich finde, du verlangst teilweise zu viel von ihr/traust ihr zu viel Verständnis zu. Sie mag die Worte zwar verstehen, aber den Sinn, warum sie den Becher aufheben soll, versteht sie deswegen noch lange nicht. Außerdem testet sie auch gerade aus. Natürlich ist eine konsequente Linie gut - so weiß sie, was du erwartest. Aber ja, ich finde, die Art und Weise, wie du die Dinge durchsetzen willst, streng für dieses Alter.
Bzgl. des Bechers zB: du könntest ihr auch einfach erklären, dass du das nicht willst, den Becher wieder auf den Tisch stellen und ihr sagen, dass du ihn ganz wegstellst, wenn sie ihn weiterhin runterwirft. Und das dann eben auch machen. 30 Min. immer wieder sagen "aufheben" und sie daneben stehen lassen hat schon etwas von "Kampf ausfechten" oder Drill.
Natürlich probiert sie in dem Alter aus, ob den "Nein" auch 2 Minuten später noch gilt. Das ist normal. Wie zB trotz deiner Erklärung wieder zur Küche rennen. Sie versteht nicht wirklich, warum sie das nicht soll - schließlich wart ihr doch eben noch zusammen in der Küche und andererseits will sie eben auch testen, ob das "Nein" gilt. Kündige doch vorher an, dass ihr jetzt gleich raus geht und die Türe bitte zu bleibt und frage sie, was sie dann gerne machen würde/biete ihr direkt eine Beschäftigung an. Läuft sie dennoch hin und wirft sich auf den Boden - gut, kann sie ja machen. Du darfst aber nicht erwarten, dass sie dann auch sofort aufhört, wenn sie keinen Erfolg mit ihrem Schreien hat. Du kannst sie im Gegenteil sogar trösten, ihr sagen, dass du ihre Verärgerung verstehst, aber die Türe nun mal zubleibt.
Bspl. Stifte: versuch doch mal, die Dinge positiver zu formulieren anstatt eine Drohung auszusprechen. "mit Stiften mal man auf Papier - hier hast welches". Will sie auf dem Sofa malen, erklärst du ihr, dass du das nicht willst und bleibst halt mal bei ihr und hältst sie davon ab. Oder aber kündigst an, dass du die Stifte leider wegpacken musst, wenn sie aufs Sofa malt. Aber mit 17 Monaten ist sie zu jung, um eine Anweisung einfach so umzusetzen - egal wie gut sie die Worte an sich versteht.
Daher finde ich auch die Laufstall-Strafe viel zu hart. Und dazu ist es keine Konsequenz - sondern eben eine Strafe im Sinne von Macht demonstrieren. Eine logische Konsequenz wäre eben die Stifte einzusammeln.

von cube am 07.02.2019, 09:41 Uhr

 
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