Christiane Schuster

Welche Therapie - am besten für mich, ich bin nämlich fertig!

Antwort von Christiane Schuster

Frage:

Liebe Frau Schuster,
liebe Leser,

ich glaube in letzter Zeit immer öfter, ich bin ein Fall für die Klappsmühle. Wir haben drei Kinder im Alter von 4½, 3 und 1½ Jahren. Viele schütteln jetzt schon den Kopf über diesen kurzen Altersabstand - glaubt mir, wenn ich es mir noch mal aussuchen könnte, ich würde es bestimmt anders machen. Aber die Situation kann ich jetzt nicht mehr ändern, und im Grunde sind wir alle zusammen ja auch glücklich.

Wenn ich selbst nicht immer so viel Unruhe in die Familie bringen würde. Nicht nur mein Mann und meine Kinder, sondern vor allem ich selbst leide unter meinem hysterischen Geschrei, Geschimpfe und Gezeter. Ich kann mich über Alles und Jedes (wohlgemerkt nur zu Hause, im Büro kann mich nicht und gar nichts aus der Ruhe bringen!) ganz fürchterlich aufregen und verausgabe mich manches Mal dabei. Dabei möchte ich das überhaupt nicht, es ist so schrecklich anstrengend, aber ich schaffe einfach nicht aus meiner Haut!

Die beiden großen Jungs streiten sich so oft um irgendwelche Lappalien, und wenn sie es mal nicht tun, dann ärgert der Große mich. Er ist es auch, der mir die meisten Probleme bereitet. Die Vorliebe meines Großen ist jetzt schon seit etwa seinem zweiten Geburtstag, wenn etwas nicht richtig gelaufen ist, alles noch mal von vorne anzufangen. Das bedeutet dann z. B., dass ich beim Heimkommen vom Einkaufen vergessen habe, zuerst den Kinderwagen und dann die Einkaufstüten reinzustellen, sondern es mal andersherum gemacht habe und schließlich tobt er wie ein Stier und will noch mal nach oben gehen, Jacken ausziehen, Jacken anziehen, ins Geschäft gehen und alles von vorne einkaufen, wieder nach Hause gehen und dann die richtige Reihenfolge einhalten. Dieses irrwitzige Ansinnen macht mich jedes Mal rasend. Dann heißt es, entweder er rast oder ich.

Ich weiß, ich weiß, da gibt es jetzt zwei Aspekte, die man betrachten sollte:
1. Jedes Kind braucht Regeln (ja, klasse, auf solche Kleinigkeiten habe ich mir abgewöhnt zu achten, wie sollte ich auch mit noch zwei anderen Kleinkindern am Rockzipfel??)! Ich bemühe mich ja wirklich, aber bei einem Tagesablauf mit drei so kleinen Kindern gibt es keine 100%igen Ablaufregeln. Und außerdem ist das auch nicht immer die Ursache, denn ausgerechnet morgen kommt mein Großer nämlich auf die Idee, es genau anders herum zu machen und erwartet, dass ich das in seinem Gesicht ablese. Habe ich es nämlich dann vor lauter Regeln richtig rum gemacht, gibt’s ein Riesengezeter, weil er es heute ausgerechnet mal andersherum wollte.
2. Das war jetzt sicher ein Schrei nach Aufmerksamkeit. Meine Güte, wenn Ihr wüsstet, wie viel Aufmerksamkeit allein unser Großer bekommt. Er darf mit Papa überall hin mit, er darf alleine bei Oma und Opa bleiben (mit allen Vergünstigungen), er darf – weil er ja schon so groß ist – mit Mama ins Büro. Mama nimmt ihn mit zum Arzt, Papa mit zu Freunden oder sogar mit in Urlaub zur anderen Oma, Mama spielt mit ihm seine Lieblingsspiele am Computer (das darf ich mit dem Kleinen gar nicht erst versuchen, schon ist das Theater groß). Die beiden Kleinen stehen immer außen vor – weil sie ja noch sooooo klein sind und weil sie beide so genügsam sind und sich nicht mit lautem Protestgeschrei wehren!!! Wohin soll das denn noch führen?

Nein, wisst Ihr was? Ich glaube mittlerweile (er ist ja schon 4½ Jahre alt), dass er es einfach extra macht, um mich zur Weißglut zu bringen. An manchen Tagen kann ich mich auch noch ein paar Stunden beherrschen und bleibe absolut ruhig. Aber er sucht förmlich nach Gründen, um das meckern, mosern, schimpfen und motzen anzufangen. Da kommt ihm jedes Staubkörnchen gerade recht. Und wenn ich dann mit meiner (mit größter Anstrengung bewahrten) Ruhe alles abblocke, wird er nur umso wilder und das schaukelt sich bis abends hoch, bis ich selbst auch fix und alle bin. Tja und dann knallt’s und Mama steht wieder schreiend vor einem ebenso schreienden Vierjährigen, in der Hoffnung, er kapiert endlich, dass „Nein“ auch „Nein“ bedeutet. Und dass er seinen kleinen Bruder nicht hauen darf, wenn der nur „Buh“ sagt. Und dass nach einer Stunde Fernsehen wirklich Schluss ist. Und dass ich den Apfel nicht wieder zusammenkleben kann, weil ich ihn nicht von oben nach unten, sondern von unten nach oben geschnitten habe!

Auszeit??? Klar, haben wir schon versucht – zwecklos. Ich kann nicht rausgehen, weil die anderen beiden dann Flausen im Kopf haben. Ihn rausschicken – der einzige Platz, an dem er am wenigsten anrichten kann, ist das Badezimmer – ist mit Türentreten, Hämmern und Schreien verbunden. Auch nicht das Wahre!

Ach, ich könnte noch stundenlang so weiterschreiben, aber damit ist mir nicht geholfen. Im Grunde hält mir mein Sohn doch nur einen Spiegel vor. Was bedeutet, ich kann meinen Sohn nicht ändern, wenn ich mich nicht selbst ändere. Ich bewundere meine Freundinnen, die Ihren Kindern zum 786. Mal und etwa vier Stunden lang leise erklären können, dass man so etwas wirklich nicht macht, weil das oder das wirklich nicht nett ist. Sagt mir, wie bleibt man da ruhig??? Kann man das lernen??

Ich möchte doch wirklich nur ein bisschen mehr Ruhe und Stille – für mich selbst, aber auch für meine Kids und meinen Mann. Wieso fällt es mir so leicht, im Büro auch unter Stress nicht auch meinen Chef oder Kollegen anzufahren? Ihr glaubt nicht, wie gerne ich morgens früh ins Büro gehe, dort herrscht einfach einmal Stille, ich kann in Ruhe meinen Tee trinken und mein Frühstück essen, und daher geht es mir dort so gut. Dagegen bin ich mit Kindern nur auf Hundertachtzig und schaffe es nicht, meine Maschine mal runterzufahren.

Wer kann mir dabei helfen? Bin ich vielleicht nicht die einzige, der es so geht?? Wem hat eine Therapie geholfen? Welche Therapie kann man überhaupt dafür machen? Hilft vielleicht Yoga (ich wüsste zwar nicht, wann ich noch Zeit dafür haben sollte) oder Akupunktur? Bachblüten oder Psychopharmaka? URLAUB (in Mu-Ki-Kur war ich schon 1998, in der 33. SSW!) oder Ganztagsjob im Büro?

Ich brauche dringend Antwort, nicht nur von meinem Mann oder meinen Eltern etwa 15 Mal am Tag: „Schrei doch nicht so!!! Reg’ Dich nicht so auf!!“

El@

von El@ am 14.01.2000, 00:55 Uhr

 

Antwort auf:

Welche Therapie - am besten für mich, ich bin nämlich fertig!

Hallo Ela,

Ihre Nerven liegen einfach blank, und da ist es verständlich, dass Sie manchmal unangemessen reagieren. Hat die Mutter-Kind-Kur damals denn geholfen? Dann würde ich sofort noch mal eine beantragen, solange Sie noch kein Schulkind haben. Vor einer Therapie würde ich mich an Ihrer Stelle nochmal mit Ihrem Mann und Ihrem Hausarzt beraten, ob es nicht eine Familienpflegerin oder ähnliche Helfer gibt, die Sie in Ihrem Haushalt unterstützen können, solange die Kinder noch so klein sind. Wenn Sie mehr Zeit für sich haben, wird die ganze Familie davon profitieren und die Probleme -fast - von allein veerschwinden.

Alles Gute!

von Christiane Schuster am 14.01.2000

Antwort auf:

Welche Therapie - am besten für mich, ich bin nämlich fertig!

Liebe El

ich glaube nicht, daß du eine Therapie brauchst - aber wie wär es mit Zeit für Dich. Glaubst du nicht, daß du überlastet bist? Du hast drei kleine Kinder, bist berufstätig und erwartest zu viel von Dir. Ich bewundere deine Kraft.

Ich habe auch drei Kinder die ersten beiden sind 14 Monate auseinander, dann ein Abstand von 4 Jahren. Der kurze Abstand war ideal bei meinen, der längere bringt Probleme.

Ich kenne diese Situation mit Trotz usw. bei uns kam das als die Älteste fast vier war, ich war selbst aus privaten Gründen unausgeglichen und die Kinder haben das Faß zum überlaufen gebracht. Es war wirklich eine Katastrophe ich hab manchmal so laut geschrien, daß meine Stimme versagt hat. Es hat sich alles erst geändert als ich begonnen habe konsequente Regeln aufzustellen. Anfangs war das die Hölle - bsp Apfel - hatte ich auch - ich nahm den Apfel war ihn weg. Dinge die sie absichtlich durch die Gegend warf - sie mußte aufheben, zuerst schimpfen, ins zimmer schicken usw. bis sie aufhebt. Ich gab nicht mehr nach. Nein war nein. Anfangs war es extrem ich hörte auf zu sprechen, wenn ich merkte jetzt kommts wieder hoch. Ich kämpfte innerlich, wenn es zu viel war schlug ich ganz stark auf den Tisch, daß es mir selbst weh tat - um die Aggression abzulegen. Ich weiß nicht mehr wie lange es dauert bis meine KInder das nein akzeptierten. Inzwischen bin ich auch viel lockerer, ich werde noch immer laut, aber nicht so oft und nicht mehr wegen Kleinigkeiten (meistens). Ich kann aber trotzdem nicht alles 1000 x erklären, finde ich auch unsinnig. Ich erkläre etwas einmal vielleicht zweimal und erwarte mir (meine Großen sind auch schon 5 und 6) daß das funktioniert. Sonst gibts halt eine angemessene "Strafe" - wir fahren halt nicht zur Oma, wenn sie sich nicht benehmen können, usw.

Mach dir keine Vorwürfe, daß du keinen genauen Zeitplan schaffst. Wie soll das auch gehen? Ich kenne die Theorie abends kuscheln, Buch lesen in Ruhe usw. wie funktioniert das, wenn Kinder in extra Zimmer liegen, das Baby schreit, die Große am nächsten Tag in die Schule muß und nicht eine Stunde aufs ins Bett bringen warten kann.

Ich versuche einen Grundablauf und wenn der gut funktioniert - und ich noch kann, dann gibt es als Belohnung eine Geschichte usw.

Alles Gute und gute Nerven

von Manuela am 14.01.2000

Antwort auf:

Welche Therapie - am besten für mich, ich bin nämlich fertig!

Hallo Ela

Ich habe es mal mit Bachblüten versucht , und zwar habe ich mir in der Apotheke ein kleines Buch gekauft von GU Kompass -Bachblüten wo alle Gemütszustände usw. und die verschiedenen Blüten erläutert sind und danach kann man sich dann die passenden Bachblüten für sich selbst raussuchen und dann in der Apotheke anmischen lassen . Mir hat das sehr gut geholfen .
Viel Glück Steffi

von steffi am 14.01.2000

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