Sylvia Ubbens

Was kann man gegen die Schlafprobleme machen?

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo Frau Ubbens,

sehr lange habe ich überlegt mich zu melden und ich weiß auch gar nicht wo ich anfangen soll.
Wir haben einen Sohn mit 14 Monaten. Er ist von Anfang an seiner Zeit weit voraus gewesen. Sprich er kam grad auf die Welt und hat sofort alles erkundet. Das sogar die Hebammen im Krankenhaus gesagt haben, das sie sowas noch nie erlebt haben. Er interessiert sich für alles, nur nicht für das was für Kinder "normal" ist. Er ist so wissbegierig. Er weiß sofort wie alles geht, welcher Stecker wo hingehört usw.
An sich finde ich das ja alles toll, aber ich habe das Gefühl das er durch das viele Aufnehmen und nachmachen überhaupt nicht runterfahren kann.
Als er zur Welt kam hat er tagsüber 2-3x für 20-30 min geschlafen und nachts ist er alle 2 Stunden gekommen.
Irgendwann hatten wir tagsüber bessere Zeiten, da hat er dann auch mal 2x ne Stunde geschlafen und ist nachts alle 3 Stunden gekommen. Aber das ist bis heute nicht wirklich besser.
Letzte Woche Samstag bis Mittwoch dachte ich: Ja jetzt haben wir´s! Da hab ich ihn hingelegt am späten vormittag, er hat zwei Std. geschlafen war dann fit und wach bis 19Uhr dann ins Bett 4-5 Std. geschlafen, dann nochmal 2 und dann nochmal 3 Std. geschlafen. War für mich das Paradies.
Mittwoch ging dann die Katastrophe weiter. Er braucht plötzlich wieder nen vormittags und mittagsschlaf. Vormittags und Abends ins Bett bringen, kein Problem, nachmittags schreit er bis zu ner Stunde, bis er vor Erschöpfung einschläft.
Ich weiß nicht was ich tun soll. Ich kann ihn in sein Bett legen oder ihn mit in mein Bett nehmen und mich mit ihm hinlegen, egal, er schreit. Hab ihm dann auch beim ersten mal eine auf den Po gegeben weil ich dachte er kommt zur Vernunft. Ich kann gar nicht unterscheiden ob er Angst hat oder ob er einfach nur zornt.
Das nächtliche wachsein ist eben auch ein Problem das sich langsam in die Ehe schleicht. Wir haben überhaupt keine Luft für uns. Mein Mann ist eben auch dauernd unausgeschlafen und entsprechend gereizt. Ich natürlich auch weil unser kleiner auch tags sehr fordernd und anstrengend ist. Ich kann nichts ohne ihn tun! Und natürlich, in der Zeit wo ich was aufräume räumt er mir die anderen Schränke aus.
Nein sagen interessiert ihn bei mir nicht sonderlich. Bei Papa wird es eher noch akzeptiert. Wenn er was nicht bekommt zornt er und schreit, das wirkt, als würde er mich dafür schimpfen das er was nicht bekommt.
Wir wollen kein ungezogenes Früchtchen heranziehen, aber ich komm gerade einfach nicht klar und weiß auch nicht wie ich durchgreifen soll. Ich bin teilweise natürlich nervlich auch ziemlich am Ende und könnte ihn manchmal echt klopfen. Natürlich kann ich mich noch beherrschen. Aber ich habe Angst das ich es mal nicht mehr kann. Deshalb brauche ich dringen Hilfe!!
Zum einen wie ich das Schlafproblem mindern kann. Dann wie ich das Erziehungs/Zorn Problem in den Griff bekommen soll.Das er versteht das ich mein Nein ernst meine. Er versteht schon wenn ich nein sage. Wenn er was nicht will sagt er auch nein. Und wenn er weiß das er z.B. nicht an die Fernbedienung darf läuft er drauf zu, sagt nein nein und nimmt sie dann. Natürlich mit einem schelmischen grinsen im Gesicht das man sich wegdrehen muss, das er nicht sieht das man lachen muss. Die ehelichen Probleme werden sich dann vermutlich von alleine lösen wenn der Rest erstmal einigermaßen funktioniert.
An sich haben wir ein wirklich glückliches, fröhliches Kind. Aber er verlangt einfach alles von einem ab. Ich hab auch Angst ob er hyperaktiv ist.
Und das wenige schlafen ist ja eigentlich auch nicht gut für Kinder denke ich. Aber trotz dem das er so wenig schlaf hat ist er selten schlecht drauf.
Ich hoffe das sie mein ganzes durcheinander verstanden haben. Es ist grad einfach so viel das ich gar nicht alles auf einmal zusammen bekomme.
Vielleicht können sie mir ja helfen.
Vielen Dank
CM

von Cama am 15.07.2014, 12:32 Uhr

 

Antwort auf:

Was kann man gegen die Schlafprobleme machen?

Liebe Cama,

führen Sie für Ihren Sohn eine Tagesstruktur ein, an die er sich langhangeln kann, an die er sich in einigen Tagen gewöhnt hat.

Versuchen Sie, ihn bis zum späten Vormittag bzgl. des Schlafens hinzuhalten. Gehen Sie mit ihm raus, so dass er sich austoben kann. Ihr Sohn soll sich bewegen. Läuft er schon? Falls nicht, dann kann er den Spielplatz u.ä. auch krabbelnd erkunden. Zum einen hat er draußen mehr Abwechslung als im Haus, was länger wach hält und zum anderen macht frische Luft und Bewegung müde.

Ähnlich verfahren Sie am Nachmittag. Eine Stunde vor dem abendlichen Schlafengehen fahren Sie das Programm runter. Kleine, ruhige Spielphase, Abendessen, waschen etc., Abendritual und ins Bett.

Wird er am Nachmittag müde und sollte eigentlich schlafen, schreit aber in seinem Bett, dann nehmen Sie ihn raus und lesen ihm lieber etwas vor oder kuscheln mit ihm auf dem Sofa. Erzwingen Sie den Schlaf nicht, wenn Ihr Sohn dafür eine Stunde weinen muss. Sie können gerne versuchen, den Nachmittagsschlaf weg zu lassen und Ihren Sohn lieber abends 30 Minuten früher hinlegen. Sollte er doch am Nachmittag schlafen, dann achten Sie darauf, dass die Wachphase zwischen Nachmittagsschlaf und Abendschlaf ausreichend lang ist.

Ihr Sohn wird etwa eine Woche benötigen, um sich an einen neuen Rhythmus zu gewöhnen, vorher sind Müdigkeitserscheinungen ganz normal.

Bzgl. des Änhänglichseins haben Sie noch ein paar Wochen Geduld. Ihr Sohn steckt in einer ganz normalen Entwicklungsphase, in der er nicht ohne seine engste Bezugsperson, sprich, seiner Mama, sein möchte.

Ihr Sohn darf gerne wütend werden, wenn er ein Nein hinnehmen muss. Achten Sie darauf, dass das Nein auch eingehalten wird. Handeln Sie zugüg. Ihr Sohn sollte beispielsweise nicht allzu lange die "verbotene" Fernbedienung in der Hand halten können. Nehmen Sie sie ihm sofort weg, sonst macht er ein Spielchen daraus.

Müssen Sie Nein sagen, dann machen Sie im gleichen Atemzug ein Gegenangebot. Ihr Sohn möchte z.B. einen Keks, soll aber nicht, dann sagen Sie: "Einen Keks kannst du jetzt nicht haben, aber ich habe hier einen Apfel für dich." So muss er nicht über das Nein zum Keks wütend werden, sondern über den Apfel nachdenken.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 16.07.2014

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