Sylvia Ubbens

Völlig überfordert

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo
Ich bin mittlerweile mega verzweifelt und weiß nicht mehr weiter.
Ich habe eine Tochter (fast 3 Jahre) und einen Sohn (9 Monate)
Meine Tochter war immer schon ein sehr impulsmanter Mensch. Sie hat seit sie 2 ist, immer mal wieder Bockphasen. Damit kam ich aber auch klar. Seit dem sie aber in den Kindergarten geht (August 2020) weiß sie noch viel mehr was sie will, oder auch nicht will. Ich habe sie jetzt für den Rest der Woche aus dem Kindergarten genommen, damit sie mal wieder etwas Ruhe bekommt. Habe ich gedacht. Selbst die Erzieher sagen, dass sie im Moment viel misst macht. Schmeißt mit Sachen rum. Macht sie mit Absicht kaputt. Gestern war aber die Spitze vom Berg erreicht. Ich wollte sie abholen und eig eine Runde in den Wald gehen. Sie war aber schon nach dem Mittagsschlaf nur am heulen. Ich habe sie nicht angezogen bekommen und musste sie mit tshirt und puschen zum Auto tragen. Das anschnallen ging nur, in dem ich sie festgehalten habe. Auch morgens ist es nur noch ein Kampf. Sie will sich nicht anziehen bzw. anziehen lassen. Rennt weg. Findet das lustig. Und so weiter..... will hier nicht will da nicht. Ich war gestern so viel am weinen. Ich war völlig fertig. Und dann stand meine Tochter aufeinmal vor mir und fragt: Mama was ist los?
Da wäre ich am liebsten explodiert. Läuft es nicht nach ihrer Nase, rastet sie aus. Ich kann eh machen was ich will, es ist alles falsch. Eig wollte ich die nächsten Tage so viel tolles machen, damit sie mal wieder mehr von mir hat. Aber anscheinend interessiert sie das auch nicht. Als ich sie vorhin fragte, ob wir zum Spielplatz wollen, sagte sie voller Freude: jaaaa. Aber anziehen geht nicht. Sie ärgert nur ihren Bruder und macht blödsinn.
Jetzt ist sie seit einer halben Stunde in ihrem Zimmer am spielen (Schlafanzug noch an, Pampers voll gekackt) und ich bin Schokoladen Essend im Wohnzimmer und am Heulen. Mein Mann (der von 7:00-17:00 Uhr aus dem Haus ist) kam gestern mit einem großen Blumenstrauß an und einer schokolade und sagte: iss lieber die bevor du wieder anfängst zu rauchen. Das hätte ich gestern nähmlich fast gemacht. Habe vor 5 Jahren für die Kinder aufgehört.
So, vielleicht hat ja noch jemand einen anderen Tipp außer, es ist nur eine Phase. Vielen Dank schon mal

von Nuller-Anni am 04.11.2020, 09:14 Uhr

 

Antwort auf:

Völlig überfordert

Liebe Nuller-Anni,

dass Ihre Tochter es mit noch nicht einmal drei Jahren schafft, sich eine halbe Stunde alleine in einem Zimmer zu beschäftigen, zeigt, dass sie derzeit scheinbar überfordert ist. Die Entthronung durch den kleinen Bruder und die damit verbundene Eifersucht, als Reaktion ärgert sie ihn, und im Kindergarten zu viele wuselnde Kinder, keine Ruhemöglichkeit und dann der Frust, in dem Dinge geworfen oder kaputt gemacht werden.

Versuchen Sie, viel Struktur in die täglichen Abläufe zu bringen und planen viel Zeit ein, in der Ihre Tochter zur Ruhe kommen kann. Vielleicht legen Sie Ihre Tochter abends eine halbe Stunde früher schlafen, damit sie morgens früher aufwacht und so vor dem Kindergarten noch etwas Zeit hat zu spielen und dann auch in Ruhe Zeit ist, sie anzuziehen. Dazu gehen sie mit Ihrer Tochter in einen Raum, bei dem sie die Tür schließen, damit sie nicht weg läuft oder aber, Sie setzen sie auf den Wickeltisch, den Sie womöglich für Ihr Baby haben, und ziehen sie dort an. Sie muss sich nicht alleine anziehen, wenn dies derzeit zu Problemen führt.

Sie meinen es gut, wenn Sie mit Ihrer Tochter auf den Spielplatz gehen wollen usw.. Nehmen Sie es nicht persönlich, wenn Ihre Tochter dies nicht annehmen kann (eigentlich möchte, dann aber das Anziehen dazwischen kommt). Ihrer Tochter geht es gut im ruhigen Spiel.

Besteht ggf. die Option die Kindergartenzeiten ein wenig zu kürzen, damit der Tag für Ihre Tochter nicht so anstrengend wird?

Eine Entspannung wird sich erst nach ein paar Wochen zeigen. Bleiben Sie geduldig und verabreden ggf. mit Ihrem Mann, dass Sie, wenn er von der Arbeit kommt, eine halbe Stunde alleine spazieren gehen o.ä., um für sich zur Ruhe zu kommen und Kraft zu tanken. Am Wochenende darf er sich auch gerne mal einen Tag oder einen halben, um die Kinder kümmern und Sie tun nur etwas für sich, damit Sie gestärkt für die Woche sind.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 04.11.2020

Antwort auf:

Völlig überfordert

Hallo,
ich habe auch ein Mädchen, welches mich sehr zum Weinen brachte und verzweifeln ließ. Hier war es tatsächlich eine Phase. Da gab es einen Spruch von einer Pädagogin, der mir etwas half: Das Kind rebelliert für sich selbst und nicht gegen dich. Soll heißen, durch ihr Handeln versucht sie ihre Bedürfnisse einzufordern oder Überforderung abzubauen und NICHT um dich zu ärgern. Irgendetwas beschäftigt sie sehr, ohne dass sie in der Lage ist, es verbal zu formulieren. Ganz bestimmt bist du eine tolle Mama und deine Tochter liebt dich von ganzem Herzen!!! Alles Gute.

von Christin mit Zwulchi im Bauch am 04.11.2020

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