Sozialpädagogin Sylvia Ubbens

Kindererziehung

Sylvia Ubbens, Dipl.-Sozialpädagogin

   

 

Unterschiedliche Erziehungsvorstellung

Sehr geehrte Frau Ubbens,


vielen Dank dafür, dass Sie sich die Zeit nehmen, hier Fragen zu beantworten.
Ich habe folgende Frage: Wir sind mit Freunden im Urlaub, die andere - laxere - Vorstellungen vom Umgang mit digitalen Medien haben als ich. Ich schreibe bewusst nicht "wir", weil mein Mann sich aus allem heraus hält und im Urlaub vor allem seine Ruhe haben will. Nun stehe ich allein drei Erwachsenen gegenüber und ziehe regelmäßig den Kürzeren. Ich habe mir aber einige Gedanken gemacht und bin nicht der Meinung, dass bei tollem Wetter an einem schönen Ort unbedingt dauernd Computerspiele gemacht werden müssen. Außerdem habe ich viele Spiele und Bücher mitgebracht (unsere Kinder lesen gern und haben die Bücher zuhause in Köln mit ausgesucht), hatte mich richtig darauf gefreut, mal mehr Zeit als zuhause mit ihnen verbringen zu können (ich arbeite Vollzeit). Jetzt kann ich nichts davon verwirklichen, weil die Kids mit ihren Kumpels immer was zusammen im Internet spielen wollen (alternativ wird ferngesehen) - ich kann mich gegen drei Erwachsene, die alle "ihre Ruhe" haben wollen + die Kinder nicht durchsetzen bzw. wenn ich es versuche, stehe ich als Spaßverderberin da. Nun meine Frage: Würden Sie einfach akzeptieren, dass jetzt eben täglich stundenlang gespielt wird, weil die Kinder dazu Lust haben, es den anderen Erwachsenen weitgehend egal ist und ich in der Minderheit bin oder würden Sie versuchen, mit allen nochmals zu reden bzw. die Kinder doch für etwas Anderes zu erwärmen? Ich hatte mir unseren GEMEINSAMEN Urlaub etwas anders vorgestellt...


Mit freundlichen Grüßen von der Adria,

I.L.

von Landgräfchen am 02.07.2019, 18:53 Uhr

 

Antwort:

Unterschiedliche Erziehungsvorstellung

Liebe I.L.,

sprechen Sie mit Ihrem Mann. Erklären Sie ihm unter vier Augen, wie Ihre Urlaubsvorstellungen sind und er kann erzählen, wie er sich den weiteren Verlauf vorstellt. Wollen Sie ans Meer, Sehenswürdigkeiten besichtigen oder anderes? Möchte Ihr Mann tatsächlich nur seine "Ruhe" oder kann auch er sich bestimmte Aktivitäten vorstellen? Vielleicht können Sie sich auf die "Mitte" einigen. Besprechen Sie auch die Menge des Medienkonsums. Einigen Sie sich auf "egal" oder 2 Stunden täglich? Wichtig ist, dass sie als Eltern/als Paar sich einig sind, egal, wie die Freunde es sehen.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 03.07.2019

Antwort:

Unterschiedliche Erziehungsvorstellung

Ehelich gesagt, denke ich, das wirst du mit den anderen Mitreisenden Erwachsenen im Vorfeld klären müssen. Natürlich wäre es besser, die Kinder hängen nicht nur vor dem TV oder dem Computer - aber andererseits ist Urlaub und da können auch mal andere Regeln gelten. Aber das hat meiner Meinung nach eher nichts mit grundsätzlicher Erziehung und Problemen damit zu tun - eher damit, wie jeder von euch sich Urlaub vorstellt und ob das überhaupt zusammen passt. Vielleicht könnt ihr ja einen Kompromiss finden? Einen Tag kann jeder abhängen, glotzen, zocken - am andere Tag bleiben die Dinger aus.
Wenn das nicht möglich ist, wirst du entweder in den sauern Apfel beißen müssen und es dulden, der Buhmann sein und auf andere Dinge bestehen - oder aber, ihr fahrt eben nicht genau mit diesen Freunden in den Urlaub.
ich persönlich würde das nicht tun, wenn die Vorstellungen von Urlaub so krass unterschiedlich sind. Denn von täglicher Unzufriedenheit hat keiner etwas - weder du, noch die anderen, die dich als Spaßbremse empfinden.
Ich persönlich wäre aber dennoch etwas lockerer und würde auch meinen Kindern und Mann und mir selbst auch mal solche Lazy Days gönnen und im Urlaub auch mal 5e grade sein lassen.

von cube am 02.07.2019

Antwort:

Unterschiedliche Erziehungsvorstellung

Danke für die Antwort! Ein bisschen Spielen / Zocken mache ich auch selber :-)
Es ist meines Erachtens nur eine Frage von wie lange und wie oft... und ob man noch andere gemeinsame Erlebnisse hat... fürs Computerspielen muss ich eigentlich keine weite Reise machen. Ich wollte eben gern in meinem Urlaub mal etwas gemeinsam mit meinen Kindern erleben, unternehmen, nicht nur die Hintergrund-Orga - Einkaufen, Kochen etc. - ereledigen, meine (Grundschul-)Kinder sind ja noch nicht so alt... nun ja.
Klärung vorher fand selbtredend statt, die Freunde haben sich gegen das ständige Computerspielen ausgesprochen - sieht dann in der Realität angesichts von quengelnden Kindern offenbar doch anders aus. Wir hätten glaube ich genauer absrepchen sollen, wie oft und wie lange ... Mir kam das aber zu kleinlich vor... jetzt denke ich, das wäre besser gewesen.

von Landgräfchen am 02.07.2019

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