Sylvia Ubbens

Umgang mit 5jähriger bei Theater

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Guten Tag,

wir sind etwas ratlos mit unsere 5jährigen Tochter, wie wir mit ihren Verhaltensweisen umgehen sollten:

Unsere Tochter fängt sehr schnell an, aus "nichts" ein Drama zu machen. Wir wissen auch, dass sie es nur macht, um zu schauen, wie wir reagieren.

Ein Beispiel: sie möchte eine Kiwi essen. Wir gehen in die Küche um sie zu schälen. Dann fällt ihr ein, dass sie ein Gummibärchen möchte, nimmt sich dieses und steckt es in den Mund. Anschließend heult, schreit etc. rum, dass sie nun das Gummibärle im Mund hat und doch eine Kiwi wollte. Alle Erklärungsversuche, dass die Kiwi geschält werden muss und sie ihre Süßigkeit zu Ende essen kann, scheitern. Sie brüllt, schreit und steigert sich in ihr offensichtliches Theater so rein, dass es nicht erträglich ist.

Auch bei alltäglichen Verboten/ Geboten endet es regelmäßig in einer Dramaveranstaltung. Manchmal fängt es schon am Morgen an, dass ich die Bettdecke in die falsche Richtung aufgeschlagen hat. Sie sucht förmlich nach einem Grund uns zu provozieren.

Bisher ist unsere Strategie, dass sie wir sie ins Kinderzimmer schicken mit der Maßgabe, dass sie wieder rauskommen darf, wenn sie sich beruhigt hat. Seit knapp einer Woche ist es aber so, dass sie sich unmittelbar den nächsten Grund sucht und findet. Sie könnte nahezu den ganzen Tag - ausgenommen der Mahlzeiten - im Zimmer aufhalten...


Gleichzeitig weiß sie sich zu beherrschen. Wir haben am Samstag Vormittag geplant gehabt, in Schwimmbad zu gehen - es sei denn, dass sie Theater macht. Sie hat sich zusammengerissen und exakt mit dem Verlassen des Schwimmbades hat sie wieder einen Grund gefunden: sie wollte die Treppe hochgetragen werden, was ich ablehnte....

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns Tipps geben könnten, wie wir das Theatergeschehen hier dauerhaft loswerden. Wir halten es schon seit über einem Jahr aus und die Phasen gehen hier immer über mehrere Tage bis zu 2 Wochen. Nach einer Unterbrechung geht die nächste Phase los.

Vielen Dank,
Pureheart

von Pureheart am 27.11.2018, 21:49 Uhr

 

Antwort auf:

Umgang mit 5jähriger bei Theater

Liebe Pureheart,

versuchen Sie es damit, das "Theater" zu ignorieren. Schälen Sie einfach weiter die Kiwi und stellen sie Ihrer Tochter hin. "Wenn du das Gummibärchen aufgegessen hast, kannst du die Kiwi essen." Oder "Ich gehe schon mal in die Küche zum Frühstücken. Du kannst ja gleich nachkommen." (falsch aufgeschlagene Bettdecke). Usw.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 27.11.2018

Antwort auf:

Umgang mit 5jähriger bei Theater

Guten Abend,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Das reine Ignorieren hilft leider nicht. Wir haben das mehrere Tage am Stück ignoriert, aber diese Drama-Schrei-Attacke dauert mitunter 20-30 Minuten. Das ist einfach nicht auszuhalten! Sie beginnt dann an einem rumzuzerren und wenn man nicht ihren Wünschen nachkommt (z. B. mit dem Treppen hochtragen), dass sie dann anfängt zu hauen und zu treten.
Deshalb ist unsere Strategie gewesen, dass sie sich in ihrem Zimmer ausjammern kann - wir es aber nicht direkt ertragen müssen (wobei man es trotzdem ausreichend hört...)

Wir haben auch schon versucht, wenn sie solch ein Theater macht, mit dem Gegenteil zu reagieren und haben sie konsequent in den Arm genommen. Aber ehrlichgesagt ist mir mein Trommelfell zu schade - sie hat auch nach 5 min nicht aufgehört, rumzubrüllen. Und das tut auf die kurze Distanz echt weh.

Ich möchte mich auch nicht zum Spielball ihres Theaters machen.
Welche Vorgehensweise(n) könnten wir noch ausprobieren?


Viele Grüße,
Pureheart

von Pureheart am 27.11.2018

Antwort auf:

Umgang mit 5jähriger bei Theater

Versteh ich das richtig, dass sie sich schwer tut mit von ihr selbst getroffenen Entscheidungen (Kiwi/Gummibärchen) und Dingen, wo ihr "nein" sagt?
Oder waren das nur Bspl., die aber nicht stellvertretend für den Großteil der Anlässe stehen?
Ich frage deshalb, weil ja so ab 4 die Phase anfängt, selbst entscheiden zu können und zu wollen - aber eben zu merken, in was für einen Zwiespalt das bringt. Nehme ich Variante A, kann ich B nicht haben - nehme ich aber B, kann ich A nicht haben. Das ist erst mal schwer und muss gelernt werden, dass manchmal eben nicht beides geht, dass getroffenen Entscheidungen manchmal nicht rückgängig zu machen sind etc. Das hieße dann eben, dass sie ein Problem damit hat, ihre eigene Wünsche bzw. Entscheidungen auch zu akzeptieren bzw. überhaupt eine Entscheidung zu treffen.
Das andere wäre dann davon losgelöst, nicht akzeptieren zu können, dass ihr auch mal "nein" sagt zu einem Wunsch.
Wie habt ihr das denn gemacht, als die Phase des nicht-entscheiden-können anfing? Durfte sie dann doch die andere Variante nehmen oder habt ihr immer wieder versucht, ihr zu erklären, dass das doch nicht so schlimm wäre etc?
Was macht sie denn zB bei der Treppen-Geschichte - müsst ihr sie letztendlich tragen, weil sie sonst nicht kommt oder kommt sie, tobt dabei aber rum?
Wie reagiert sie denn, wenn ihr mit ihr darüber sprechet? Kann sie sagen, warum sie so aufdreht, was sie stört? Versteht sie im Gespräch, dass ihr Verhalten nervig ist? Also nicht im Sinne eines routienemäßigen Entschuldigens und sagen, dass man es nicht wieder macht, sondern für euch spürbar eine Art Verständnis oder Äußerungen, das sie es selbst blöd findet, sich bemüht, aber es nicht klappt?

von cube am 28.11.2018

Antwort auf:

Umgang mit 5jähriger bei Theater

Liebe Pureheart,

eine andere Idee wäre, Ihre Tochter mit Beschäftigung abzulenken. Dies, wenn Ihre Tochter nicht gerade "Theater" macht. Gehen Sie viel mit ihr nach draußen. Unternehmen Sie dort Dinge, die Ihre Tochter gerne macht, wie Fahrrad fahren, im Wald spazieren o.ä.. Ist sie in Bewegung, wird sie sicherlich über den Tag gesehen nicht so intensiv weinen und schreien. Auch zu Hause gilt es, Ihre Tochter zu beschäftigen. "Du kannst Mama beim Kochen helfen." "Wir spielen jetzt ... ." Usw.. Warten Sie nicht, bis Ihre Tochter auf Sie zukommt. Das, was sich über viele Wochen/Monate eingeschlichen hat, kann Ihre Tochter im Laufe der kommenden Wochen wieder ablegen. Ist sie abgelenkt, wird sie nicht so häufig an möglichen Protest denken.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 28.11.2018

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