Sylvia Ubbens

Tochter 2,5 trotzt beim Schlafengehen.

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Guten Abend,

Ich wende mich an Sie weil ich dieses Thema schon eine Weile mit mir rumtrage und an jeglichem Versuch eine Besserung herbeizuführen gescheitert bin. Meine Tochter macht seit über einem halben Jahr Theater beim Zubettgehen. Eine Mondfahrt für mich da sie bereits als Baby lieber ihr eigenes Bett bevorzugte und auch mit 3 Monaten durchschlief. An unserem Ritual hat sich ebenfalls nichts verändert. Wir lesen ein Buch welches sie sich aussuchen darf. Wir singen 3 Lieder welche sie bestimmt. Dann verlasse ich das Zimmer. So war es bislang. Nur eben seit einem halben Jahr steht die Welt Kopf. Es hat damit angefangen, dass sie anfing Angst vor ihrem Bett zu haben. Dies habe ich anfangs ernst genommen und wollte sie damit nicht alleine lassen. Habe mit ihr gesprochen, ihr gezeigt, dass unterm Bett niemand ist und dass Mama gleich nebenan ist und sofort kommt wenn sie mich ruft. Keine Chance. Sie hat bitterlich geweint also hab ich sie zu mir genommen weil sie bei Mami sein wollte.
Nach einigen Tagen oder sogar Wochen wollte ich sie wieder an ihr Bett gewöhnen. Ein Kampf der Giganten! Steht immer wieder auf, weint schreit, haut gegen die Tür. Dann ist 5 min Ruhe und schon kommt sie wieder sie müsse Pipi. 4 min später ist es Durst. Dann sind es ihre Füße die sie nicht zugedeckt haben möchte obwohl sie sie selbst aufdecken kann. Dann will sie nochmal drücken, nochmal Küsschen, nochmal Durst. Es ist so furchtbar ermüdend und ich habe das Gefühl das nichts, aber auch rein garnichts sie überzeugen kann. In ihrem Zimmer ist ein kleines Licht und die Tür ist auf.

Meine Versuche sahen bislang so aus, dass Ich in ihrem Zimmer gesessen und gewartet habe bis sie einschläft. Sobald sie nachts wach wurde und das leere Zimmer vorfand konnte ich sie nicht beruhigen. Da ich auch arbeitstätig bin war das erneute warten neben ihrem Bett ziemlich ermüdend und zerrend zumal sie auch teilweise 3 mal wach wird. Ich habe eine Belohnungsschnecke an den Kühlschrank angebracht auf welcher sie 8 Sticker sammeln muss für jede gute Nacht ohne Kampf. Nach 8 gesammelten Stickeren bekommt sie dann (eigentlich) eine Überraschung. Auch das hat 1 mal geklappt und die nächste Schnecke war schon uninteressant und wieder war ich am Anfang. Das Androhen, dass es morgen früh keine Sticker gibt oder keine Serie im tv interessiert sie herzlich wenig.
Da sie noch ihr Gitterbett hat welches allerdings schon lange keine Gitterstäbe mehr hat, dachte ich, vll mag sie ihr Bett einfach nicht. Um das zu testen dachte ich probiere ich einfach aus ob sie vll woanders in ihrem Zimmer schlafen würde. Unsere kuschelecke welche wir unser Abendritual nutzen und welche sie öfters mal für ihren Mittagsschlaf nutzt erwies sich zunächst als eine gute Idee. Ich habe ihre Matratze dort verfrachtet und sie fand es riesig ohne die Barrieren und unter all ihren kuscheligen Freunden. Doch leider hat auch das genau eine Woche gehalten und nun geht's wieder los. Ich weiß mir langsam nicht mehr zu helfen... Ich arbeite halbtags und vll fehlt ihr Aufmerksamkeit da ich Alleinerziehend bin und noch einiges im Haushalt anfällt wenn ich sie aus der Kita hole. Vll kommt sie zu kurz... Ein guter und regelmäßiger Kontakt zum Papa ist vorhanden. Die Wochenenden die sie mit mir verbringt gestalten wir recht großzügig und abwechslungsreich. Wir fahren ihre Freundinnen besuchen oder sie schlafen bei ihr. Wir gehen ins Kindertheater oder auf den ponyhof. So gut ich kann nutze ich die gemeinsame Zeit mit ihr...
Sie ist ein liebes aber auch Temperamentvolles Kind. Sie kann ihre Meinung offen kundtun, nimmt mich als Mama aber genauso ernst. Sie versteht ein nein auch beim ersten mal und ist ein sehr herzliches Kind. Umso weniger verstehe ich ihr verhalten am Abend.

Vielleicht muss man dazu sagen, dass sie sich beim abholen aus der Kita teilweise auch "schräg" verhält. Wo Andere Kinder sich auf ihre Eltern freuen ist sie erstmal 20 min böse mit mir und sagt ich solle wieder gehen. Wenn ich dann vor die Tür gehe nachdem ich sie 10 mal frage ob sie nicht mitkommen möchte etwas leckeres mit mir zu kochen,schreit sie und weint. Das selbe Mysterium zeigt sich bei den Großeltern. Sie möchte am we oft da bleiben. Ich erkläre ihr dann, dass Mama aber nachhause fährt aber morgen zum Frühstück kommt. Bevor ich dann gehe frage ich sie nochmal ob sie wirklich bei Oma schlafen möchte. Wenn ich die Wohnung meiner Eltern verlasse ist alles im Ordnung...... Bis es ins Bett geht oder sie nachts wach wird. Sie schreit nach Mami und kann sich kaum beruhigen. :(
Ich bin mit meinem Latein am Ende und mit meinen Nerven zu Fuß... Es zieht sich alles schon so lange hin und wir kämpfen jeden Abend mit vielen Tränen und schimpfe um die 1,5 Stunden. Ich verstehe einfach nicht was ich falsch mache oder was ich übersehe... Ich wäre ihnen so sehr für einen Rat dankbar.

Liebe Grüße
Lynnlove

von LynnLove am 03.12.2013, 22:07 Uhr

 

Antwort auf:

Tochter 2,5 trotzt beim Schlafengehen.

Liebe Lynnlove,

es gibt verschiedene Möglichkeiten: die Sanfte ist, sie holen Ihre Tochter zu sich ins Schlafzimmer.
Die für ein paar Tage vermutlich tränenreiche Variante, ist die, dass Sie Ihre Tochter in ihr eigenes Bett legen und sie dort konsequent zum Einschlafen bringen und sie auch nicht aufstehen darf.

Läuten Sie schon frühzeitig das Abendritual ein. Geben Sie ein Buch vor, aus dem die Gute-Nacht-Geschichte gelesen wird. Einigen Sie sich auf ein Lied, dass sie jeden Abend singen. Geben Sie Ihrer Tochter ein Ritual vor, lassen Sie sie nicht jeden Abend neu entscheiden. Das wird Sicherheit schaffen.

Entscheiden Sie, wie Sie als Erwachsene möchten, dass Ihre Tochter schläft. Eine 2-Jährige kann noch nicht wissen, ob ihr das Bett, die Kuschelecke oder oder gut tut. Ihrer Tochter wird nach einiger Zeit die Gewohnheit gut tun. Probieren Sie nicht mehr zuviel aus.
Steht Ihre Tochter auf, bringen Sie sie gleich wieder ins Bett. Lassen Sie sich nicht in Gründe verwickeln, warum sie aufstehen musste. Bleiben Sie ein paar Tage vor ihrer Tür, so können Sie schnell reagieren. Schon nach ein paar Tagen wird Ihre Tochter begriffen haben, dass es Ihnen ernst ist und dass sich die Mühen des Aufstehens nicht lohnen.

Genauso beim Abholen aus dem Kindergarten. Sie geben vor, wie es laufen soll. Fragen Sie nicht 10 mal nach, ob sie jetzt mitkommt. Es ist für Ihre Tochter ein Spiel geworden. Gehen Sie konsequent vor. Überlegen Sie sich im Vorfeld, wie Sie sich das Abholen vorstellen und machen es dann so.

Ihre Tochter ist noch zu jung, um das Belohnungssystem (Sticker) zu verstehen, darum hat es nicht dauerhaft funktioniert.

Ihre Tochter braucht feste Strukturen. Eine 2-Jährige muss noch nicht soviel mit entscheiden dürfen. Das überfordert sie und wirkt sich auf ihre innere Sicherheit aus. Viele Rituale und Entscheidungen, die ihr abgenommen werden, verleihen ihr ein gutes ausgeglichenes Gefühl und verhelfen auch zum besseren Schlafen.

Auch bei den Großeltern. Sie haben gemeinsam den Entschluß gefasst, dass Ihre Tochter dort übernachten soll/möchte, dann fragen Sie nicht noch einmal nach, bevor Sie gehen. Dass sie dort vor dem Einschlafen oder auch nachts "Theater" macht ist ja verständlich, dass macht sie zu Hause ja auch.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 05.12.2013

Antwort auf:

Tochter 2,5 trotzt beim Schlafengehen.

Hallo.

Ich hatte das gleiche Problem mit meinem 2,5 Jahre alten Sohn.
Habe ihn einfach mitsamt seinem Bett zu mir ins Schlafzimmer geholt zum schlafen.Hat sich als richtig erwiesen.Er schläft super durch jetzt und ich auch...

junima

von junima2011 am 03.12.2013

Antwort auf:

Tochter 2,5 trotzt beim Schlafengehen.

Hallo,ich meine grad du erzählst von meiner Tochter,auch 2,5,ich hab leider noch kein Rezept gefunden.Sitzen jeden Tag abends 1 Stunde an ihrem Bett bis sie eingeschlafen ist,wacht nachts auch wieder öfter auf,ich hol sie dann halt in unser Bett,da schläft sie dann sehr friedlich weiter.Ist keine Traumlösung und ich wollte das so auch nie,aber so schlaf ich wenigstens wieder mehr.Sie hat bis vor einem Halben Jahr durchgeschlafen und ist alleine eingeschlafen und dann von einem Tag auf den anderen war das so.Bin gespannt was du als Rat bekommst,bei uns hat bis jetzt noch nix geholfen.Wünsch dir weiter viel Geduld.
LG

von katja0409 am 04.12.2013

Antwort auf:

Tochter 2,5 trotzt beim Schlafengehen.

Auch bei uns fing das mit ca. 2 Jahren an. Vorher hat er ohne Probleme bei sich im Bett geschlafen, alleine einschlafen usw.

Es ging dann langsam los mit Tür auflassen, da bleiben usw. und endetet schlussendlich so, dass mein Sohn (2,7 Jahre) seit 6 Monaten bei uns schläft. Ich sage mir, dass er das nunmal gerade braucht und ein gestilltes Bedürfnis irgendwann verschwindet. Momentan leben wir ganz gut damit, was nicht heißt, dass das in 6 Monaten immer noch so ist. Mal schauen.
So schlafen wir alle mit Sicherheit besser, als wenn ich 3 mal die Nacht aufstehen müsste, um ihn wieder zum Schlafen zu bringen.

Momentan ist er oft krank oder träumt was komisches (was den Kleinen ja auch Angst machen kann, weil sie das so noch nicht verstehen), dann wird er wach und weint, ich streichele ihn kurz, sage, dass ich da bin und er schläft ruckizucki wieder ein.

Von Belohnen allgemein halte ich gar nichts. Das ist für mich sowas wie Konditionierung. Positives Verhalten wird belohnt, damit stehe aber nicht mehr ich als Person im Mittelpunkt (was will ich, was mag ich nicht), sondern die Belohnung, was schnell seinen Reiz verlieren kann. Belohnungen für die Unterdrückung eines Bedürfnisses (Nähe) halte ich für noch "falscher".

von schnabbel am 06.12.2013

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