Sylvia Ubbens

Tischmanieren

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

In Ergänzung zu meiner Nachfrage weiter oben (bzg. Schlafrhythmus und essen) möchte ich noch die Frage stellen, bis wann man das Matschen im essen tolerieren sollte.
Wie gesagt, unser Sohn ist 30 Monate und er matscht immer noch mit Essen herum.
Muss aber gestehen, dass ich vorher sehr streng war mit Rummatschen, vielleicht hat er jetzt Nachholbedarf?
Es heißt ja immer, dass Kinder die Konsistenz von Essen ertasten sollen dürfen, und das habe ich ihm nicht immer erlaubt.
Vielen Dank,
Annapas

von Annapas am 25.05.2020, 23:22 Uhr

 

Antwort auf:

Tischmanieren

Liebe Annapas,

mit genügend Appetit wird Ihr Sohn sicherlich auch weniger matschen. Aus dem Grund befolgen Sie gerne den Rat aus der vorigen Antwort und lassen ggf. Zwischenmahlzeiten weg. Zudem ist dann Ihre liebevolle Konsequenz gefragt. Eine kleine Anmerkung/Ermahnung und dann erfolgt die angekündigte Konsequenz, wie z.B. dass der Teller an die Seite gestellt wird. Das muss nicht heißen, dass er bis zur nächsten Mahlzeit warten muss. Nach ein paar Minuten kann er am Tisch sitzend noch einmal versuchen, in angemessener Form zu essen.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 26.05.2020

Antwort auf:

Tischmanieren

Hallo nochmal :-)
Erst mal: worauf man besonderen Wert legt / "streng ist", ist etwas ziemlich individuelles. Du legst Wert darauf, das mit dem Essen nicht gematscht wird, dafür darf euer Kind vielleicht auf das Sofa als Trampolin benutzen. Beim anderen Elternpaar ist es umgekehrt - ordentlich Essen ist später erst wichtig - aber auf dem Sofa hüpfen - no way.

Essen haptisch erfahren heißt eigentlich: wenn ie Kids anfangen, am Familienessen teilzunehmen, dürfen sie auch mit den Fingern essen. Die Kartoffel zerdrücken um festzustellen, dass diese innen weicher ist als außen. Oder das die Erbse sich zerdrücken lässt und dann das Innere rausqillt. Oder die Nudel auch mit Soße mit den Fingern essen statt sich noch füttern zu lassen damit ja nichts eingesaut wird.
Es eißt aber nicht, das Kind mit der Hand ins Essen reinhauen darf, die Nudeln auf dem Tisch verschmieren oä.

Zu dem Zeitpunkt können Kinder auch feinmotorisch eben noch nicht so richtig mit Besteck umgehen - dennoch können sie ohne Besteck selber essen. Mit zunehmender Feinmotorik wird danneben immer mehr/besser mit Löffel, Gabel etc gegessen. Kinder machen ja auch nach, was die Eltern tun.
Ihr scheint das umgedreht zu machen: erst sehr darauf geachtet, das nicht mit dem Essen "gespielt" wird und jetzt, wo er altersgemäß eigentlich schon gut mit Löffel und Gabel essen könnte ohne alles einzukleistern, darf er matschen.
In einem Alter, in dem er eh vermehrt Grenzen testen will/muss, ausprobieren wie weit man gehen kann, wo die Grenzen der Eltern sind.

Das scheint er ja auch auszunutzen.

da verweise ich auf meine untere Antwort - IHR habt auch eure Grenzen. Er muss nicht jetzt mit Essen derart matschen, das euch der Appetit vergeht. Er muss nicht um den Tisch rumlaufen, euch beim Essen stören usw weil Corona ja schlimm ist oder sonst etwas.
Es gibt einfach Dinge, die müsst ihr nicht tolerieren. Das ist individuell. Manche Eltern wollen, dass auch ein 2-jähriger so lange sitzen bleibt, bis alle fertig sind. Den anderen ist nur wichtig, das während Kind isst, dieses nicht ständig aufsteht. Ist es fertig, darf es schon soielen gehen - aber ohne ! seine Eltern dann ständig zu "terrorisieren" ;-)

Ich glaube, euer Problem ist, dass ihr nicht klar darin seid, was Kind darf und was IHR nicht wollt. Das verwirrt Kinder aber bzw. reizt sie ein Stück weit auch, Freiheiten immer weiter auszudehnen.
Stellt wenige, aber feste Regeln auf und achtet dann auch auf deren Einhaltung.

Ihr werdet nicht weiter kommen, wenn ihr es eurem Kind immer nur Recht machen wollt.
Kinder wollen und dürfen Grenzen erfahren - aber die müsst IHR aufstellen. IHR müsst euch einig sein, was euch wichtig ist und wo man mal 5e grade sein lassen kann.

von cube am 26.05.2020

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Tischmanieren

Hallo,

Matschen ist für Kinder unter drei total faszinierend, in der Krippe sind Angebote dazu immer ein Hit.
Von daher: Lenk sein Matschen doch auf andere Dinge: Schaum in der Badewanne, Sandeimer mit Wasser, Rasierschaum mit Lebensmittelfarbe oder Glitzer oder etwas anderes Matschiges. Auch beliebt sind Fühlbäder, zB eine Schüssel mit Perlen, mit Tannenzapfen, mit Knöpfen, mit Sand, mit ...
Dann fällt es Dir vielleicht leichter, das beim Essen zu unterbinden, und ihm fällt es leichter, das zu akzeptieren.
Für den Übergang würde ich an Deiner Stelle dann aber auch Konsequenzen einführen: Wenn er anfängt mit Essen zu matschen, gibt es eine Ermahnung, danach ist der Teller weg und er wird gefüttert.

Viele Grüße

von Mamamaike am 26.05.2020

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