Sozialpädagogin Sylvia Ubbens

Kindererziehung

Sylvia Ubbens, Dipl.-Sozialpädagogin

   

 

Sohn (2,5) hört nicht und räumt alles aus.

Hallo Frau Ubbens,

ich hatte vorhin schonmal über die Schlafproblematik meines Sohnes geschrieben.

Wir haben echt Probleme mit ihm, die wir so von unserer älteren Tochter (5) nicht kennen. Wir erziehen beide Kinder gleich, sind liebevoll konsequent, erklären auf Augenhöhe, es gibt feste Regeln, aber auch Mitspracherecht seitens der Kinder bei manchen Dingen.

Unser Sohn war als Baby sehr ruhig und ausgeglichen. Mit ca. 1 Jahr hat er angefangen wunderbar alleine zu spielen, viel mit seinen Autos oder mit Duplo. Seit er ca. 2 Jahre alt ist, kann er keine Sekunde mehr allleine spielen. Man muss sich entweder mit ihm beschäftigen oder er macht nur Blödsinn. Wenn ich ihn mal einen Augenblick aus den Augen lasse räumt er sämtliche Schubladen aus, er schmeißt mutwilig alles heraus auf den Boden. Er schnappt sich Stifte und malt Wände/Boden an. Er reißt Bücher kaputt, Poster von unserer Tochter, haut mit Spielzeug gegen den Fernseher.
Unterwegs kann ich ihn keine Sekunde aus den Augen lassen, er rennt sofort weg.
Ich erkläre warum er manches nicht darf oder dass ich es nicht will dass er immer alles ausräumt. Er versteht es auch nach hundertmal erklären nicht. Wir nehmen ihm Spielzeug weg, das interessiert ihn nicht. Er ist komplett resistent gegen Verbote, Erklärungen prallen vollkommen an ihm ab.
Mein Geduldsfaden ist inzwischen sehr kurz, ich wurde schon ein paar mal laut oder habe ihn am Arm weggezerrt. Das tut mir sehr leid, so möchte ich nicht sein. Aber er bringt mich zur Weißglut.
Wenn ich z.B. in der Küche koche, man denkt er spielt dann nebenan im Kinderzimmer, auf einmal poltert und rumpelt es und er reißt sämtliche Schubladen auf, räumt Brettspiele aus, Bausteine etc. Innerhalb einer halben Minute sieht es aus wie auf dem Schlachtfeld, und das mehrmals am Tag.
Wir sind mit unserem Latein am Ende.

Haben sie Tipps für uns?

Lg Leja

von LeJa1316 am 08.01.2019, 14:42 Uhr

 

Antwort:

Sohn (2,5) hört nicht und räumt alles aus.

Liebe Leja,

Ihr Sohn scheint mehr Bewegung zu benötigen. Er braucht mehr Zeit am Tag, um sich wirklich auspowern zu können. Gehen Sie vormittags und nachmittags mit ihm nach draußen. Machen sie lange Spaziergänge, lassen ihn Laufrad fahren, spielen gemeinsam Fußball usw.. Es wird Ihrem Sohn Spaß machen und er kann sich ausgeglichener in der Wohnung beschäftigen. Als weiteren Tipp kann ich Ihnen raten, die Ideen aus der ersten Antwort meiner Vorrednerin zu beherzigen: Schubladensicherungen, Stifte nur in Ihrem Beisein, Mithilfe bei der Hausarbeit usw..

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 10.01.2019

Antwort:

Sohn (2,5) hört nicht und räumt alles aus.

In dem Alter testet er natürlich aus, wie weit er gehen kann bzw. ob das Nein von eben 5 Min. später immer noch ein Nein ist. Das ist anstrengend. Und ja, manche Kinder sind eher angepasst, "gehorchen" schnell - andere sind resistenter gegen den Elternwillen ;-)
Habt ihr schon mal über Schubladensperren bzw. Sicherungen nachgedacht? Wenn man ihn momentan nicht alleine lassen kann, würde ich genau das eben auch nicht tun. Dann muss er halt in deiner Nähe bleiben und dort spielen. Stifte darf er dann eben nur haben, wenn du dabei bist - selber nehmen geht dann eben erst mal nicht.
Spielzeug weg nehmen macht nur Sinn, wenn er damit Unsinn anstellt wie gegen den Fernseher schlagen. Ansonsten wäre das eine Strafe, deren Zusammenhang er nicht verstehen kann (Poster abreißen, dafür Spielzeug weg zB ist für ihn nicht verständlich).
Draußen muss er dann eben permanent an der Hand bleiben.
Im Prinzip musst du dafür sorgen, dass er eben so wenig Möglichkeit wie möglich hat, überhaupt diese Dinge zu tun. Manchmal muss man dann auch Dinge, die nicht kaputt gehen sollen, mal zeitweise wegräumen.
Erklärungen nützen wenig - damit kann er noch nichts anfangen. Kurz und knapp ankündigen "wenn du wegläufst, musst du an der Hand bleiben" und das dann eben auch umsetzen.
In der Küche zB könntest du ihn in die Hauarbeit mit einbinden?
ich weiß, das ist anstrengend und insbesondere, wenn das erste Kind pflegeleichter war - aber ungewöhnlich hört sich deine Schilderung nicht an.

von cube am 09.01.2019

Antwort:

Sohn (2,5) hört nicht und räumt alles aus.

Es ist hier über das Internet schwierig, an die Ursache des Verhaltens vom Kind zu kommen. Dazu ist eher das direkte Erleben notwendig. Ich will es trotzdem versuchen auch wenn es theoretisch klingt.
Ich erkenne, dass ich als Elternteil ein Problem habe. Deshalb wende ich zunächst die Ich-Botschaft an. Ich spreche das Kind etwa so an: „Du räumst sämtliche Schubladen aus, schmeißt mutwillig alles heraus auf den Boden und was ich sonst erlebe…. Das hat folgende Wirkung auf mich: Nun liegt hier alles herum. Da kann ich kaum gehen. Ich muss alles wieder aufräumen. Das im traurigen Ton. Kommunikation auf der Gefühlsebene.
Während dessen beobachte ich das Kind einfühlsam und warte zunächst sein weiteres Verhalten ab.
Beim einfühlsamen Beobachten versuche ich, das Kind näher kennen zu lernen. Bis dahin komme ich hier auf diesem Wege über das Internet. Alles weitere kann ich nur im direkten Erleben klären.

von Perspektiven am 10.01.2019

Antwort:

@Perspektiven

Mh, verstehe ich das richtig: du beginnst mit einem 2,6 jährigen Kind eine Gespräch darüber, was deine Gefühle sind, wenn es diese Dinge tut mit der Intention, dass es deine Trauer erkennt (traurige Stimme) und deswegen beschließt, dies nicht mehr zu tun, damit Mama nicht traurig sein muss?
Da sehe ich gleich 2 Probleme:
1. Kind ist zu klein, um ein solches Gespräch einordnen zu können. Außerdem geht es hier um im Grunde simple Dinge wie "Bücher werden nicht kaputt gerissen".
2. Kind soll also sein Verhalten ändern, um Mama nicht traurig zu machen. Das nennt man auch emotionale Erpressung.
Es geht hier nicht um die Gefühle der Mutter - es geht ganz schlicht und simpel darum, das "Nein" auch wirklich "Nein" heißt. Nicht, weil Mama dann traurig ist, sondern weil Dinge kaputt gehen und Mama das nicht will.

von cube am 10.01.2019

Antwort:

@Perspektiven / Nachtrag

Das Problem zB Wände anmalen ist eine sachliche - nämlich was man darf oder nicht darf.
Dein Vorschlag zieht das sachliche Thema "Wände werden nicht angemalt" (oder" mit Stiften malt du nur auf Papier") auf eine emotionale Ebene. Einer der häufigsten Fehler in der Kommunikation.
Ich verstehe dein Ansinnen und nehme an, du hast die Kommunikationstheorie und ihre verschiedenen Ebenen im Kopf.
Wenn mich Dinge, die zB mein Partner macht, verletzen, benenne ich zunächst das Thema wie "Unpünktlichkeit" und erkläre dann, wie das auf mich wirkt (zB "respektlos"). Das ist aber etwas für Erwachsene - und auch hier gilt ja eben, nicht die Emotionskarte auszuspielen im Sinne von "du macht mich damit traurig" sondern genau das zu vermeiden und eher die Wirkung auf mich zu beschreiben (eben "wirkt auf mich respektlos").

von cube am 10.01.2019

Antwort:

@Perspektiven

Ich kenne Kinder anders.
Schon 2-Jährige verstehen viel davon was Erwachsene sagen und tun. Das erlebe ich als Großvater. Sie können nur noch nicht so gut sprechen. Kinder sind gute Beobachter.
Ich mache andere Erfahrungen mit Kindern auch im 3. Lebensjahr.
Wie reagieren Sie, wenn jemand nein zu Ihnen sagt?
Um was es geht, wird die fragende Mutter selbst entscheiden.

von Perspektiven am 10.01.2019

Antwort:

@Perspektiven / Nachtrag

"du machst mich damit traurig" das kann eigentlich niemand, einen anderen Menschen irgendwie machen. Jeder Mensch hat eigene Gefühle.
Eher "Ich bin traurig" Das ist wirklich nur ein theoretisches Beispiel. Mehr ist hier nicht möglich. Die betroffene Mutter wird Worte finden, die ihrer Gefühlslage eher entspricht. Das kann ich nicht für sie tun.

Ich kann aus Zeitgründen nur Teile aus dem Zusammenhang Ihres Beitrags kommentieren und bitte Sie dafür um Verständnis.

von Perspektiven am 10.01.2019

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