Christiane Schuster

nur Ablehnung

Antwort von Christiane Schuster

Frage:

Mein Sohn (2 geworden), liegt seit 7 Wochen in der Kinderklinik. Er ist am Kawasaki-Syndrom erkrankt.Ich kann aber nicht dort bleiben, denn ich habe zu Hause noch 3 Mädchen (6,5,3 jahre) die ihre Mama brauchen. Aber jeden Tag besuche ich ihn für mehrere Stunden. Seit einigen Wochen ist er mir gegenüber sehr abweisend. Er zornt, wenn er nicht bekommt, was er möchte. Er wirft mit Absicht Spielsachen vom Tisch. Wenn ich ihn auf den Arm nehme, beugt er sich weg und will mit aller Gewalt herunter. Zu allem was man fragt, sagt er kopfschüttelnd :"Nee nee." Wenn ich ihn frage, ob ich ein Bussi bekommen, kommt auch immer Abweisung. Doch wenn ich nach Hause gehe, heult er wie ein Schloßhund, ruft "Mama", klammert sich fest und es tut mir leid, daß ich nicht bleiben kann. Er wird verwöhnt, ist der "Chef" (laut Pflegepersonal) und hat viele Freiheiten. Das Pflegeteam wird wohl denken, ich bin eine schlechte Mutter, weil er so abweisend ist. Ich mache mir Vorwürfe, obwohl es keinen Grund gibt. Zuhause war er nicht so. Die Ärztin erzählte mir, er würde zu den Schwestern auch manchmal "Mama" sagen. Aber er versteht doch gar nicht, daß er momentan ím Krankenhaus ist, und dann wieder heim kommt. für ihn ist es nun sein zuhause - für den Moment. Finde ich. Mein Lebensgefährte sagt, ich sollte dem nicht soviel Bedeutung geben. Das renkt sich schon wieder ein, wenn er wieder zuhause ist.
Vielleicht könnten sie ihre Meinung dazu äußern.

Vielen herzlichen Dank!

Sandra

von Sandra am 30.01.2000, 22:20 Uhr

 

Antwort auf:

nur Ablehnung

Hallo Sandra
Ihr Sohn leidet genauso wie Sie darunter, dass er nicht immer bei Ihnen sein kann. Er kann es sprachlich nur nicht so ausdrücken und reagiert deshalb mit dieser hilflosen Wut. Dass er weint, wenn Sie weggehen, zeigt doch, wie gern er Sie hat und dass Sie ihm mehr bedeuten als die Ärzte und das Pflegepersonal. Gerade, weil er noch nicht versteht, dass er im Krankenhaus ist, wird er so unsicher und hilflos. Gehen Sie weiterhin so oft wie möglich zu ihm, schonen Sie Ihre Nerven, so weit das machbar ist. Vielleicht könnten Sie auch eine Haushaltshilfe für diese schwere Zeit bekommen? Reden Sie mit Ihrem Hausarzt oder Kinderarzt darüber. Denken Sie immer daran: auch diese Zeit geht vorüber!-
Ganz starke Nerven, viele Helfer und:
bis bald?

von Christiane Schuster am 01.02.2000

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