Christiane Schuster

nicht ohne meine Mama...

Antwort von Christiane Schuster

Frage:

Liebe Frau Schuster,

seit zwei Wochen gehe ich mit meinem Sohn David (2 J. 7 M.) in einen Spiel- und Kontaktkreis. Ich hatte mir u.a. auch davon erhofft, daß mein Sohn sich mal ein bißchen von mir löst und sich allein und/oder auch mit den anderen Kindern beschäftigt. Bislang ist eher das Gegenteil der Fall. Ich muß überall hin mitgehen, mich zu ihm hinsetzen, sein Spiel beobachten, gar aktiv daran teilnehmen (er macht höchstens 2 Minuten etwas alleine) und wenn ich mal sage: "Nein, ich möchte mich jetzt gerne mit xxx unterhalten" oder "Nein, ich möchte gerne einfach hier sitzen bleiben" rastet er sozusagen aus, fängt an meinen Mund zuzuhalten ("Mama, nicht unterhalten!") oder mit Spielzeug um sich zu werfen oder anderen Kinder die Spielsachen wegzureißen. Er erreicht, daß ich meine Aufmerksamkeit wieder ihm zuwende. Diese Situation, das ganze Verhalten meines Sohnes zerrt ziemlich an meinen Nerven und ich hätte gerne gewußt wie ich das ganze ändern und meinen Sohn einfach mal zum "alleine was tun" anhalten kann.
Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, daß er im Moment ohnehin sehr anhänglich ist (O-Ton meiner Ki-Ä, die ich auch schon um Rat gefragt habe: "Das ist völlig normal in diesem Alter und dauert etwa bis ins 4. Lebensjahr hinein an. Da kann man nichts machen"...Super!!!;-() und wenn wir mit anderen zusammenkommen nicht von meiner Seite weichen will.
Nächstes Jahr kommt er in den Kindergarten und ich frage mich zunehmend besorgt, wie das klappen soll.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir einen Rat geben könnten. Vielen Dank und viele Grüße
Christiane

von Christiane am 27.09.2000, 08:21 Uhr

 

Antwort auf:

nicht ohne meine Mama...

Hallo Christiane
Es war eine sehr gute Entscheidung von Ihnen, mit Ihrem Sohn in eine Eltern-Kind-Gruppe zu gehen. Da er aber bislang hauptsächlich auf Sie und die häusliche, gewohnte Umgebung fixiert war, wird es noch einige Zeit dauern, bis er in der fremden Umgebung und in einem Raum mit vielen Kindern und ebenso vielen Erwachsenen ohne Ihre Anwesenheit auskommt.
Bleiben Sie in den nächsten 4Wochen möglichst in seiner Nähe und beteiligen Sie sich an seinem Spiel. Versuchen Sie, in Ihre gemeinsamen Beschäftigungen auch andere Kinder, bzw. auch deren Mütter mit einzubeziehen. Auf diese Weise wird Ihr Sohn zunehmend sicherer, dass Sie ihn nicht allein lassen.
Nach dieser Zeit sollten Sie versuchen, sich kurzzeitig mit etwas Anderem zu beschäftigen, über das Sie allerdings Ihren Sohn informieren sollten.
In dem nächsten halben Jahr werden Sie einen enormen Entwicklungsschritt beobachten können. Bei all` dem Neuen, was Ihr Sohn jetzt erlebt, ist es nur zu verständlich, dass er noch eine Weile auf Ihre Anwesenheit angewiesen ist.
Bereiten Sie ihn ca. 2Mon. vor dem Kiga besuch auf dieses Ereignis vor. Schliesslich kann er dort ja nur aufgenommen werden, weil er schon so gross und vernünftig ist und auch schon kurze Zeit ohne Mama sein kann!- Ausserdem kann er im Kiga etwas Schönes für die Mama malen, basteln, etc. und der Mama am Nachmittag von vielen schönen Spielen erzählen, die er vormittags mit den anderen Kindern spielen durfte.-
Meist sind die Kleinen dann so stolz auf ihr "Gross-Sein", dass sie sich wie von selbst von ihrer vertrautesten Person -wenigstens für eine kurze Zeit- lösen können. Machen Sie sich deshalb keine Sorgen!

Bis bald?

von Christiane Schuster am 27.09.2000

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