Christiane Schuster

Machtkampf mit 9,5 Monaten ??? (upps, ist ein kleiner Roman geworden ...)

Antwort von Christiane Schuster

Frage:

Liebe Frau Schuster,

ich habe eine Frage die Entwicklung betreffend: Kann es sein, daß unser Sohn - 9,5 Monate - bereits kleinere Machtkämpfe mit uns austrägt ?

Der Fall ist folgender: Wie so oft geht es um das Thema Schlafen. Unser Kind hat von Geburt an mit starken Verdauungsbeschwerden zu kämpfen und demzufolge leider auch schon immer Schlafprobleme. Nachdem wir letzte Woche leider wieder einmal ein absolutes Tief durchschritten haben, währenddessen ich ihn einige Tage nacheinander immer wieder aus dem Bett nehmen mußte, weil er sich vor Bauchweh nur gewunden hat, haben wir momentan das Gefühl, daß er quasi "simuliert". Die letzten Tage hatten wir abends zwei Varianten: Entweder schlief er ganz ruhig ein und war ca. 30 Minuten später völlig hysterisch, bis wir ihn wieder mit aus dem Schlafzimmer (wir schlafen noch alle drei zusammen (-:) genommen haben, oder er wollte/konnte erst gar nicht einschlafen. Seltsamerweise fiel uns jedoch auf, daß er schon 5 Minuten später bestens gelaunt war und friedlich vor sich hin spielte. Zur Zeit benötigt er offenbar tatsächlich auch weniger Schlaf als für gewöhnlich - nur, daß mein Mann und ich eigentlich der Meinung sind, daß es schon beim regelmäßigen Nachtschlaf (20.00h bis 8.00h) bleiben sollte.

Mich würde interessieren, ob es möglich ist, daß unser Sohn dieses Verhalten sozusagen "absichtlich" an den Tag legt, um länger bei uns im Wohnzimmer bleiben zu können (jegliche Versuche, ihn im Schlafzimmer zu beruhigen, versagten kläglich), oder ob es vielleichtr möglich ist, daß in diesem Alter irgendwelche Alpträume o.ä. ihm das Schlafen verleiden. Vielleicht verstehen Sie mich, wenn ich jetzt schreibe: Ich möchte auf der einen Seite konsequnet sein und mir nicht auf der Nase herumtanzen lassen, auf der anderen Seite will ich auch dem Kind nicht unrecht tun, falls wirklich etwas vorliegen würde, daß ihn z.B. ängstigt. Ich bin da zur Zeit wirklich hin und hergerissen. Gestern haben wir versucht, konsequent das Kind im Schlafzimmer zu lassen. Das hieß: Ich mußte erst einen 30(!!!)-minütigen hysterischen Schreianfall über mich ergehen lassen (und das tut mir wirklich in der Seele weh), bevor ich ihn auch nur anfassen und wieder hinlegen konnte. Dann ist er sehr schnell eingeschlafen. Nach 20 Minuten ging das Theater von vorne los, mein Mann ging herein und innehalb von 10 Minuten war Ruhe - bis zum ersten Stillen in der Nacht gegen 0.30h. Ich weiß wirklich nicht, was ich von diesem Verhalten halten soll und wäre für eine Beurteilung von Ihrer Seite sehr dankbar ....

Liebe Grüße, eine reichlich verwirrte und unglückliche
Silke ....

von Silke am 27.12.1999, 18:19 Uhr

 

Antwort:

Re:

Hallo Silke,

Ihr Sohn hat wahrscheinlich gemerkt, dass Sie umgehend reagieren, wenn er Bauchweh hat. Sicherlich haben Sie ihm dann seinen Bauch gestreichelt bzw. massiert und er hat Linderung gespürt. Wenn Sie nun meinen, er simuliert, hat er vielleicht nur das Bedürfnis nach Streicheleinheiten, die ihm dann zu seiner inneren Zufriedenheit verhelfen. Versuchen Sie doch einmal, ihm ein Schmusestündchen zu gönnen, bevor er schlafen geht. Sagen Sie ihm das auch und geben Sie ihm ein Kuscheltier mit ins Bett, mit dem er sich dann selbst bei Bedarf streicheln kann. Wenn Sie ganz sicher sind, dass er keine Schmerzen aufgrund seiner Verdauungsbeschwerden hat (Nachfrage beim Kinderarzt?), können Sie ihn auch weiterhin zu regelmäßigen Zeiten hinlegen. Sind Sie unsicher, ob er eventuell weniger Schlaf braucht, probieren Sie es doch einmal aus und legen Sie ihn eine halbe Stunde später hin.
Viel Glück!

Chr. Schuster

von Christiane Schuster am 28.12.1999

Antwort:

Ich weis nicht genau, ob hier jeder antworten soll(te) ...

ich glaube nicht, daß ein 9 Monate alter Säugling so berechned vorgehen kann. Das Kind will ganz einfach MAMA! Wenn Mama da ist, dann stören auch kleinere Verdauungsbeschwerden nicht, wenn Mama weg ist, ist die Not gross.
So ein Baby hat keine Einsicht in unsere Zivilisation und richtet sich nach seinen Bedürfnissen und Instinkten, soll heissen die Abwesenheit der Eltern wird subjektiv höchstwahrscheinlich fürchterliche Bedrohung wahrgenommen.
Es hat doch keine Ahnung das es im Kinderzimmer sicher ist. Das Kinderzimmer ist nur der Raum, wo die Eltern immer weg sind. Dann ist natürlich die Not und das Geschrei gross.

von GW am 27.12.1999

Antwort:

Ich weis nicht genau, ob hier jeder antworten soll(te) ...

Ja, ich weiß das auch nicht ;-)) und will auch der Expertenantwort nicht vorgreifen, nur soviel: die Vorstellung eines durchgehenden Nachtschlafs von 20 bis 8 Uhr ist ein aus Sicht der Eltern verständlicher Wunsch, stimmt aber vielleicht mit dem Schlafbedürfnis des Babys nicht überein. Mein jüngster Sohn schlief z.B. nachts in dem Alter von ca. 21 bis 6.30 Uhr. Die Gesamtschlafdauer über 24 Stunden und die Verteilung auf Tag- und Nachtschlaf ändern sich beim Säugling und Kleinkind in Abständen immer wieder. Außerdem gibt es da bereits von Geburt an individuelle Unterschiede. Nach meiner Erfahrung als Mutter von vier Kindern spart man eher Nerven, wenn man das zur Kenntnis nimmt, akzeptiert und im Rahmen des Möglichen berücksichtigt.

Alles Gute, Ulrike

von Ulrike am 28.12.1999

Antwort:

Moment ämool ......

Hallo, Ihr zwei !

Natürlich habe ich auch nichts gegen Eure Antworten. Ich fürchte aber, ich muß mal was klarstellen:
Ulrike: Ich erwarte keinesfalls, daß er von 20.00h bis 8.00h DURCHschläft *griiins* - daß das nicht funktioniert, damit habe ich mich schon lange abgefunden. Vielmehr haben wir nächtlicherdings bis zu 6, manchmal 7 "Stillstops" und damit habe ich auch keinerlei Probleme. Naja, fast keine *gääähn*.....

Und: GW ... also: Muß mal richtigstellen: Erstens: Es handelt sich um unser Schlafzimmer, wo keinesfalls das Kind immer alleine ist. Ganz im gegenteil: Ich schrieb ja schon: Wir teilen uns ein großes Matratzenlager zu dritt. Und auch wenn das nicht so rüberkam: Ich habe wirklich alles Verständnis der Welt für die Kümmernisse meines Kindes und gehe immer nach meinen Möglichkeiten darauf ein. Mir ging es hier darum, eine "Expertenmeinung" zu bekommen, ob da vielleicht nicht doch irgendetwas einreißt, oder ob in diesem Alter vielleicht tatsächlich "Alpträume" an der Tagesordnung liegen - denn bislang ließ er sich, sofern seine Verdauung stimmte, immer schnell wieder vor Ort beruhigen und schlief weiter ...

Also: Danke für Eure Antworten, bin trotzdem auf Frau Schusters Meinung gespannt .....

Gruß,
Silke

von Silke am 28.12.1999

Antwort:

Moment ämool ......

Ach Du Ärmste, 6 - 7 x, das ist ja echt happig. Mein Kleinster ist auch sehr verdauungsempfindlich und bevorzugte über längere Zeit häufige kleine Mahlzeiten. Nachts wurde er in dem Alter ca. 2 - 4 x wach. Gegen 23.30 und gegen 5 Uhr wollte er gestillt werden, ansonsten half kurzes Streicheln oder der Schnuller. Es gab da ein untrügliches Anzeichen: wollte er nur zur Beruhigung nuckeln, akzeptierte er den Schnuller. Wenn er ihn energisch wieder ausspuckte, wollte er trinken. Besonders schlimm waren die Verdauungsbeschwerden (Aufstoßen, Blähungen usw.) übrigens immer dann, wenn neue Zähne durchbrachen.
Vielleicht könntest Du ausprobieren, ob Dein Kleiner womöglich nachts zu warm liegt und deshalb tatsächlich viel Durst hat oder ob irgendein natürliches Mittel hilft, den Nachtschlaf etwas ruhiger zu gestalten (Abendspaziergang, Bad mit beruhigendem Zusatz u.a.). Ich weiß, man kann da schlecht Ratschläge geben, weil jedes Kind schon als Baby anders reagiert.
Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen, daß es bald besser wird!

Gruß, Ulrike

von Ulrike am 28.12.1999

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