Lehrer ansprechen bei festgestellter Hochbegabung

Antwort in der Beratung Erziehung

Ich würde generell mit der Schulleitung sprechen und diese darüber informieren bzw. auch erfragen, in wie weit die Schule überhaupt dafür gerüstet ist/das Ganze mittragen kann/will. Auch erfragen, wie so etwas bisher (fall es es das schon mal gab) gehandhabt worden ist.

Wichtig wäre dann auch mitzuteilen, ob Teilbegabung oder allgem. HB. Wo besondere Stärken liegen und wo Schwächen. Ja, auch HB´s haben Schwächen bzw. sind oft im sozial-emotionalen Bereich eben normal altersgemäß entwickelt.
Das kann dann aber zu Schwierigkeiten beim Springen führen - intellektuell passt der Sprung, sozial-emotional kann es aber schwerfallen, mit 2-3 Jahre älteren Kindern auskommen zu müssen.
In der Klasse unseres Sohnes sind/waren 3 "Überflieger". Kind 1 ist gesprungen, alles super. Kind 2 wird nicht springen, da sozial-emotional nicht auf einem Stand, der den Sprung als beste Lösung ansieht. Kind 3 ist aktuell auch extrem weit voraus, wir aber nicht springen. Springen heißt ja auch: dem Kind fehlt der ganze erklärende Weg zu den Themen der 1 Jahr weiteren Klasse. D.h. ein Springer hat entweder diese Wege zu den Themen bereits für sich erarbeitet und kann tatsächlich nahtlos einsteigen oder kann sehr schnell Transferleistungen aus bereits erlernten Dingen erbringen.
Ist das nicht gegeben, wird er Sprung nicht klappen. Dann steht Kind nämlich plötzlich vor Aufgaben, die es gar nicht lösen kann, weil ihm der erklärende Weg komplett fehlt.

Das alles nur der KL aufzubürden - die evt. gar keine Erfahrung mit HB hat (ist ja nicht selbstverständlich) - halte ich für unklug.
Daher würde ich mich an die Schulleitung wenden, um das Thema erst mal grundsätzlich zu besprechen.

Möglicherweise müsst ihr euch auch nach einer anderen Schule umsehen, die auf HB spezialisiert ist oder eben ausreichend Erfahrung hat.

Und noch etwas: HB zu sein bedeutet eben auch nicht, ständig andere Aufgaben bekommen zu müssen - denn HB oder nicht: an Anweisungen der Lehrer müssen sich die Kinder dennoch halten und eben auch mal unliebsame oder langweilige Dinge erst erledigen, bevor es zu den Bonus-Dingen geht.
Das geht nämlich auch normal begabten Kindern so, dass nicht alles super spannend ist oder herausfordernd. Und die können auch nicht sagen "ist mir zu einfach, mache ich nicht".
Das ist eine schwierige Gradwanderung zwischen Pflichten erfüllen müssen und gleichzeitig nicht demotivieren - aber es sollte klar sein, dass an einer normalen Grundschule nicht einzelne Kinder von den eben geforderten Standard-Aufgaben entbunden werden können, weil es ihnen sonst zu langweilig ist.

von cube am 12.08.2019, 14:28 Uhr

 
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