Sylvia Ubbens

Krank sein vortäuschen

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo Frau Ubbens,

Meine Tochter ist im Mai 5 geworden und nutzt - sensible Themen um ihren Kopf durchzusetzen. Nämlich behauptet sie, Schmerzen zu haben. So auch grad jetzt wieder. Sie kommt aus dem Bett und sagt sie hat Schmerzen an der scheide. Natürlich nehme ich sie ernst. Wir sind ins Bad gegangen, ich habe nachgesehen (nix sichtbar), ich habe sie untenrum nochmal kühl gewaschen, Creme drauf getan und sie wieder ins Bett gebracht. Sie wollte gern in mein Bett, was ich abgelehnt habe da ich noch nicht im Bett bin und da auch noch nicht hin will (allein bleibt sie nicht in meinem Bett). Plötzlich waren die Schmerzen unerträglich und sie begann zu weinen (ohne Tränen). Ich bin bei ihr geblieben, habe beruhigend auf sie eingewirkt. Letztendlich habe ich ihr eine kleine dosis ibuflam-Saft gegeben. Dann fing sie wieder an, sie will in der kuschelecke schlafen. Die hat sie aber so umgeräumt, daß sie dort nicht schlafen kann. Darauf hingewiesen fing sie an zu lachen, das gleiche nach ihrer Idee in der Höhle unterm Bett zu schlafen. Dann wollte sie, daß ich in ihrer Zimmertür stehen bleibe bis sie schläft. Auch das habe ich abgelehnt, weil sie "ausnahmsweise" nicht versteht und ich dann wieder jeden Abend da stehe. Und zack, plötzlich hatte sie wieder gaaaaaanz starke Schmerzen.
Hätte ich ihr nachgegeben und wäre mit ihr in mein Bett gegangen, die Schmerzen wären schlagartig weg gewesen. Das weiß ich aus Erfahrung, das hatten wir schon mehrfach.

Wie kann ich ihr begreiflich machen, das es nicht gut ist Schmerzen vorzutäuschen wenn man keine hat. Ich habe schon mehrfach versucht ihr zu erklären das ich dann garnicht weiß wenn sie wirklich schmerzen hat. Oft sagt sie selber auch "mama du glaubst mir garnicht". Auch dann erkläre ich ihr warum es mir in dieser aktuellen Situation schwer fällt ihr zu glauben.
Es kommt nicht sooo oft vor, aber es kommt vor. Wesentlich häufiger haben wir das in abgeschwächter Form: "Mama ich hab bauchweh/Kopfweh"... Ich tu das nicht ab, ich nehme das ernst, aber wenn ich dann sage "OK, dann fahren wir jetzt nach Hause dann kannst du dich auf der Couch ausruhen" hat sie plötzlich doch keine Schmerzen mehr. Auch ihr Verhalten lässt nicht auf Schmerzen schließen.

Wie komm ich dem bei? Das kann doch so nicht weiter gehen....

von HannahsMom am 30.06.2020, 23:03 Uhr

 

Antwort auf:

Krank sein vortäuschen

Liebe HannahsMom,

meine Vorrednerin hat schon ganz tolle Tipps gegeben. Ernst nehmen und eine nicht ganz so tolle "Linderung" anbieten, wie z.B. bei Kopfweh auf dem Sofa ausruhen. Hat Ihre Tochter wirklich Kopfweh wird sie sich über den Vorschlag freuen. Die Scheide "schmerzt", dann wird nach jedem Toilettengang mit einem Lappen gewaschen. So werden auch diese vermeintlichen Schmerzen lästig.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 01.07.2020

Antwort auf:

Krank sein vortäuschen

Hallo,

ich finde gut, dass Du sie ernst nimmst, ihr aber dennoch eine logische, "unangenehme" Konsequenz aufzeigst (Bauchweh = Heimgehen und Couch). So etwas musst Du für abends auch finden.
Wenn Du sie im Bad "untersuchst", hat sie, was sie will, nämlich das Aufstehen und Zeitschinden. Wäschst Du sie vor dem Schlafengehen? Dann könntest Du da schon "gucken" und laut feststellen, dass ja heute alles in Ordnung ist. Wenn sie ruft und Schmerzen vortäuscht, kannst Du darauf verweisen, dass vor x Minuten alles in Ordnung war und so schnell nichts passieren kann.
Oder Du bereitest eine lauwarme Wärmflasche, und wenn sie kommt, bringst Du ihr die für den Unterleib und dem Hinweis, dass das jetzt die Behandlung ist. Natürlich muss sie dabei im Bett liegen, denn die Wärmflasche gehört ja auf den Unterleib.
Was glaubst Du denn, was grundsätzlich dahinter steckt? Nicht schlafen wollen? Dann musst Du "hart bleiben" und sie ohne Umwege ins Bett bugsieren. Tatsächlich nochmal Zuwendung? Würde vielleicht eine extra Kuscheleinheit vor dem Schlafen helfen?
Abgesehen davon: Ich bringe meinem kleinen Sohn (zwei Jahre alt) gerade kindgerecht bei, dass er nicht Heulen soll, wenn er Unmut hat (echtes und falsches Weinen kann man bei ihm wie bei euch auch gut unterscheiden), sondern "Menno" sagen soll. Ich habe ihm immer wieder die Geschichte von Peter und dem Wolf erzählt und ihm erklärt, dass man nur weinen "darf", wenn wirklich etwas schlimm ist (traurig sein, Angst haben, Schmerzen) und wenn er zu oft weint, dass ich das ja gar nicht unterscheiden kann. Wenn er wieder Schauspiel-heult, reicht mittlerweile "Peter und der Wolf" zu sagen, und er muss lachen und sagt "Menno".
Vielleicht hilft diese Geschichte ja auch Deiner Tochter bzw Dir.

Viele Grüße

von Mamamaike am 30.06.2020

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