Christiane Schuster

Kindergarten und Stress

Antwort von Christiane Schuster

Frage:

Hallo,

meine Tochter (fast 4) geht seit August in den KiGa, davor wurde sie gut 2,5 Jahre bei einer Tagesmutter betreut. Seit ungefähr März d.J. hat sie täglich Wutanfälle, seit August noch schlimmer, das fängt schon morgens nach dem Aufstehen an. Es gibt kaum ein "guten Morgen", sondern als Begrüßung nur ein "Lass mich in Ruhe". Sie will dann auch keine körperliche Nähe, sie ist einfach nicht ansprechbar. Beim Frühstück geht es weiter. Sie kann sich zwischen Müsli od. Toast entscheiden. Komme ich ihrem Wunsch nach, macht sie einen riesigen Aufstand, frage ich aber nicht und setze ihr einfach etwas vor, dann kommt das gleiche dabei raus. Sie weiß einfach nicht was sie will. Und was sie meint zu wollen, das will sie dann doch nicht. Beim Anziehen wieder das gleiche Spiel. Plötzlich sind alle Sachen häßlich. Sie will sich nicht anziehen, auch nicht helfen lassen. Schreit dass ihr kalt sei, aber anziehen will sie sich ja nicht. Da nützt auch alles reden od. ignorieren nicht.
Haben wir es dann doch irgendwie geschafft, dass sie angezogen ist, dann geht es los in den KiGa.
Dort angekommen ist sie plötzlich das liebste und ausgeglichenste Kind. Die Erzieherinnen sagen mir auch oft, dass meine Tochter sehr aufmerksam, hilfsbereit, immer freundlich und sprachlich etc. für ihr Alter schon sehr weit sei. Das freut mich natürlich, dass sie sich zumindest in anderer Umgebung gut benehmen kann.
Aber kaum vom KiGa zurück fängt das Gemecker und Geschrei (wie morgens) von vorne an. Sie steigert sich da richtig rein. Teilweise schlägt und tritt sie sogar um sich.
Beim meinem Mann und mir liegen da die Nerven schon blank. Wir wissen da echt nicht weiter. Es ist, als wäre unsere Tochter zwiegespalten.

Haben Sie einen Rat für mich, wie ich diese Situationen entschärfen kann?
Ich sollte dazu sagen, dass unsere Tochter ganztags (8 Std. tägl.) in den KiGa geht.

Für Ihren Rat danke ich Ihnen schon im Voraus.

LG
Steffi

von Larest am 18.11.2009, 09:19 Uhr

 

Antwort auf:

Kindergarten und Stress

Hallo Steffi
Ihre Tochter wird morgens ein wenig mehr Zeit benötigen, um sich vom Schlafen auf das Wachsein umzustellen. Darum empfehle ich Ihnen, sie zweimal zu wecken: beim ersten Mal mit Musik und der Erlaubnis, noch liegenbleiben zu dürfen, während sie beim 2.Mal dann aufstehen muß.
Auch DARF sie sich selbst anziehen und zwischen jeweils zwei Kleidungsstücken wählen, die am Abend zuvor rausgelegt wurden. Wecken Sie zusätzlich ihren Ehrgeiz mit der Frage, ob sie es wohl schon SELBER schafft oder ob Sie ihr noch helfen werden müssen. Ggf. helfen Sie ihr dann ohne lange Diskussion.
Ihr Frühstück darf sie sich dann selbst wählen und nehmen, während Sie ebenfalls mit Genuss frühstücken.

Da der Kiga-Alltag die volle Konzentration der Kleinen erfordert und für sie harte Arbeit bedeutet, ist es eigentlich nur allzu verständlich, dass sie sich dann bei ihrer vertrautesten Bezugsperson abzureagieren versuchen. Von ihr werden sie auch dann noch geliebt, wenn sie sich mal nicht wie erwünscht verhalten.-
Schaffen Sie darum einen Anreiz für den Nachhauseweg:hüpfen, imBollerwagen gefahren werden, etwas u essen,...
Zuhause angekommen, wird dann zuerst ein gemütliches Trinkpäuschen oder Kuschelstündchen eingelegt, bevor es zur "Tagesordnung" übergeht.

Viel Erfolg, liebe Grüße und: bis bald?

von Christiane Schuster am 19.11.2009

Antwort auf:

Kindergarten und Stress

Hallo,
ich weiß nicht, ob ich Dir auch antworten darf.
Bei uns ist die Situation ganz ähnlich: unser Sohn ist 3 3/4 Jahre alt, geht auch ganztags in den KiGa, und Wutanfälle hat er nur bei uns daheim. Manchmal morgens nach dem Aufstehen, oft auch dann nachmittags.
Im KiGa ist er super nett, angenehm, weit entwickelt, etc.
Hole ich ihn ab, dann geht es los.
Ich denke aber, dass er oftmals einfach müde und hungrig ist, es ist ja ein sehr langer Tag mit vielen Eindrücken.
Da ist es verständlich, dass er sich dann in gewohnter Umgebung bei den geliebten Eltern austobt.
Ich findes es auch sehr schlimm, und nervtötend, versuche aber möglichst viel Geduld mit ihm zu haben.
Manchmal hilft es bei uns, wenn er auf dem Heimweg schon etwas essen darf vom Bäcker, oder daheim ein Vesper auf ihn wartet. Und ein Abendprogramm gibts auch nicht mehr wirklich. Ich lasse den Tag möglichst ruhig ausklingen (Kassette hören, Buch lesen, oder er darf sich auf dem Bett ausruhen).
Die Situation beim Anziehen morgens und Frühstück kenne ich auch. Zur Zeit ist es da etwas besser geworden. Ich habe oft das Gefühl, das er dann auch vielleicht noch verschlafen und etwas hungrig ist, und deshalb unausgeglichen ist.
Ausserdem denke ich, gehören die Wutanfälle auch einfach zum Alter.
Viel Geduld und herzliche Grüsse

von kathryn.2 am 18.11.2009

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