Sylvia Ubbens

Kind völlig außer sich

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo liebe Frau Ubbens,
ich habe mittlerweile ein sehr großes und belastendes Problem mit meinem Sohn (23 Monate). Seit nunmehr einigen Wochen rastet er ständig aus und weint und schreit teilweise über eine Stunde am Stück. Er möchte dann „hoch“ und gestillt werden. Er lässt sich durch nichts ablenken. Ich habe immer sehr gern gestillt, grundsätzlich auch heute noch, aber ich habe den Eindruck, sein Verlangen danach wird immer stärker. Ich war nun schon oft auch sehr konsequent und habe es nicht zugelassen. Er brüllt und schreit dann oftmals ohne Unterlass und klammert sich verzweifelt an mich. Ich habe dann ein furchtbar schlechtes Gewissen, aber gebe nicht nach. Nach einem Jahr in der Kita mag er nun auch nicht mehr hingehen und brüllt wie am Spieß. Laut den Erzieherinnen, spielt er auch dort nicht mehr und steht nur da, schaut und weint sehr oft. Ich bin sehr traurig und verzweifelt über die derzeitige Situation. Ich weiß nicht, wie ich mich richtig verhalten soll: ist Konsequenz der richtige Weg? Sollte ich seinen Bedürfnissen nachgeben (stillen, tragen etc) oder schade ich ihm eher damit?
Lieben Dank für die Antwort

von Kristiana am 18.02.2020, 19:43 Uhr

 

Antwort auf:

Kind völlig außer sich

Liebe Kristiana,

meine Vorrednerinnen haben schon sehr gut geantwortet. Ich werde das Wesentliche kurz zusammenfassen:

Ihr Sohn scheint mit sich und der Welt derzeit überfordert. Da sollte er gerne die Nähe bekommen, die er braucht. Wenn es für Sie in Ordnung ist, stillen Sie Ihren Sohn gerne noch ein paar Wochen, bis er wieder zufriedener mit sich ist. Wollen Sie dann nicht mehr stillen, sollten Sie konsequent bleiben und gar nicht mehr stillen. Wenn Sie mal stillen und mal nicht, versteht Ihr Sohn dies nicht und wird die Brust immer wieder verlangen.

Haben Sie die Möglichkeit, Ihren Sohn vorübergehend etwas früher aus der Kita abzuholen oder abholen zu lassen, damit die für ihn anstrengenden Stunden nicht zu lang werden?

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 20.02.2020

Antwort:

Frage dazu

Dieses ausrasten, stundenlang weinen, schreien etc - wann passiert das? Was ist der Anlass oder gibt es keinen ersichtlichen? Will er dann zur Beruhigung stillen oder rastet er aus, weil er nicht gestillt wird?
das wird aus deinem text nichts o ganz klar.

von cube am 19.02.2020

Antwort auf:

Kind völlig außer sich

Um ehrlich zu sein: ich weiß manchmal selber nicht genau warum er ausrastet. Manchmal nach dem schlafen, manchmal wenn er auf den Arm möchte, manchmal einfach so. Manchmal möchte er gestillt werden, das sagt er dann auch. Stillen würde am Ende allerdings bei jedem Wutanfall helfen, er würde sich sofort beruhigen. Aber wir würden dann nicht nur „kurz“ stillen, sondern mindestens eine halbe Stunde oder länger. Er turnt dabei auch ständig, was natürlich ziemlich unangenehm ist. Muss ich das Stillen meinerseits unterbrechen, ist oft wieder Eskalation angesagt. Von Seite der Kinderbetreuung muss ich heute hören, dass er dort die ganze Zeit fast ununterbrochen weint, er spielt überhaupt nicht mehr und lässt sich auch nicht mehr ablenken oder trösten. Ich hoffe immer auf eine „Phase“, aber irgendwie geht die nicht so recht vorüber und ich weiß einfach nicht wie ich mich richtig verhalte

von Kristiana am 19.02.2020

Antwort auf:

Kind völlig außer sich

Hallo Kristiana,

Dein Sohn scheint gerade eine schwierige Phase durchzumachen.
Mein Eindruck ist, dass es ihm dabei helfen würde, wenn Du ihn weiterhin stillst. Du schreibst, dass Du im Wesentlichen, wenn er ausrastet, nicht stillst, weil Du irgendwie konsequent sein willst und ihm nicht schaden willst (und nicht, weil Du abstillen willst).

Meiner Meinung nach hilft ihm das Stillen, zur Ruhe zu kommen. Bestimmt auch und vor allem, weil es eine sehr intensive Form der Nähe und Vertrautheit mit dir ist. "klammert sich verzweifelt an mich" hört sich für mich so an, als ob er gerade aus irgendeinem Grund Sorgen/Verlustängste um dich hat. Und auch der Wunsch nach Getragen werden spricht dafür, dass er gerade ein großes Nähebedürfnis hat. Ich würde daher, wenn irgend möglich, eher versuchen, im Moment konsequent Bedürfnisse zu erfüllen.

Vielleicht kannst Du ihm die Bestätigung, dass Du (für ihn) da bist, noch eine Weile geben, da er sie im Moment gerade so dringend zu brauchen scheint? Alternativ kannst du natürlich auch Abstillen, aber ich denke, dass es gerade ein eher schlechter Moment dafür ist.

Ich würde auch einmal nachdenken, ob es irgendeinen Anlaß für Sorgen oder Verlustangst gibt, oder ob es im Kindergarten irgendeinen Anlass für die Unlust gab - auch nochmal mit den Erzieherinnen sprechen? Vielleicht ist es auch nur einfach entwicklungsbedingt, aber da habe ich keine Ahnung.

Herumturnen beim Stillen würde ich allerdings auch unterbinden ;-). Im Sinne von "Du kannst gerne stillen, aber wenn Du herumturnst, tust du mir weh, dann musst du eine Pasue machen. du kannst weitertrinken, wenn du nicht mehr herumturnst." Und auch auf den Arm mussten meine ab einem bestimmten Gewicht eher im Sitzen als längere Zeit im Stehen, denn Mamas Rücken hat auch Bedürfnisse.

alles Gute!

von zweizwerge am 19.02.2020

Antwort auf:

Kind völlig außer sich

Ich bin da auch bei zweizwerge: nochmal darüber nachdenken, ob es einen Grund geben könnte, der ihn verunsichert hat/schwierig für ihn war. Auch im Kiga nochmal nachfragen, ob dort irgendetwas vorgefallen ist. Muss ja gar nichts dramatisches gewesen sein.

Ich bin eigentlich auch dabei zu sagen, wenn stillen ihn beruhigt ... und eben auch klar sagen "wenn du rumturnst etc".
Aber da finde ich, musst du für dich eine Entscheidung treffen. Wenn du das einfach dann gar nicht willst, ist das ok. Du bist dennoch bei ihm und tröstest ihn. Du solltest da eben nur klar sein und nicht 3 mal konsequent und dann mal doch wieder nicht. Verwöhnen/verziehen würdest du ihn mit stillen aber sicher nicht.

von cube am 19.02.2020

Antwort auf:

Kind völlig außer sich

Vielen lieben Dank für eure Antworten!

von Kristiana am 20.02.2020

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