Sylvia Ubbens

Kind fasst ständig alles an

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Sehr geehrte Frau Ubbens,

ich habe folgendes Problem, das mich mittlerweile wirklich sehr oft nur noch nervt und mich auch laut werden lässt, obwohl ich das nicht möchte:
Mein Sohn, vor kurzem 3 geworden, kann einfach seine Hände nicht bei sich lassen. Ständig tatscht er alles an, egal ob es "nur" unhöflich / unangebracht (z. B. wenn wir jemanden besuchen, finde ich dass die Sachen dort uns erstmal nichts angehen) oder auch gefährlich ist (Herd etc., auch wenn das bei uns zu Hause entsprechend gesichert ist). Knöpfe müssen gedrückt werden, koste es was es wolle. Nach dem Frühstück soll er z.B. gleich Hände waschen gehen, er rennt erst rum und schmiert seine Marmeladehände überall hin. Er fummelt auch seinem kleinen Bruder ständig im Gesicht rum, was der auch nicht toll findet, sich aber noch nicht so gut wehren kann.

Ich habs ihm so oft erklärt, mittlweile auch geschimpft...hilft nichts. Wie kann ich ihm vermitteln dass eben nicht alles zum anfassen ist?

Herzlichen Dank!

von alice80 am 12.11.2019, 19:40 Uhr

 

Antwort auf:

Kind fasst ständig alles an

Liebe alice80,

Ihr Sohn möchte die Welt durch Berührungen erfahren. Das ist in dem Alter noch ganz normal.

Sie haben schon Tipps bekommen, wie Sie die schmierigen Hände nach dem Frühstück ohne viel Reden gesäubert bekommen: Ihren Sohn an die Hand nehmen und gemeinsam ins Bad gehen oder sich einen feuchten Lappen auf den Frühstückstisch legen.

Dreht Ihr Sohn bei Besuchen an Knöpfen usw. ist es hilfreich, dafür zu sorgen, dass die Türen geschlossen bleiben. So haben Sie ihn im Blick und er kann nicht an gefährliche Dinge greifen.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 15.11.2019

Antwort auf:

Kind fasst ständig alles an

Warum das für ihn so wichtig ist, kann ich dir nicht sagen. Aber letztendlich wirst du bei einem 3-jährigen einfach deinen Worten Taten folgen lassen müssen. Also ihn gar nicht erst nach dem Essen alleine aufstehen lassen, sondern direkt an die Hand nehmen und zum Waschbecken bringen. Und bei anderen Gelegenheiten wird es dann vermutlich auch nicht anders gehen, als das du die unangebrachten/ungewünschten Berührungen/"Tatschereien" eben sofort selbst unterbinden muss. Mit einem 3-jährigen kann man noch nicht vernünftig reden und erwarten, dass er doch der Erklärung folgen müsste.

von cube am 13.11.2019

Antwort auf:

Kind fasst ständig alles an

Danke cube, ja das stimmt natürlich, richtig verstehen im Sinne von einsehen ist zu viel verlangt. Das erwarte ich auch gar nicht. Würde mir wünschen dass er es "einfach" so macht wie schon soo oft gesagt.
Leider kann ich nicht immer gleich ihm hinterher, da er eben auch noch einen Bruder hat, um den muss ich mich auch kümmern.
Was mich nervt ist wohl eben auch dieses "Das hab ich doch schon tausendmal gesagt"..... ;-)

von alice80 am 14.11.2019

Antwort auf:

Kind fasst ständig alles an

Lange Erklärungen bringen in dem Alter noch wenig. Hast du es schon mit ganz kurzen Ansagen versucht? z.B. gleich beim Aufstehen vom Tisch: "Ab ins Bad, Hände waschen."

Falls es auch nicht hilft, ich ganz persönlich würde auf Marmelade verzichten. Dann gäbe es eben nur Frühstück, das man nicht verschmieren kann (Käsebrot, Wurst, Äpfel, Gurken etc.)
Was noch eine Möglichkeit wäre: eine Serviette oder ein feuchtes Küchentuch. Damit kannst du die Hände beim Beenden der Mahlzeit abwischen, und dann kann das Kind im Bad Hände selber nochmal waschen. Oder das Kind kann die Serviette selber benutzen.

von Ivdazo am 14.11.2019

Antwort auf:

Kind fasst ständig alles an

Hallo,

wir haben einen feuchten Lappen auf dem Tisch, der wird direkt mitgedeckt. Wenn Dein (und auch mein) Sohn größer und damit einsichtiger ist, wird es auch ohne den funktionieren.
Und es hört sich so an, als würdest Du Dir damit ein bisschen viel Stress machen (weil es für Dich ja auch dauernd vorkommt, soll nur eine Feststellung sein). Wenn wir jemanden mit unserem Kleinkind besuchen, geht irgendwie jeder davon aus, dass er alles mögliche anfasst, und z. B. meine Eltern räumen dann auch Dinge weg oder sagen ihm selbst, dass er wegbleiben soll.
Und kennst Du Fühlboxen? Das ist ein Karton oder eine Kiste mit Greiföffnung, in die man versteckt etwas legt, das das Kind dann erfühlen darf und beschreiben soll (kann alles mögliche sein, ruhig auch mal etwas spitzeres wie z. B. eine Kastanie oder ein rauer Putzschwamm). Vielleicht kannst Du das Anfassen so etwas kanalisieren und er lernt dabei auch, zumindest gefühlvoller zuzugreifen.

Viele Grüße

von Mamamaike am 14.11.2019

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