Sylvia Ubbens

Kind ärgert Hund

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo Frau Ubbens,
schon wieder muss ich Ihnen eine Frage stellen, aber ich weiß gerade einfach nicht weiter.

Mein Sohn (3) ärgert ständig unseren Hund. Er wird es nicht als ärgern wahr nehmen, aber unser Hund schon. Ich habe ihm schon sehr sehr oft erklärt, dass die Sora, wenn sie in ihrem Körbchen liegt, ihre Ruhe haben möchte und er sie dann nicht stören darf. Aber es ist derzeit sowieso total egal was ich sage - wenn es etwas ist, was ihm nicht gefällt, ignoriert er mich einfach.
Ihr Körbchen steht in der Küche. Sobald ich ihn nur eine Minute aus den Augen lasse (wenn ich z.B. den kleinen Bruder wickel oder selbst mal auf Toilette bin) ist er dort und "nervt" sie. Er zieht ihr am Halsband, fährt mit seinen Spielzeugautos über sie oder oder oder. Ich habe es ihm wirklich sehr oft erklärt und ihn gebeten es zu lassen (er ignoriert mich), mittlerweile werde ich allerdings auch schon mal lauter, nehme ihm dann nach Aufforderung die Spielzeuge weg oder schicke ihn (natürlich nachdem ich es vorher gesagt habe, dass es passiert wenn er nicht aufhört) in sein Zimmer - wobei ich dann auch vor der Tür stehen bleiben muss, da er sonst einfach wieder raus kommt und weiter macht.

Wenn sie nicht in ihrem Körbchen liegt, dann rennt er ständig hinter ihr her, tritt ihr in die Hinterpfoten oder zieht am Schwanz, damit sie rennt und er "fangen spielen" kann. Ich habe ihm schon mehrfach erklärt, dass ihr das weh tut, dass sie nicht fangen spielen möchte und nur weg rennt, weil sie Angst hat.
Letztens ist er sogar richtig übel hingefallen, als er wieder an ihrem Halsband zerrte und sie dann los rannte. Aber obwohl er ein blaues Auge und ein offenen Ellenbogen davon getragen hat, hat er daraus anscheinend nicht gelernt, dass er es besser nicht machen sollte.
Dass er den Hund in Ruhe lassen soll ist ja auch keine neue Regel, denn das gilt hier seit jeher. Ich habe ihn und seinen kleinen Bruder immer weg genommen, sobald sie an das Körbchen gehen.

Leider kann ich den Hund auch nicht woanders unterbringen. Hier sind alle Räume offen - lediglich die Schlafzimmer können verschlossen werden (aber auch nicht abgeschlossen, da es nicht abschließbare Schiebetüren sind). Aber in den Schlafräumen möchte ich ehrlich gesagt auch keinen Hund haben - mal abgesehen davon, dass er die Türen ja dennoch öffnen und an den Hund gehen würde.
Ich habe den Hund auch schon eine Woche zu meinen Eltern gegeben. Ich hatte ihm gesagt, dass Sora mal Urlaub braucht, weil er sie immer ärgert. Aber wirklich gestört hat es ihn auch nicht. Er hat nicht einmal nach ihr gefragt oder so. Aber als sie wieder da war, ging sofort (ohne Pause) das Spiel von vorne los. Leider ist es auch keine Dauerlösung sie zu meinen Eltern zu geben, weil die eine Katze haben und das geht nicht gut.

Ich weiß langsam nicht mehr, was ich noch machen soll. Gottseidank ist unser Hund wirklich sehr geduldig und bislang hat sie zwar einmal mit der Pfote nach ihm gehauen (was einen Kratzer zur Folge hatte) aber sonst nichts getan. Allerdings knurrt sie mittlerweile schon, wenn er auch nur mit einem großen Abstand in ihre Nähe kommt. Ich habe ihm auch erklärt, was knurren bedeutet. Aber es ist ihm einfach egal. Ich denke, er glaubt mir auch einfach gar nicht, dass Sora keinen Spaß an der ganzen Sache hat.
Was könnte ich noch machen? Langsam werde ich wirklich sauer und habe auch keine Lust mehr, dass mein Tag fast nur noch daraus besteht, ihn von dem Hund fern zu haben.
Vielen Dank!

von Ashey am 24.06.2020, 10:45 Uhr

 

Antwort auf:

Kind ärgert Hund

Liebe Ashey,

wie meine Vorrednerin schon geschrieben hat, sollten Sie Kind und Hund voreinander schützen. Dazu gehört ein Rückzugsort für den Hund, beispielsweise mit einem Türgitter sowie, Ihren Sohn in den nächsten Wochen oder Monaten nicht alleine zu lassen, bis er verstanden hat, dass sein Verhalten nicht in Ordnung ist.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 24.06.2020

Antwort:

Macht er das schon immer oder erst seit Geschwisterchen?

Zielt darauf ab, ob er so Aufmerksamkeit, derer er sich durch die Geburt des Geschwisterchens "beraubt" fühlt, einfordern will. Weil ja auch negative Aufmerksamkeit eben eine Art "sich mit ihm beschäftigen" ist.

von cube am 24.06.2020

Antwort auf:

Kind ärgert Hund

Bitte für den Hund unbedingt sofort einen Rückzugsort schaffen. Das was da stattfindet ist eine tickende Zeitbombe. Irgendwann heißt es dann der Hund hat "urplötzlich und ohne Vorwarnung" gebissen.
Entweder das Körbchen ins Schlafzimmer (sorry was ist wichtiger, die Haare vom Hund sind ohnehin überall), ein Türgitter zu einem Raum wo Sohnemann nicht hindarf, der Hund aber am Familienleben teilhaben kann (der sollte nicht das Gefühl bekommen weggesperrt zu werden, sonst habt ihr da bald eine andere Baustelle), oder wenn gar nichts anderes geht eine Transportbox aufstellen als Höhle für den Hund. Den Hund nicht einsperren, sondern ihm damit einen Rückzugsort geben, Sohnemann kann damit nur noch von einer Seite an den Hund heran, damit kannst Du das leichter im Auge behalten. Gehst Du wickeln, auf's WC, duschen etc muss der Sohnemann eben mit. So kannst und solltest Du ihn niemals unbeaufsichtigt mit dem Hund lassen. Nicht weil der Hund böse ist, nicht weil das Kind gemein ist (er weiß es einfach nicht besser), sondern weil das eine äußerst unglückliche Kombi ist. Es steht sich nicht dafür es so zu lassen.

Bitte gib gut Acht, es wäre traurig für alle würde da was passieren. Hab selber zwei große temperamentvolle Hunde und eine vierjährige hier. Ich weiß das kann echt anstrengend sein (ja Kinder und Tiere gemeinsam sind toll, aber eine sehr große Verantwortung), es führt nur kein Weg dran vorbei.

von Lyra1804 am 24.06.2020

Antwort auf:

Kind ärgert Hund

Gut, hat noch irgendjemand eine Idee? Wie gesagt, ich habe keine Möglichkeit hier was abzuschließen. Wenn müsste ich den Hund auf den Balkon sperren. Türgitter kann mein Sohn seit fast einem Jahr eigenständig öffnen - er ist 3 Jahre und nicht 10 Monate...

Ich fürchte wirkliche Ratschläge kommen hier nicht? Wie gesagt - sehr schade, aber dann muss der Hund wohl doch ins Tierheim. Ich hätte das gerne vermieden - aber ich weiß nicht weiter und anscheinend auch niemand anders.
Trotzdem vielen Dank

von Ashey am 25.06.2020

Antwort auf:

Kind ärgert Hund

@lyra: ich habe nie geschrieben, dass ich die beiden alleine lasse - wie käme ich dazu?
Und mit den Prioritäten hast du Recht. Der Hund war zwar zuerst da, aber die Kinder gehen ganz klar vor. Deswegen würde ich den Hund garantiert nie mit ins Schlafzimmer nehmen, wo auch mein Kleiner schläft. Es geht mir nicht um die Haare, sondern um den Dreck und das Ungeziefer. Wie Menschen ihre Hunde mit ins Schlafzimmer nehmen können bleibt mir absolut unbegreiflich. Oder werden die jeden Abend gebadet? Sicher auch nicht toll für den Hund. Und trotz Scalibor Halsband, hat sie immer mal wieder eine Zecke. Die will ich sicher nicht im Bett haben...

Aber ok, Problem ist gelöst. Sie bekommt einen Zwinger hinterm Haus.

von Ashey am 25.06.2020

Antwort auf:

Kind ärgert Hund

Probier doch erst mal die Vorschläge hier aus wie zB Transportbox aufstellen, so daß Kind nicht von allen Seiten heran kann. Hatten wir anfangs auch.
Auch bei uns hat es ein wenig gedauert bzw. unsererseits einfach viel Aufmerksamkeit erfordert, bis Kind verstanden hat, das der Hund kein Kuscheltier ist, dass immer mal wieder überfallartig halb erdrücken kann.

Auch haben wir Kind und Hund einfach anfangs nie nie niemals alleine in einem Raum gelassen. Auch bei uns ist alles sehr offen und kann nicht so einfach abgegrenzt werden.
Ja, wir mussten beide ständig im Blick haben und ständig dazwischen gehen oder darauf hinweisen, dass Hund jetzt nicht will. Kind geschnappt und in etwas anderes eingebunden oder schlichtweg verboten, jetzt an´s Körbchen zu gehen.

Ich komme aber nochmal auf die Frage zurück, seit wann euer Sohn das macht. Schon immer seit erlaufen kann oder eben erst, seitdem er ein Geschwisterchen hat. Man sollte die Eifersucht auf Geschwister nicht unterschätzen! Und die kann sich eben auch darin äußern, dass er sich über den Hund Aufmerksamkeit holen will oder seinen Frust über die Enttrohnung am Hund auslässt.

Wo ist denn dein Mann indem ganzen Szenario? Was sagt er dazu bzw. wie greift er da ein?

von cube am 25.06.2020

Antwort auf:

Kind ärgert Hund

Wenn Du meinst Du schaffst das nur wenn Du den Hund abgibst, dann ist es so. Sei so fair und such selber einen guten Platz.

"Zwinger" hinterm Haus? Bedenke bitte dass das kein Abstellkammerl ist und das Du dem Hund im Gegenzug dafür an anderer Stelle mehr Aufmerksamkeit schenken musst (Exclusivzeit wenn Dein Mann daheim ist, Kinder bei Oma/Babysitter etc). Sonst könnte es passieren dass Du da Probleme mit dem Hund bekommst (Bellen, zerstören, Eifersucht etc).

Hund im Schlafzimmer? Nunja Hund im Schlafzimmer ist ja nicht gleich Hund im Bett :-). Unsere Hunde haben keine Zecken oder anderes Ungeziefer. Ob sie die Haare nun im Flur verlieren (wo sie mit Hausschuhen, Lüften etc) auch ins Schlafzimmer verbracht werden oder gleich im Schlafzimmer würde - für mich - wenns darum geht zu verhindern dass der Hund geärgert, das Kind verletzt, echt das geringere Übel darstellen. Aber das musst Du eh selber wissen.

Ich weiß echt nicht was schwer daran ist den Sohn mitzunehmen wenn Du wickeln, WC gehst etc.? Du selbst schriebst übrigens:

"Sobald ich ihn nur eine Minute aus den Augen lasse (wenn ich z.B. den kleinen Bruder wickel oder selbst mal auf Toilette bin) ist er dort und "nervt" sie. Er zieht ihr am Halsband, fährt mit seinen Spielzeugautos über sie oder oder oder."

Das ist mit dem Hund allein lassen. Ob nun 10 sec oder drei Minuten und ob Du im Zimmer nebenan bist oder ihm nur den Rücken zudrehst ist egal. Wenn Dein Kind (Deine Kinder, denn es gilt ja für beide) mit dem Hund interagieren ist Deine Aufmerksamkeit dort und nirgends anders. Daher auch der Tipp mit mitnehmen und Transportbox, für die Momente wo man eben kurz nicht acht geben kann.

Türgitter kann man auch so gestalten dass sie nicht zu öffnen sind für einen Dreijährigen. Man könnte ihm auch einfach sagen dass er das nicht zu öffnen hat, er ist ja drei und nicht 10 Monate ;-). Man gewinnt außerdem paar Sekunden Reaktionszeit bis er das Gitter offen hat, falls er sich doch nicht dran hält.

Du hast Verantwortung nicht nur für Deine Kinder sondern auch für den Hund, bitte nimm sie wahr und finde eine Lösung die allen gerecht wird, das bist Du ihnen schuldig. Sorry dass ich keine anderen Tipps habe, es gibt nämlich keine anderen. Kind und Tier ist eine große Verantwortung, ist das zuviel dann musst Du was ändern.

Einem Dreijährigen kann man schon langsam vermitteln dass auch andere Gefühle haben. Man darf nicht erwarten dass er das alles schon alleine kann und respektiert, aber er kann hier die ersten Schritte lernen. Du würdest doch auch nicht zuschauen wenn er sein Geschwisterchen an den Haaren zieht oder mit Autos drüber fährt, da reagierst Du sicher auch. Ebenso ists mit dem Hund.

Ich wünsche Euch alles Gute.

von Lyra1804 am 25.06.2020

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