Sozialpädagogin Sylvia Ubbens

Kindererziehung

Sylvia Ubbens, Dipl.-Sozialpädagogin

   

Antwort:

Ich habe den Eindruck,

ihr erwartet von eurem Kind ein ganz bestimmtes Verhalten gegenüber der Oma. Nämlich, dass sie diese doch lieb haben soll. Zuneigung kann man aber nicht erzwingen. Und wie du selbst schon richtig schreibst: je mehr ihr darauf drängt, umso weniger Lust dazu hat sie, sich entsprechend zu verhalten.
Bspl.: sie sagt, sie freut sich auf Opa, aber Oma erwähnt sie nicht. Scheinbar erwartet ihr aber, dass sie auch die Oma hätte erwähnen sollen.
Sie nimmt Geschenke stillschweigend an. Ihr scheint aber zu erwarten, dass sie sich freut.
Warum?
Darf sie nicht, wie ihr auch, Menschen besonders gern haben und andere einfach nur ok finden?
Ich glaube, das Problem ist eure Erwartung an die Gefühle, die eure Tochter bitte der Oma gegenüber zeigen soll. IHR und die Oma seid traurig, weil das nicht im gewünschten Maße passiert und gebt eurer die Tochter die Verantwortung dafür, das ihr traurig seid.
Das ist recht nah an dem, was man emotionale Erpressung/Druck nennt.
Damit werdet ihr nicht erreichen, dass sie Oma gerne hat. Höchsten das sie meint, sie müsse Zuneigung zeigen, um etwas richtig gemacht zu haben.
Früher war das oft so - "gibt der ma mal ein Küsschen, dann freut sie sich" oder noch schlimmer "die Oma ist ganz traurig, wenn di hr kein Küsschen gibst". Dadurch lernen Kinder aber eigentlich nur, dass ihre eigenen Gefühle hinter denen anderer Menschen zurückstehen müssen.
Mit 3 Jahren muss sie auch noch nicht die Höflichkeitsregeln beherrschen und zB Freude über ein Geschenk äußern, obwohl sie es gar nicht so toll findet.
Ich glaube eher, die Geschenke sind für sie wieder Druck, eben die Oma lieb haben zu müssen. dagegen wehrt sie sich.
Wahrscheinlich hat sie diese sogar lieb - aber eben nicht so, wie ihr das wollt. Und egal, wie sie sich verhält - zB Geschenk annehmen, obwohl man das gar nicht will - ist es eben auch wieder nicht gut genug.
Lasst sie doch einfach mal in Ruhe damit. Gesteht ihr ihre eigenen Gefühle zu und erwartet nicht, dass sie euch mit einer bestimmten Art von Zuneigung glücklich macht.
Kündigt einfach an, ihr fahrt zur Oma - aber fragt nicht, ob sie sich auch freut oder so was in der Art. Und auch die Oma sollte sie einfach ganz normal begrüßen - ohne zu erwarten, dass die Enkelin sie jetzt erst mal mit Küsschen etc begrüßt.Nehmt mal eure Erwartungshaltung raus und damit auch den Druck auf eure Tochter. Zuneigung kann man nicht erzwingen.

von cube am 02.07.2019, 09:37 Uhr

 
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