Sylvia Ubbens

Geregelter Tagesablauf

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Sehr geehrte Frau Ubbens,
unser Sohn ist 23 Monate alt und ist momentan in einer Phase, in der er oft Nein sagt, ausdrücklich Verbotenes trotzdem versucht zu machen und vieles als "meins" bezeichnet.
Alles ist mit Protest verbunden: Jacke an und ausziehen. Windeln wechseln. Schuhe ausziehen.
Wir haben auch keinen wirklich geregelten Tagesablauf. Er schläft oft erst gegen 22 Uhr ein. In der Kita schläft er dann mittags auch schon Mal 1.5 Stunden. Manchmal denke ich, dass es so frustrierend sein muss, wenn ihm so viel verboten wird.
Wie bekommt man es hin, konsequent zu sein, aber dennoch liebevoll?
Und haben Sie Tipps zum Tagesablauf?
Wir essen gegen 19 Uhr zu Abend, aber danach ist oft noch Halli Galli, da er nicht essen möchte.
Wir lieben unseren Sohn über alles, aber Vieles ist momentan kompliziert.
Ich habe leider eine Angststörung und Frage noch, ob sein Verhalten etwas damit zu tun hat oder es einfach altersabhängig ist.
Ich danke im Voraus.
Annapas

von Annapas am 08.10.2019, 09:09 Uhr

 

Antwort auf:

Geregelter Tagesablauf

Liebe Annapas,

wie viele Stunden schläft Ihr Sohn in 24 Stunden? Schläft er morgens entsprechend lang, so dass er am Abend nicht früher müde ist? Wenn dem so ist, können Sie Ihren Sohn alle drei Tage 15 Minuten vor dem üblichen Aufwachen wecken und ihn abends entsprechend alle drei Tage 15 Minuten früher schlafen legen.

Bekommt Ihr Sohn nach dem Abendessen noch einmal eine Mahlzeit angeboten? Wann hat Ihr Sohn vor dem Abendessen das letzte Mal gegessen? Hat er um 19 Uhr noch nicht wieder richtig Hunger? Lassen Sie ggf. die Zwischenmahlzeit am Nachmittag weg.

Bzgl. der Abendgestaltung sollten Sie sich überlegen, wie Sie sich diese vorstellen. Setzen Sie diese in kleinen Schritten um. Bieten Sie vielleicht ein ruhiges, gemeinsames Spielen an oder eine Vorleserunde. Begleiten Sie das Spielen und sorgen so dafür, dass Ihr Sohn nicht mehr aufdrehen und so abends besser zur Ruhe kommen kann.

Wie meine Vorrednerin schon geschrieben hat, können Sie Ihrem Sohn des Öfteren eine Auswahl anbieten. So muss Ihr Sohn nicht protestieren, weil er sich keine Jacke anziehen mag, sondern er darf darüber nachdenken, ob er die blaue oder rote Jacke anziehen möchte.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 08.10.2019

Antwort auf:

Geregelter Tagesablauf

Zitat:
"Wir essen gegen 19 Uhr zu Abend, aber danach ist oft noch Halli Galli, da er nicht essen möchte."

Den Zusammenhang verstehe ich nicht so ganz. Inwiefern ist das "Halli Galli" eine Konsequenz seines Nicht-Essen-Wollens? Wenn er nicht essen will, dann muß doch nicht zwangsweise "Halli Galli" folgen - dann räumt man in Ruhe den Tisch ab und läßt das Abendrituals folgen. Wobei sich das "Halli Galli" bei Euch möglicherweise zum Abendritual entwickelt hat - das würde es etwas komplizierter machen.

Deine Krankheit kann schon was mit seinem Verhalten zu tun haben, da so eine Angststörung meistens mehr "Neins" erzeugt, als eigentlich notwendig wären. Außerdem ist es schwer, liebevoll-konsequent zu sein, wenn man mit sich selber und seinen Ängsten kämpft - glaub mir, ich weiß das aus eigener Erfahrung. Bist Du in Behandlung?

von Strudelteigteilchen am 08.10.2019

Antwort auf:

Geregelter Tagesablauf

Hallo Strudelteigteilchen,
er will dann oft noch spielen, und das am liebsten noch Stunden.
Bist du auch Angstpatientin?

von Annapas am 08.10.2019

Antwort auf:

Geregelter Tagesablauf

Ich WAR Angstpatientin. Bist Du in Behandlung?

Na ja, "spielen wollen" ist ja nun was anderes als "Halli Galli". Das unterbindet man eben oder findet einen Kompromiss á la: "Noch 15 Minuten spielen, dann gehen wir Zähneputzen!" Wobei ich es besser fand, die Kinder gar nicht erst wieder ein den "Spiel-Modus" geraten zu lassen - das ist mMn leichter als sie nachher wieder rauszuholen.

von Strudelteigteilchen am 08.10.2019

Antwort auf:

Geregelter Tagesablauf

Hallo!
Ich schicke dir eine PN.
Annapas

von Annapas am 08.10.2019

Antwort auf:

Geregelter Tagesablauf

An Strudelteigteilchen:
Ich lese gerade, dass du die Emailfunktion ausgeschaltet hast.

von Annapas am 08.10.2019

Antwort:

Willkommen in der "Trotz"-Phase :-)

Ja, das ist normal. Er kann schon viel - und möchte noch viel mehr selbst entscheiden. Er testet aus, wie weit er mit seinen Fertigkeiten und auch Gegenwehr kommt.
Ganz unabhängig von einer Angststörung.
Ich würde euch raten, euch einmal genau zu überlegen, was bzw. welche Regeln euch wichtig sind. Wirklich wichtig. Und wo ihr ihm eigentlich auch seinen eigenen Entdeckerdrang lassen könnt.
Bietet ihm Wahlmöglichkeiten. ZB "Wir gehen raus. Welche Jacke möchtest du anziehen - die Rote oder die Blaue?"
Heißt: ihr bestimmt, dass er eine Jacke anzieht - aber er darf entscheiden, welche.
Bzgl. des Essens - wenn er wirklich Hunger hat, wird er essen. Wenn nicht, ja dann halt nicht.
Wann er ins Bett geht, entscheidet natürlich ihr - aber das solltet ihr dann auch recht regelmäßig so machen. Vielleicht esst ihr einfach etwas früher? Ich habe meistens um 18 Uhr mit Kind gegessen - Papa konnte so früh nicht immer zu Hause sein, aber das ist dann so. Dann ist danach noch genug Zeit, etwas ruhiges zu spielen und dann um 19.30 zB mit dem Bettfertig-machen zu beginnen.
Daneben wird es natürlich Dinge geben, die er nicht will, wo es keine Wahlmöglichkeit gibt und die einfach gemacht werden müssen - wie wickeln. da würde ich es mal mit Ablenkung versuchen. Ein Spielzeug, das er dabei haben darf zB. Oder mal auf dem Boden wickeln. Oft helfen solche "Ortswechsel".

von cube am 08.10.2019

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