*
Sozialpädagogin Sylvia Ubbens

Kindererziehung

Sylvia Ubbens, Dipl.-Sozialpädagogin

   

 

Einjähriger wie ausgewechselt

Hallo,

mein Sohn ist knapp ein Jahr alt. Er war das ganze erste Lebensjahr ein wahrer Sonnenschein, ein sehr zufriedenes Baby, viel gelacht, gut geschlafen und auch sonst war meistens alles bestens. Er läuft seit dem er 10 Monate alt ist.
Seit nun einer Woche ist er wie ausgewechselt: Er wacht mitten in der Nacht auf und ist hell wach. Er braucht statt den vorigen zwei Mittagsschläfchen plötzlich drei. Er läuft wimmernd durch die Gegend und kann sich nicht mehr wie vorher selbst beschäftigen. Er will ständig auf den Arm. Wenn er was nicht darf, legt er sich auf den Boden und schreit. Er weint sowieso häufig ohne das etwas passiert ist. Er kratzt, haut und beißt mich und seinen Papa... jedoch nicht aus Wut sondern weil ihm das Spaß macht. Bus fahren ist aufeinmal eine Qual - es wird nur noch geschrien. Und das schlimmste, manchmal weiß er glaube ich selbst nicht was los ist und weint einfach und ringt mit sich selbst, drückt sich aus meinen Armen, rennt umher, schreit ins Kissen....

Ich bin etwas ratlos. Denn es ist nichts neues passiert in unserem Leben passiert. Es sind die selben Tagesabläufe wie bisher, Zähne scheint er grade keine zu neuen zu bekommen und generell gesundheitlich macht es äußerlich nicht den Anschein als wäre etwas. Ich beschäftige mich natürlich viel mit ihm. Spiele mit ihm, tobe mit ihm, gucke Bücher an. Ich Rede auch viel mit ihm und versuche ihm generell alles zu erklären und ruhig zu bleiben wenn er wieder einen Wutanfall kriegt. Kann das ein sogenannter "Schub" sein, von dem alle immer reden? Sollte ich irgendetwas in so einer Phase beachten? Wie kann ich ihn leichter durch so eine Phase bringen? Oder sollte ich zum Kinderarzt und checken ob alles gut ist?
Wir waren vor etwas über einem Monat bei der Untersuchung und da war alles gut. Vor 8 Tagen wurde er geimpft. Kann es auch das sein?

Liebe Grüße und Danke

von Pippi_Lotte am 11.02.2019, 22:21 Uhr

 

Antwort:

Einjähriger wie ausgewechselt

Liebe Pippi_Lotte,

um den ersten Geburtstag herum machen die Kinder einen großen Entwicklungsschritt mit. Sie erkennen, dass sie eine eigenständige Persönlichkeit sind und nicht ein Teil von Mama. Die Loslösung beginnt. Manche Kinder tun sich schwer damit, dieses einzuordnen und sind unzufrieden, wissen nichts mit sich anzufangen, wissen auch nicht, was sie wollen und schlafen oft vorübergehend wieder schlechter.

Was den Schlaf angeht, sollten Sie darauf achten, dass es durch den dritten Tagschlaf nicht zu dem nächtlichen Hellwachsein kommt. Lenken Sie Ihren Sohn ggf. tagsüber ab, wenn er müde wird oder wecken ihn nach einer bestimmten Zeit. Schläft Ihr Sohn tagsüber zu viel, kann er nachts nicht gut schlafen.

Gehen Sie gerne viel mit Ihrem Sohn nach draußen und machen z.B. ausgedehnte Spaziergänge mit dem dem Kinderwagen/Buggy. In der Zeit kann Ihr Sohn entspannen und muss nicht toben und wütend sein.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 12.02.2019

Die letzten 10 Fragen im Expertenforum Kinderziehung
Mobile Ansicht

Impressum Team Jobs Mediadaten Nutzungsbedingungen Datenschutz Forenarchiv

© Copyright 1998-2019 by USMedia.   Alle Rechte vorbehalten.