Christiane Schuster

eifersucht

Antwort von Christiane Schuster

Frage:

Liebe Frau Schuster,

seit einigen Wochen beobachten wir bei unserem Sohn, knapp 1 1/2 Jahre, Verhaltensweisen, bei denen wir nicht wissen, wie wir reagieren sollen. Wenn David mit einem uns allein ist, ist er fröhlich, ausgeglichen, gelassen, spielt allein oder mit einem uns, je nach Bedarf. Kurzum: unkompliziert. In der Dreierkonstellation ändert sich das.

Zum einen scheint er eifersüchtig zu werden, wenn mein Mann und ich uns in seiner Gegenwart unterhalten. Beispiel: Ich sitze mit ihm in der Küche beim Frühstück, mein Mann kommt rein und erzählt mir was, David fängt an zu quengeln und zwar so laut, dass unser Gespräch unmöglich wird. Das kann soweit gehen, dass er vor Wut seinen Kopf gegen die Wand schlägt!!! Ihm geht es immer darum, meine Aufmerksamkeit zu haben (nicht die meines Mannes), die will er nicht mit meinem Mann teilen.

Zweites Problem: Bei Wickeln wird er zunehmend ungeduldiger, versucht sich zu wegzudrehen etc. Alle Versuche, ihn zu einem kooperativen Verhalten zu bringen, nutzen nichts. Zunächst versuche ich es mit ruhigen, eindringlichen Worten, und wenn die nix bringen, werde ich lauter, versuche es auch mit richtigem Brüllen (was ich scheusslich finde). Aber im Gegensatz zur Stimme meines Mannes, die eben tiefer und stärker ist, nutzt es nix.

Was Sie bitte bei Ihrer Antwort auch bedenken sollten: Mein Mann und ich teilen uns die Kinderarbeit. Mein Mann ist seit Sommer im Erziehungsjahr, und ich arbeite vier Tage die Woche den ganzen Tag. Gleichwohl gehen wir unterschiedlich mit unserem Sohn um - entsprechend unserem Naturell, eben. Bislang hat das alles auch wunderbar funktioniert, nur jetzt scheinbar nicht mehr.

Manches von dem, was sich da zeigt, hat, da sind wir uns sicher, hat auch mit dem wachsenden eigenen Willen, mit Fantasie etc. zu tun, und das wollen wir gewiss nicht brechen, bändigen oder zügeln. Was ich wissen will: Wie gehe ich damit um? Wie verhalte ich mich, sodass das Zusammensein für alle drei eine befriedigende Situatution ist?

Danke für eine Antwort sagt
Helene

von helene am 02.02.2000, 09:32 Uhr

 

Antwort auf:

eifersucht

Hallo Helene
Zu Ihrem 1. Problem: Ihr Sohn muß lernen, dass er nicht immer im Mittelpunkt steht. Das ist sehr schwer für ihn, denn als Säugling hat er Ihre Aufmerksamkeit fast den ganzen Tag für sich beanspruchen können, sofern er wach war. Seine Wachphasen werden aber immer länger und er merkt: da sind ja noch mehr Menschen! Beziehen Sie ihn möglichst in das Gespräch mit ein, indem Sie ihm zwischendurch mal eine Frage stellen oder ihn erzählen lassen, was Sie schon alles an dem Tag getan haben. So fühlt er sich nicht vernachlässigt und wird nicht störend ins Gespräch eingreifen sondern das Gefühl haben dazuzugehören.
Zu Ihrem 2. Problem: Sprechen Sie viel mit David. Machen Sie ihm deutlich, dass Wickeln und Körperpflege notwendig sind um gesund zu bleiben. Sagen Sie ihm, dass Sie sich beeilen werden, damit er schnell wieder spielen kann. Lenken Sie ihn ab mit einer Musikkassette oder einem Mobile.
Bis bald?

von Christiane Schuster am 03.02.2000

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