Sylvia Ubbens

Du bist nicht mehr mein Freund.

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo Frau Ubbens, wir haben aktuell das Problem das unser Sohn sehr oft zu seiner "Freundin " sagt du bist nicht mehr mein Freund. Sie ist grade 6 geworden und er ist noch 5 . Beide sind sehr starr in ihrer Ansicht wie und was gespielt wird, so dass es genau in solchen Situationen seiner seits zu solchen äußerungen kommt.
(Er will ein anderes Spiel spielen oder wurde beim Schummeln erwischt.) Ich denke ja das dass die Kinder untersich ausmachen sollen und das dieses Verhalten in ihrem alter völlig normal ist oder ?!?

Jetzt bekam ich eine Nachricht der Eltern die meiner Meinung nach völlig überzogen ist ich würde gerne Ihre Meinung dazu wissen und wie ich darauf reagieren soll? es gibt dazu auch eine vorgeschichte die abgekürzt so lautet sie mögen unseren Sohn nicht besonders.

Zitat der Eltern :

Hi zusammen. Jan hat es drauf nun Christine jedes mal wenn was nicht so läuft wie er gerne hätte die Freundschaft zu kündigen mit den Worten "Du bist nicht mehr meine Freundin". Das passiert z.B.auch wenn er beim Schummeln erwischt wird. Das ist gestern passiert und vorgestern das er ihr die Freundschaft gekündigt hat. Für ihn scheint das nun eine Art Druckmittel zu sein. Ich habe mit Christine darüber gesprochen und ihr tut dieses Verhalten weh. Wir sind uns also einig geworden das Jan die Freundschaft mit Christine wohl nicht sehr schätzt. Chrissy hat sich entschieden weiter mit Jan zu spielen jedoch nicht mehr auf freundschaftlicher Basis. Kein Teilen von Süßigkeiten und Spielzeug mehr und kein freundschaftliches Verhalten von Christine mehr. Christine möchte von Jan nicht mehr als emotionales Rumschubsobjekt benutzt werden. Sie kam zu mir, hat sich mir anvertraut und sie beschäftigt die Aussagen von Jan sehr.

Wir wissenja wie Kinder sind. Der Spruch fällt halt ab und zu mal. Nur wir haben den Eindruck, das Jan das Inflationär nutzt. Wir sind in einer Zwickmühle, denn wir haben die Aufgabe Christine beizubringen, was Freundschaft bedeutet und was nicht. Wenn wir ihr jetzt beibringen das es okay ist einem die Freundschaft zu kündigen nur weil derjenige nun nicht gemacht hat was man wollte oder nicht der gleichen Meinung ist, dann ziehen wir uns ein Kind heran was gern ausgenutzt wird oder nicht fähig Freundschaften zu führen. Wir sind der Meinung hier müssen wir gleich den richtige Richtung vorgeben nämlich das Freundschaft weder als Druckmittel benutzt noch von Launen abhängig ist. Das wird sie später einmal schützen.Daher müssen wir einfach so reagieren wenn sie mit solchen Sorgen zu uns kommt. Von anderen Kindern haben wir das so bisher noch nicht gehört.

Ich weiß wirklich nicht wie ich darauf reagieren soll.

liebe Grüße

Kerstin

von Jan2014 am 15.04.2020, 19:46 Uhr

 

Antwort auf:

Du bist nicht mehr mein Freund.

Liebe Kerstin,

Kinder in dem Alter beenden keine Freundschaften. Die Aussage: "Du bist nicht mehr mein Freund" bedeutet nur soviel, dass der eine mit dem anderen in diesem Moment nicht mehr spielen möchte. Manche Kinder, sicherlich auch Ihr Sohn, haben herausgefunden, dass sie mit dem Spruch andere "ärgern" können. Er ist geärgert worden, weil er beim Schummeln erwischt wurde oder Christine sein Spiel nicht mitspielen möchte, also ärgert er sie. Viele Kinder sehen darüber hinweg und am nächsten Tag ist alles wie vorher, doch manche Kinder bedrücken diese Aussagen.

Die Aussage hat für Kinder nicht die Wertigkeit, wie für Erwachsene. Christine wird auch nicht "nicht emotional" mit Jan spielen können, auch wenn die Eltern von Christine es so schreiben.

Sie können Jan nur immer wieder erklären, dass solch eine Aussage andere Menschen traurig macht und er es nicht sagen soll. Erklären Sie ihm, was er besser sagen kann, beispielsweise: "Ich finde blöd, dass du nicht mit mir ... spielen magst." Oder erklären auch, dass und wie man Kompromisse finden kann. "Wir können ja eine Runde Mensch-Ärgere-dich-nicht spielen und dann mit den Murmeln." Üben Sie es ggf. in kleinen Rollenspielen. Puppen oder Kuscheltieren können dabei als Hilfsmittel dienen.

Den Eltern von Christine gegenüber können Sie erklären, wie die Aussage unter Kindern gemeint ist und dass sie im regelmäßigen Austausch mit Jan sind, dass der Spruch nicht so toll ist und er seinen Unmut lieber anders äußern soll. Weiter müssen Sie nicht auf die Worte von Christines Eltern eingehen.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 17.04.2020

Antwort:

Ist das Schreiben ernst gemeint?

Oh man .... die sind ja drauf :-)

Sorry, wenn ich das so flapsig sage. Aber ganz ehrlich: wegen solcher sehr üblichen Kindersprüche ein Schreiben an euch aufzusetzen, als wenn man der Stadt einen Bescheid mitteilt ... man kann es auch übertreiben :-)

Sehr viel sinnvoller, als Prinzesschen Chrissy vor einem "du bist nicht mehr meine Freundin" zu bewahren wäre es, diese darin zu stärken, so etwas entweder nicht ernst zu nehmen, wenn es so inflationär genutzt wird oder aber zu kontern. Also ihr Selbstbewusstsein aufzubauen, sich solche Bemerkungen nicht so anzunhemen.
Und ihr dann eben eurem Knirps mal versucht zu erklären, dass man sich mit solchen Bemerkungen auch die Freundschaft tatsächlich verscherzen kann.
Wobei mir gerade einfällt: beide sind eigensinnig?
Naja, vielleicht hat Christine eben auch eine Art zu bestimmen, die ein jüngeres Kind nur mit dem Spruch "dann bist du nicht mehr ..." parieren kann, weil eben noch nicht so redegewandt zB.

Ehrlich, lass sie. Wenn sie das so dramatisch aufhängen wollen .... Ich persönlich hätte wohl eher gelacht über einen solche hochtrabenden Brief über Kinderkram und dann evt. noch mal das Gespräch gesucht und versucht klar zu machen, das ich das Ganze nicht vollkommen runterspielen will, aber eine solche Dramatik eben auch nicht sehe.

von cube am 16.04.2020

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