Sylvia Ubbens

Bin ich überfordert?

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo,
ich (35) habe zwei Kinder (6 und 14 Monate). Wir sind vor Weihnachten in unser eig. Haus umgezogen. Ab Januar wurde die kleine in die Krippe eingewöhnt, weil ich ab Feb wieder für 3 Tage arbeiten gehen will. Die Große muss für ein halbes Jahr nochmal den Kiga wechseln und geht dort seit einer Woche hin. Der Umzug, die Eingewöhnungen, die Kinder..ich bin irgendwie am Ende. Ich könnte nur noch heulen und lasse das an den Kindern bzw. hauptsählich wohl an der Großen aus, die aber auch total unselbständig ist und mich an allen Ecken "nervt". Das klingt hart, aber alles soll ich mitmachen (Anziehen, etwas im Zimmer im OG holen), mitkommen (aufs Klo).. Sie zerrt die Kleine durch die Gegend obwohl sie sie nicht tragen soll. Sie zappelt auf dem Stuhl rum und isst nicht anständig. Die Kleine brüllt sobald sie in den Laufstall soll. Ich komme zu NICHTS! Die Nächte sind anstregend, weil die Kleine oft Husten hat. Morgens ab 5 (nach dem Fläschen) schläft sie meist (oder würde!) nochmal gut ein bis 7:30 o.ä.. Da ist dann aber die Große zw 6-7 wach und brüllt so laut nach mir (weil sie auch nicht allein aufsteht und zu uns kommt, sondern wartet bis einer in ihr Zimmer kommt), dass die Kleine wieder wach wird. Ich habe keine Ahnung, wann ich in Ruhe mal duschen kann... Der Morgen ist einfach so unstrukturiert. Ich bin soo müde. Ich fühl mich ausgelaugt. Am Abend ab ca. 20:15 Uhr schlafen beide. Da muss ich mal Haushalt oder andere Dinge (...wird sind ja gerade erst umgezogen..es ist sooo viel zu tun)) erledigen oder mit meinem Mann besprechen. Ich kann nicht schon um 22 Uhr im Bett sein um dann morgens z.b. um 5 aufzustehen und dann in aller Ruhe mit zuerst fertig zu machen.. Ganz abgesehen davon, würden sie Kinder davon sicher wieder wach werden....Es ist ätzend. Mein Mann steht gegen 6:30 auf und fährt zügig zur Arbeit. Er ist und kann mir da keine große Hilfe sein. Jammere ich nur rum? Ich bin nur noch genervt, schlecht drauf und traurig, dass ich meinen Kindern keine gute Mutter sein kann. Jetzt sind beide in der Kita und ich mal allein zuhause(3 Tage in dieser Woche, ab nächste Woche arbeite ich ja wieder). Ich könnte nur heulen und bin zu ko um irgendwas zu machen. Ich hab manchmal Angst ich hab Depressionen....wie gelähmt sitze ich da, WENN dann mal Zeit ist und stehe vor einem Berg, den ich nie schaffen werde............ Mache jetzt ne Wäsche an und dann muss ich zum Einkaufen. Ein Kind ist kein Kind. Ich denke immer an diesen Spruch und muss sagen: JA. Es ist der blanke Horror seit die zweite da ist. Eins konnte ich händeln, mit zweien sehe ich nur noch Arbeit und alles und jeder zerrt an mir. Das Gebrüll und Gejammer von beiden jeden Tag. Wenn der eine froh ist, jammert der andere. Und ich mittendrin. Ich brauche mehr Ruhe. Aber alle Welt macht einem ein schlechtes Gewissen wegen der Krippe. Diese drei Tage jetzt wo beide mal einpaar Stunden weg sind, müsste ich mal genießen...aber wie gesagt. Keine Zeit. Nie. Ab zum Möbelhaus was abholen oder oder oder.............

von Sallyi am 25.01.2016, 10:05 Uhr

 

Antwort auf:

Bin ich überfordert?

Liebe Sallyi,

lassen Sie sich kein schlechtes Gewissen einreden, wegen der Krippe. Sie haben die richtige Entscheidung getroffen, Ihre kleine Tochter in die Krippe zu geben und wieder arbeiten zu gehen. Jeder entscheidet für sich und diese Entscheidung ist richtig. Stehen Sie dazu und vertreten es auch so vor denen, die anderer Meinung sind. So haben Sie schon mal einen Punkt weniger, der Sie überfordert.

Auch, wenn viel Arbeit anliegt, versuchen Sie, die letzten beiden freien Tage für sich zu nutzen. Sei es, ausgibig zu duschen oder einen langen Spaziergang zu machen, um sich klar zu werden, dass der Alltag ab kommender Woche anders werden wird, in Ruhe darüber nachzudenken, was wirklich dringend im Haus gemacht werden muss und was noch warten kann, zu überlegen, wie Sie sich weniger Arbeit machen können usw. Letzteres könnte z.B. sein, nur einmal die Woche einkaufen zu gehen oder immer für zwei Tage zu kochen: am ersten Tag gibt´s Spaghetti Bolognese, am (über-)nächsten Spaghettiauflauf, mit Gemüse und Kartoffeln ähnlich. Das spart eine Menge Zeit und Überlegungen. Dem Fußboden schadet es auch nicht, wenn nicht täglich gefegt wird usw.

Mit Ihrer großen Tochter können Sie sich in Ruhe zusammensetzen und Ihr erklären, dass Sie es gut fänden, wenn sie schon ein paar mehr Dinge selbständig machen würde. Sie können gemeinsam einen Plan entwerfen, der vielleicht so aussieht: Ihre Tochter nennt eine Sache, von der sie gerne möchte, dass Sie ihr dabei helfen, dann nennen Sie eine Sache, die Sie gerne hätten, dass Ihre Tochter sie selbständig erledigt usw. Akzeptieren Sie die Wünsche Ihrer Tochter und machen es ohne Widerwillen, dann fällt es Ihnen leichter und Sie werden es nicht als Zeitkiller sehen.

Auch bzgl. der Hausarbeit und der noch zu erledigen Dingen bzgl. des Umzuges: Nehmen Sie sich nur wenige Dinge vor. Schreiben Sie sich vielleicht drei Sachen auf, die als nächstes erledigt werden "müssen". Sind diese erledigt, gibt´s die nächsten, vorher nicht. Zu viele "Baustellen" sind Zeit- und Nervenkiller.

Auch, wenn viel Arbeit anliegt, sollten Sie sich zwei Abende in der Woche frei nehmen. Überlgen Sie sich im Vorfeld, welche es sein können. An diesen Abenden wird die Küche aufgeräumt, mehr nicht. Manchmal muss man sich zu Auszeiten zwingen, damit es einem besser geht.

Merken Sie im Laufe der nächsten Wochen, dass es Ihnen nicht besser geht, dann sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Hausarzt darüber. Eine Mutter-Kind-Kur kann dann ganz hilfreich sein.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 25.01.2016

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