Sylvia Ubbens

Besser aus Kiga herausnehmen?

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Unser Sohn ist 2 Jahre, 4 Monate. Sprachlich ist er sehr weit, Induktion funktioniert schon seit einigen Wochen. Als Säugling sehr emphatisch z.B. konnte ich mit 3 Monaten nicht an Babymassage teilnehmen, da er nur geweint hat.Immer sehr anhänglich und ängstlich. War als Baby sehr gut genährt (Stillkind) dadurch verzögerte Motorik, erst mit 9 Monaten Robben, mit 15 Monaten laufen, Rest hat er dann sehr schnell aufgeholt dank Physio. Therapeutin meinte damals er hätte sich mangels Selbstbewusstsein ein dickes Fell angefuttert, kann das sein? . Mit 11/2 Jahren haben wir mit ihm auf Anraten von Bekannten das Schlafprogramm "durchgezogen". Bis dahin hat er bei uns im Zimmer im eigenen Bett geschlafen. 1 Monat später Anfang Januar diesen Jahres 4 wöchige Eingewöhnung in U2 Gruppe nach Berliner Modell. Er hat viel geweint, ich musste trotzdem gehen lt. Erzieherin. Die erste Zeit wollte er nur im Buggy in der Gruppe stehen, kein Spielen mit anderen Kindern. Hat sich dann gebessert, aber beim Abholen hat er mich lange Zeit völlig ignoriert und wollte lieber bei der Bezugserzieherin bleiben; heute weiss ich was diese Reaktion zu bedeuten hatte. Eingewöhnung fand dann ein abruptes Ende durch Frühgeburt unserer Tochter. Anschliessend hat er oft gehauen, die kleine Schwester, uns, andere Kinder. Tochter hat 3 Monate meine volle Aufmerksamkeit beansprucht, da sie entweder gestillt wurde oder Bauchweh hatte. Inzwischen hat er liebevolles Verhältnis zur Schwester, duldet nicht, dass andere Kinder sie anfassen. Kleiner Kinder werden weggeschubst, vor größeren hat er Respekt. Seit dem 1.8. neue Gruppe. Spielen mit großen Kindern klappt hervorragend, Nähe von gleichaltrigen/ jüngeren Kinder wird nach wie vor nicht geduldet. Liebevoller Papa, der sich sehr um seinen Sohn bemüht. LL seit Geburt der Tochter. Er bringt ihn jeden Tag in den Kiga, das funktioniert gut. Er bleibt ca 20-30 Min da , sagt ihm dass er arbeiten müsse und verabschiedet sich. Manchmal ist Sohn dann weinerlich, manchmal sagt er Tschüss Papa. Ich hole ihn ab und er ist sehr glücklich mich zu sehen und rennt ihn meine Arme. Bringe ich ihn hin gehe ich mit rein und bleibe 1 std dabei und will dann gehen fängt er sofort damit an, dass er nach Hause mit möchte und hängt nur an meinem Bein. Ich habe Tochter immer dabei, das ist nicht anders möglich, da wir kein Oma&Opa im Haus haben.
Ich musste ihn bis auf einmal immer wieder mitnehmen. Erzieherinnen sind bemüht und wissen, dass ich ihn nicht weinend dalasse so wie in der U2. Einige finden es zwar komisch, wenn ich so lange da bleibe, aber das ist mir egal.
Laut Erz fügt er sich toll in die Gruppe ein (bevorzugt die Maxikinder) und ist nicht auffälliger als andere Kinder was hauen etc angeht. Trotzdem glaube ich, dass er eine Bindungsstörung zu mir hat, die in der Zeit der Eingewöhnung begründet ist. Was kann ich, wir tun bevor es zu spät ist? Aus dem Kiga nehmen? Neue Eingewöhnung? Wäre schwierig da Baby immer mit müsste.
Zu Hause voll in der Trotzphase, wenn er etwas nicht will sagt er Mama weg, Papa weg. Wir dürfen alles gleichwertig, mal ich anziehen, mal Papa. Bis jetzt habe ich ihn in den meisten Fällen immer mit "bitte, bitte", "sag mir wenn Du soweit bist" oder mit trauriger Miene zu dem bewegen können was ich von ihm wollte. Wird inzwischen schwieriger, weil Nein nun sein Lieblingswort ist. Mein Mann ist der Meinung ich müsse härter durchgreifen und ihn nicht so viel um was bitten. Wie reagiert man denn nun richtig? Wenn ich ihn anspreche ignoriert er mich oft, ich gehe dann zu ihm hin und Sage ihm "Schau mich bitte an wenn ich mir dir spreche", dann geht es.
Derzeit drückt er der inzwischen 7 Monate alten Tochter oft den Kopf auf den Boden, was ich natürlich zu verhindern suche. Er lacht dann nur und macht es extra. Ich nehme ihn dann aus der Situation raus, setze ihn weg, erkläre warum das falsch ist und drohe mit Konsequenzen falls er das nochmal macht. Ist das richtig oder was fehlt?
Er wird jede Nacht zu unterschiedlichen Zeiten wach (nach 0 Uhr) und weint laut. Er möchte dann eine Flasche und es muss ich oder mein Mann dann bei ihm schlafen, haben extra eine Matratze neben sein Bett gelegt. Beim Einschlafen ist immer einer dabei bis er schläft. Sind dies alles Indizien für eine Beziehungsstörung oder ist das alles normal? Woran erkenne ich ob es eine Störung ist oder eine normale Reaktion die der Trotzphase geschuldet ist?
Dadurch dass auch unsere Tochter noch nicht durchschläft (gerade abgestillt und trinkt nachts noch 3x) sind wir körperlich und geistig sehr am Ende, auch wenn es sich aus o.g. Zeilen vielleicht nicht so darstellt. Wir sind insgesamt sehr lieb zu unseren Kindern und versuchen wirklich alles in Ruhe zu machen. Wir sind beide familiärbedingt Personen mit geringem Selbstbewusstsein, wie können wir verhindern, dass unser Sohn uns "entrinnt" und eine Beziehungsstörung droht? Ich hoffe, Sie können uns helfen.

Ich muss zu meiner Frage ergänzen: Mann berichtete gerade, dass Sohn nun bei ihm auch nicht mehr im Kiga bleiben will. Sohn läuft freudig in den Kiga, wird von anderen Kindern lieb begrüßt. Er ignoriert nun alle und nimmt keinen Kontakt auf. Mann bleibt etwas, sagt dann Tschüss, was bislang gut funktionierte, nun weint und jammert er. Hat ihn Erz auf den Arm gegeben und ist gegangen, meint da müsse er jetzt auch mal durch. Er ist zu Hause auch sehr ignorant geworden wenn ich ihn anspreche. Das kann doch alles nicht richtig sein? Sollen wir ihn aus Kiga rausnehmen? neue Eingewöhnung ist schwer möglich, da ja die 7 Monate alter Tochter auch noch da ist und immer mit müsste. Erz wollen das auch nicht, da das stört und andere Kinder nur Baby gucken wollen. Bin verzweifelt. Was tun?

von JuttaV am 13.10.2014, 08:51 Uhr

 

Antwort auf:

Besser aus Kiga herausnehmen?

Liebe JuttaV,

erst einmal zur Situation zu Hause: zeigen Sie Ihrem Sohn, dass Sie wünschen, dass er macht, was Sie ihm sagen. Bitten Sie nicht, sondern machen Konsequenzen deutlich. Ihr Sohn sollte Ihre Entschlossenheit spüren und nicht aus Mitleid (Mama ist traurig, sie macht schließlich ein trauriges Gesicht) handeln.

Sie schreiben, dass Sie zu ihm hingehen, wenn Sie ihn ansprechen und er Sie ignoriert. Gehen Sie von vorneherein zu Ihrem Sohn auf Augenhöhe, wenn Sie etwas von ihm möchten.

Ihn aus der Situation rausnehmen, wenn er beispielsweise der Schwester weh tut, ist genau richtig.

Ihr Sohn hat sich daran gewöhnt, dass er nachts, wenn er zwischen 2 Schlafphasen wach wird, eine Flasche bekommt und er, wie beim abendlichen Einschlafen, die Nähe eines Elternteils bekommt. Er zeigt in dieser Hinsicht ein ganz normales Gewohnheitsverhalten, dass weder einer Beziehungsstörung noch der Trotzphase geschuldet ist. Möchten Sie nicht, dass er die Flasche nachts einfordert, dann müssen Sie alle ein paar Nächte dadurch, dass er traurig sein wird, wenn er die Flasche nicht bekommt. Bieten Sie ihm Wasser zu trinken an. Womöglich findet er Wasser nicht so atraktiv, dass sich das Aufwachen in der Nacht nicht mehr lohnt.

Kita: Ihr Sohn weiß, dass Sie zu Hause sind bzw. Sie ihn i.d.R. wieder mitnehmen. Warum sollte er also freiwillig in der Kita bleiben? Ihr Sohn sollte Ihr gutes Gefühl und Ihre Entschlossenheit spüren. Das wird ihm Sicherheit geben und es wird ihm leichter fallen, sich für die Kita zu entscheiden.

Überlegen Sie für sich, was Sie bzgl. der Kita möchten. Fragen Sie die Erzieher, die Sie und Ihren Sohn kennengelernt haben, wie diese die Situation einschätzen und wie sie weiter vorgehen würden.

Können Sie sich denn vorstellen, Ihren Sohn bis zum nächsten Sommer zu Hause zu betreuen? Weint Ihr Sohn sehr lange, wenn Sie oder Ihr Mann gehen? Haben Sie es vor heute schon einmal ausprobiert, ihn weinend in der Kita zu lassen?

Evtl. ist eine 14-tägige Pause sinnvoll. Besprechen Sie mit den Erziehern, wie ein Neubeginn aussehen kann. Ihr Sohn hat sich schon zu lange daran gewöhnen können, dass, wenn Sie ihn bringen, ihn auch wieder mit nach Hause nehmen. Gehen Sie auf Anfang und versuchen, den Loslösungsprozeß durch kurzes Verlassen der Kita zu beschleunigen. Geben Sie Ihrem Sohn die Sicherheit, dass Sie bald wiederkommen. Um dass zu lernen, müssen Sie die Kita aber auch verlassen. Sie können es langsam angehen lassen, in dem Sie beispielsweise nur mal kurz zur Toilette gehen. Lässt er sich beruhigen?

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 13.10.2014

Antwort auf:

Besser aus Kiga herausnehmen?

Liebe Frau Ubbens,

erst einmal vielen lieben Dank für Ihre Mühe!

Ist das "um etwas bitten" also grundsätzlich falsches? Ich bemerke bei ihm, dass er viel aus unseren Gesichtern abliest. Will ich ihn anziehen und er es nicht, komme ich meist ohne Probleme dazu wenn ich ihn anlache und Sage " na klar, doch, wir ziehen dich jetzt an."

Flasche: okay, verstanden. das werden wir in Angriff nehmen wenn wie wieder mehr Kraft verspüren, das auch aushalten zu können.

Kita: Gestern hat er mir im Auto auf dem Weg vom Zoo gesagt: "Mama, ich war traurig im Kindergarten und hab geweint. Weil Mama alleine weggefahren ist."
Wir haben heute morgen mit der Bezugserzieherin telefoniert. Sie sind dort sehr engagiert und bemüht und verstehen uns absolut. Sie hat uns ebenfalls empfohlen mit unserem Sohn eine erneute und langsame Eingewöhnung zu machen, genauso wie Sie es hier auch geschrieben haben. Zunächst 30 Min mit ihm da bleiben und dann mitnehmen. Dann 30 Min bleiben und 30 Min wegbleiben. wie schnell im Intervall weiss ich noch nicht.
Sie fragten ob er sich beruhige ließe? Ja, er lies und lässt sich immer sehr schnell beruhigen, schon bevor man aus dem Kiga ist. Die Erzieherin hat uns versichert, dass er später nach unserem Weggehen noch nie geweint, höchstens mal traurig gefragt habe wo wir seien. Er sei ein sehr lieber und sensibler Junge und wir dürften da jetzt absolut nichts falsch machen. Das habe schlimme Folgen, sagte sie.

Richtig geweint bei einer Verabschiedung von mir hat er, ja, bei der ersten Eingewöhnung Anfang des Jahres und das mehrfach und länger als 5 Min. Ich denke, dass ist auch bei ihm hängen geblieben.
Da ich noch nicht wieder nicht berufstätig bin könnte er noch länger zu Hause bleiben, aber ohne Unterst. durch Eltern (nicht möglich) o.ä. kann ich mir die Betreuung (plus HH etc.) beider Kinder nur schwer vorstellen.
Was meinen Sie?

Viele liebe Grüsse
JuttaV

von JuttaV am 15.10.2014

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