Sylvia Ubbens

Baby schreit bei Papa

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo Frau Ubbens,

Achtung, extrem langer Text, danke schon mal fürs lesen!

Mein Mann ist berufsbedingt immer mehrere Tage am Stück (schwankt zwischen 2 und 7) weg und dann aber auch wieder mehrere Tage am Stück (dito) zuhause. Nach der Geburt war er fast vier Wochen daheim.
In dieser Zeit war alles wie es sein soll, d.h. er konnte unsere Tochter beruhigen, in den Schlaf wiegen usw. Nach diesen vier Wochen war er erst zwei Tage weg, dann drei Tage da und seitdem immer etwas wechselhaft, aber länger weg als da. Seit er zum zweiten Mal wieder da war lässt sich meine Tochter von ihm nicht mehr nehmen, dh sie schreit immer direkt los. Wir dachten uns, sie muss sich halt wieder an ihn gewöhnen und haben es dann immer langsam angehen lassen, sprich er hat sich mit ihr beschäftigt wenn sie auf meinem Schoß lag usw. Vermutlich sind die zuhause-Phasen zu kurz als dass sie sich an ihn gewöhnen kann, jedenfalls kann er sie in keiner dieser Phasen mal länger als eine Minute halten, ohne dass sie wie am Spieß schreit und weint. Im Übrigen betrifft das alle anderen Personen auch, egal ob Opa oder Oma oder Hebamme, wobei sie die drei ja nicht so oft sieht wie den Papa.

Wir handhaben es bisher also so, dass sie wenig direkt beim Papa ist, sondern er sich eben mit ihr beschäftigt, wenn sie bei mir als ihr sicherer Hafen ist. Oder auf dem Wickeltisch, da geht das auch. Das ist aber natürlich kein Dauerzustand und wir möchten nicht, dass sich da ein Teufelskreis draus entwickelt. Außerdem sollen die beiden ja eine Bindung zueinander aufbauen und er möchte sie natürlich auch gern mal tragen, kuscheln, in den Schlaf bringen.

Ich habe neulich mit meinen Schwiegereltern telefoniert, deren Rat ich wirklich schätze. Er ist Psychologe im Ruhestand und hat in der Familienhilfe gearbeitet und selber drei Kinder, eins davon behindert, wirklich toll großgezogen zusammen mit seiner Frau natürlich.
Die beiden meinten, wir sollen die kleine doch einfach mal beim Papa lassen, auch wenn sie schreit und weint, denn sie müsse sich daran gewöhnen und auch wissen, dass der Papa auch für die da ist und sich genauso gut kümmern kann. Sie kenne ihn ja. Wir würden sie in dem Fall nicht schreien lassen im klassischen Sinne, dass sie alleine und auf sich selbst gestellt ist, sondern dass sie halt einfach bei Papa ist.

Und das ist der Punkt, an dem ich zwiegespalten bin. Ich will sie auf keinen Fall schreien lassen, ihr Urvertrauen nicht zerstören, ihr jedes Bedürfnis erfüllen und mich nicht drüber stellen (außer natürlich es geht nicht anders oder wäre sonst Gefahr im Verzug) und ich will auf gar keinen Fall, dass unsere Bindung leidet. Ich möchte natürlich, dass sie weiß, ich bin da wenn sie in einer Situation ist, in der sie nicht sein möchte. Gleichzeitig möchte ich aber auch, dass mein Kind eine (gute) Verbindung zum Papa aufbaut (wobei ich bezweifele dass dies geschieht, wenn sie offenbar nicht bei ihm sein will), dass sie resilient wird und dass sie mir später auch nicht ständig am Rockzipfel hängt (selbstverständlich genieße ich die Zeit mit ihr).

Wie sehen Sie das? Wäre das „schreien lassen“? Wie lange können wir sie bei Papa schreiend lassen, bis ich sie dann doch nehme? Oder muss sie es einfach aushalten, damit sie merkt, Papa kann das ja auch? Merkt sie das überhaupt, wenn sie schreit und damit eher darauf fokussiert ist? Wie bekommen wir es hin, dass mein Mann auch seine Zeit mit ihr bekommt? Oder ist das alles nur eine Altersfrage und es löst sich von selbst (sie ist 10 Wochen alt)? Aber wieso bekommen das andere Familien hin?

Danke und viele Grüße
zofeli

von zofeli am 27.10.2020, 14:47 Uhr

 

Antwort auf:

Baby schreit bei Papa

Liebe Zofeli,

Sie dürfen dem Rat Ihrer Schwiegereltern gerne folgen. Ihrer Tochter wird es nicht schaden, wenn sie ein paar Minuten weinen muss. Sie ist ja nicht alleine. Überlegen Sie für sich, ob z.B. 5 Minuten für Sie in Ordnung sind. Wichtig ist, bestenfalls Papa und Tochter allein zu lassen, sprich mindestens für Ihre Tochter außer Sicht zu sein, bevor sie weint. Sie müssen nicht in der Nähe bleiben, um Sicherheit zu vermitteln.

Sicherlich liegt Ihre Tochter auch mal auf einem Spielteppich o.ä. und befindet sich nicht auf Ihrem Arm, so dass Sie nicht direkt Ihre Tochter an den Papa von Arm zu Arm übergeben müssen. Er kann sich dann am Boden mit seiner Tochter beschäftigen und wenn sie unruhig wird, versuchen sie auf dem Arm zu beruhigen. Probieren Sie es zwei oder drei Mal am Tag aus, bestenfalls zu Zeiten, in denen Ihre Tochter keinen Hunger hat und nicht müde ist.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 27.10.2020

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