Sylvia Ubbens

Angst als Instrument

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo Frau Ubbens,

Meine Tochter ist 5 und hat Angst als Instrument entdeckt.

Die plötzliche Angst vor Hunden ist uns zwar unerklärlich, aber sie ist echt und wird natürlich ernst genommen. Wir arbeiten gemeinsam daran die Angst behutsam zu bekämpfen, da wir einfach super viele Hunde im verwandten-, bekannten- und Freundeskreis haben. Aber ich glaube, darüber hat sie gemerkt, daß Angst doch ganz praktisch ist, weil sie dann "betüddelt" wird.

Ein paar Beispiele, in denen ich weiß das ihr Angst nur Mittel zum Zweck ist:
- schwimmunterricht (hier ist es am schlimmsten) ... Sie tut sich schwer, und ist inzwischen schon gut 1 Jahr dabei, kann aber immernoch nicht schwimmen. Das ist ok, das sie da länger braucht. Sie ist ein Kind das zügig Erfolge braucht um motiviert zu bleiben, diese blieben aus da wir anfangs keine Kontinuität hatten (ständiger trainer Wechsel, schwimmschule gewechselt, oft krank, corona,...) und sie verlor die Lust. Auch OK. Aber im schwimmunterricht fing sie dann an sich rauszuziehen, hat nicht mehr mitgemacht, gesagt sie habe Angst und die schwimmtrainer wussten nicht wo die plötzliche angst her kam. Nach einem Gespräch sind wir zu dem Schluss gekommen, sie hat nicht Angst sondern keine Lust und zieht ne Show ab. Danach wurde es deutlich besser, wir haben super Fortschritte gemacht. Jetzt geht das Spiel von vorne los. Sie zieht sich nicht mehr raus, jammert aber in einer Tour sie habe Angst damit ein Trainer ständig bei ihr ist. Aber das geht nicht, die anderen Eltern beschweren sich schon und sind besorgt ob der verbleibende Trainer ausreichend für alle anderen Kinder ist. Und das ihre Angst nicht echt ist, zeigt sich darin das sie in dem Moment wo es ans spielen und springen geht Feuer und Flamme ist und kaum zu bremsen ist. Sie will auch nie aus dem Becken wenn der Unterricht zuende ist.

- im eigenen Bett schlafen.... Sie sagt sie will in meinem Bett schlafen weil sie in ihrem Zimmer alleine Angst hat. Grinst mich dabei aber groß an. Da sag ich ihr auch das ich ihr das nicht glaube, weil, wenn man Angst hat grinst man nicht dabei. Sie versucht es dann kurz über Tränen und (wut-)geschrei. Da sie damit nicht durchkommt schläft sie zügig wieder ein. Trotzdem probiert sie das mindestens 3-4 Mal pro woche

- Fahrzeuge (Fahrrad, Skateboard, Inliner usw)... All das kann sie fahren und trotzdem jammert sie immer erstmal sie habe Angst und will wieder nach Hause (obwohl sie ja kurz vorher selber sagte sie will raus Fahrrad fahren)

Sie ist eine absolute sports Kanone mit einem super körpergefühl und dem lebensmotto "höber, schneller, weiter"

Mich nervt das inzwischen sehr und ich weiß nicht damit umzugehen. Der papa reagiert inzwischen auch schon eher ungehalten wenn sie die angstschiene fährt.

Wie mache ich ihr verständlich, daß es absolut OK und manchmal ja auch gut ist Angst zu haben, das aber Angst nicht als Mittel zum Zweck eingesetzt werden darf.

Wir sind ratlos...

von HannahsMom am 27.10.2020, 12:46 Uhr

 

Antwort auf:

Angst als Instrument

Liebe HannahsMom,

versuchen Sie ein paar Wochen lang Ihrer Tochter "zu glauben". Sie sagt im Schwimmunterricht dass sie Angst hat, dann nehmen Sie sie an die Seite und sie kann den anderen Kindern zugucken, beim Unterricht und beim Spielen.

Spricht sie von Angst im Kinderzimmer, dann kann es ein Foto und ein Kleidungsstück von Mama als Trostspender zum Wiedereinschlafen geben.

Unterwegs mit Fahrzeugen geht es nach Angstäußerungen zurück nach Hause und Sie schieben/tragen das Fahrzeug zurück.

Gehen Sie nicht weiter auf die Ängste ein bzw. versuchen nicht Ihre Tochter zu überzeugen, dass sie keine Ängste äußern soll, wo keine Ängste sind. Sie halten sich mit Worten zurück und Ihre Tochter bekommt keine wirkliche Aufmerksamkeit. Das ist nicht das Ziel, dass Ihre Tochter verfolgt.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 27.10.2020

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