Christiane Schuster

Andere Möglichkeit außer Ferbern?

Antwort von Christiane Schuster

Frage:

Hallo Frau Schuster!
Gleich vorweg möchte ich Sie warnen, dass jetzt eine ganze Menge an Fragen und "Herzausschüttungen" folgen.

Also los geht´s:
Mein Sohn ist nun 11 Monate alt.
Er hat noch keine einzige Nacht durchgeschlafen, nicht einmal 5 Stunden am Stück(ÄCHZ).
Kurz, wie es bei uns abgeht:
er ist sehr aktiv, wehrt sich gegen das Schlafen, auch wenn er noch so müde ist.
Zum Einschlafen bekomme ich ihn nur, wenn ich mit ihm tanze. Dabei macht er sich aber zu Beginn aus lauter Wut ganz steif, dann drehe ich mich schnell und er versucht dabei trotzdem alles mit seinen Augen zu erblicken. Da sich aber alles so schnell bewegt, kommen die Augen nicht mehr nach und schließlich fallen sie zu. Aber wehe, wenn ich ihn zu früh in sein Bett lege (steht unmittelbar an unserem)
Wenn er dann endlich schläft wird er nach ca 2-3 Stunden wach. Das sieht folgendermaßen aus: er dreht sich mit geschlossenen Augen auf den Bauch, krabbelt zu den Gitterstäben, zieht sich hoch und weint dabei, manchmal bleibt er auch nur heulend sitzen, öffnet die Augen dabei aber nicht. Manchmal krabbelt er ein Stück, läßt sich dann wieder auf den Bauch plumpsen, "schläft" 3-5 Sekunden und dann geht es wieder von vorne an.
Im Normalfall lege ich ihn dann an und behalte ihn bei mir im Bett. Das habe ich unter anderem auch eingeführt, weil ich dachte, er würde dann mit dem "Herumturnen" aufhören. Weit gefehlt.
Es geht manchmal sogar soweit, dass er an der Brust nicht mehr zum Einschlafen zu kriegen ist, dann tanze ich wieder meine Runden mit ihm durch die Gegend, bis er fest genug eingeschlafen ist und das ganze Spiel wieder nach 2-3 Stunden startet.
Ich überlege schon abzustillen, weil er offensichtlich auch nur einschlafen kann, wenn er die Brust hat.
Ich habe entgegen meiner Überzeugung zu ferbern begonnen, weil er ohne das Tanzen als Einschlafhilfe nicht mehr schlafen kann.
Ausserdem habe ich sein Bett in das Kinderzimmer gestellt.
Das Ferbern sieht so aus, dass ich ihn nach dem Einschlafritual ins Bett lege und hinausgehe. Er steht sofort auf, fängt an zu kreischen und zu toben.
Komme ich dann nach 5 min wieder zu ihm, lege ich ihn wieder hin, sage ihm mit bestimmter Stimme, dass ich ihn nicht raushole und ich wieder mit ihm spiele, wenn er geschlafen hat.
Dabei liegt er beinahe apathisch und sieht mich völlig fassungslos an, seine Hände zittern, er ist total naßgeschwitzt und er wirkt sehr verwirrt.
Die Augen fallen ihm schon zu, er reißt sie aber wieder auf, sonst könnte es ihm ja entgehen, wenn ich mich wieder entferne.
Den ersten Tag hat er 45 min gebrüllt, den zweiten Tag 1 Stunde, den dritten Tag 1 1/2 Stunden und hat dann in meinem Beisein eingeschlafen, wäre ich wieder gegangen, hätte er bestimmt noch mal so lange gebrüllt, oder auch länger.
Ich finde diese Methode in einem solchen Fall mehr schädigend als förderlich, aber ich weiß mir anders nicht zu helfen, weil man ständig Erfolgsmeldungen berichtet bekommt und immer wieder betont wird, dass man durchhalten und nicht aufgeben soll.

Wenn ich ihn nämlich in sein Bett lege und z.B. die Spieluhr aufziehe, dann steht er auf und fängt zu spielen an und das ist auch etwas, was ich nicht begriefe: man denkt jeden Moment er fällt vor Müdigkeit um und dann tankt er wieder aus seinen unzähligen Kraftreserven und er ist von "0 auf 100 " wieder da. Wie ist sowas nur möglich?

Was kann die Ursache sein, dass er wach wird und vor allem auf so komishce Weise?

Ist dieses Schlafverhalten denn normal?

Meine Freundin meint, es sei "krank".

Welche Möglichkeiten bieten sich mir und ihm, dass er einschläft ohne meine Hilfe und dann auch durchschläft (ich bin auch schon für 5 Stunden am Stück dankbar)
Unter Tags hat er keine fixen Schlafzeiten. Da schläft er auch nur im Kinderwagen ein, bzw. beim Tanzen. Er wird ca. alle zwei Stunden müde, ihn länger wach zu halten ist sehr schwierig. Mein Kinderarzt hat überhaupt keinen Rat.

Haben Sie einen brauchbaren Tipp?
Sonja
----------------------------------------------

von Sonja am 20.05.2000, 21:27 Uhr

 

Antwort auf:

Andere Möglichkeit außer Ferbern?

Hallo Sonja
Ihr Sohn ist überhaupt nicht krank! Er hat einen so grossen Drang nach neuen Erfahrungen, dass ihm keine Zeit zum Schlafen bleibt.
Die Methode von Ferber stösst in diesem Fall nur auf Unverständniss, da er überhaupt nicht weiß, weshalb Sie ihn wortlos ins Bett legen und zwischendurch wortlos das Zimmer betreten und wieder verlassen.
Nehmen Sie ihn, bevor Sie ihn ins Bett legen, auf den Schoß, schmusen Sie mit ihm und erzählen Sie ihm eine Geschichte, in der sich die Geschehnisse des Tages widerspiegeln. Anschließend singen Sie gemeinsam 1-2Kinderlieder bevor Sie ihm sagen, dass sich nun alle in ihrem Bett ausruhen müssen. Verdeutlichen Sie ihm, dass Sie müde sind und Ruhe brauchen. Schlagen Sie ihm vor, er soll sich für den nächsten Tag eine Geschichte ausdenken, wenn er noch nicht schlafen kann. Auch wenn er noch nicht richtig sprechen kann: denken kann er schon!-
Sorgen Sie dafür, dass es in seinem Zimmer, bzw. rundherum ruhig ist. So wird Ihr Sohn merken, dass es mit dem Ausruhen ernst gemeint ist und hoffentlich bald zufrieden einschlafen.

Versuchen Sie`s und: bis bald?

von Christiane Schuster am 22.05.2000

Antwort auf:

Andere Möglichkeit außer Ferbern?

Lisa (17 Monate) hat auch manchmal solche Phasen. Da ist sie hundemüde und kann trotzdem nicht einschlafen.
Ich lege mich dann mit ihr hin, stille sie und halte sie dabei so fest wie möglich. Die ersten Minuten zappelt Lisa wie verrückt - habe schon einige blaue Flecken dabei abbekommen - aber danach merke ich, wie sie sich entspannt und einschläft.
Kann sein, dass du es mehrmals versuchen mußt - bei uns klappt es auch nicht immer auf Anhieb.

von Marlene und Lisa am 21.05.2000

Antwort auf:

Andere Möglichkeit außer Ferbern?

Hi, hoffe Du erwünscht auch Antworten von anderen Personen !?!
Ich war mit meinem Sohn bei einer wirklich guten Homöopathin. Die nahm sich mal Zeit für ein Erstgespräch (Anamnese) und hörte sich dann die Schlafprobleme an. Dann verschrieb Sie Globuli und Fabian bekam die erste Dosis gleich in der Praxis. 10 min später war er im Kinderwagen, ohne Schnuller, ohne Brust, eingeschlafen. Ganz so toll blieb es nicht, aber es hat sich wirklich erheblich gebessert. Ich bin auch sonst ganz glücklich bei ihr, Fabian brauchte noch nie ein Medikament, wir haben alle Krankheiten (und sogar einen Splitter im Fuß) mit Globuli weg bekommen.
Liebe Grüße
Brigitte

von Brigitte am 21.05.2000

Stift selbst eine Frage stellen
geöffnet:   Montag ab 7 Uhr bis Donnerstag 17 Uhr
Mobile Ansicht

Impressum Team Mediadaten Nutzungsbedingungen Datenschutz Forenarchiv

© Copyright 1998-2021 by USMedia.   Alle Rechte vorbehalten.