Sylvia Ubbens

2 jähriger sehr anstrengend

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo,mein Sohn ist knapp 2,5Jahre. War schon immer ein schlechter Schläfer, Schreikind,schlechter Esser etc.ich bin seit Geburt an mit meinem Mann und ihm "alleine". Angehörige zur Unterstützung haben wir nicht. Er geht in keine Kita. Besucht aber Spielgruppen Turnen etc. Er ist sehr lebendig und temperamentvoll gleichzeitig sehr sensibel und mitfühlend für sein Alter.seit einigen Monaten,wenn ich ihn bitte mit etwas aufzuhören muss ich es min.3 Mal sagen. Danach erkläre ich ihm wenn du es nicht lässt nehme ich es dir weg. Was dann auch folgt. Daraufhin weint er bitterlich. Und schreit wie am Spiess. Ich erkläre ihm, wenn er aufhört zu schreien kann er es wieder bekommen aber es kommt weg, sobald er wieder Unfug macht. Es ist somit den halben Tag Geschrei weil er diese Situationen ständig provoziert und schon selbst ankündigt "Essen weg" o.ä. und ich genau dann das Essen auch wegnehmen wenn er spielt. wenn es etwas ist,was man nicht wegnehmen kann,erkläre ich, dass die Mama dann den Raum wechselt und gehe dann z.B ins Bad. Daraufhin schreit er Mama Geeeeht und wird panisch. Ich möchte ihn keine Angst machen, aber ich sehe langsam keine andere Konsequenz mehr als ihn mit etwas unangenehmen zu konfrontieren,manchmal spüre ich auch wie ich auch für mich kurz den Raum verlassen muss. Er ist sehr anhänglich, will dass ich den ganzen Tag neben ihm sitze. Lässt mich mit niemandem unterhalten ohne laut zu werden. Nachts liegt er auf mir, und ist unruhig, ich komme zu keiner Ruhe mehr.
Ich bin sehr streng und konsequent,weil ich das Gefühl habe sonst gehe ich unter irgendwann. Bin ich durch soviel Konsequenz (welche ich immer ankündigen) zu streng. Erwarte ich zuviel von einem 2.5 jährigen? P.s. ich habe natürlich 100te von Mal erklärt warum etwas nicht OK ist.
Danke für ihre Zeit

von Julia88 am 27.11.2019, 19:17 Uhr

 

Antwort auf:

2 jähriger sehr anstrengend

Liebe Julia88,

wie meine Vorrednerin schon schrieb, ist es wichtig, dass wenn Sie eine Konsequenz aussprechen, diese auch beibehalten und Ihrem Sohn, das, was Sie gerade weggenommen haben, nicht sofort zurück geben.

Sie schreiben, dass Ihr Sohn ein schlechter Esser ist. Wie viele Mahlzeiten bekommt Ihr Sohn am Tag? Lassen Sie ggf. Zwischenmahlzeiten weg, damit er zu den Hauptmahlzeiten auch wirklich Hunger hat. Kinder, die Hunger haben, spielen selten mit dem Essen. Das Spielen mit dem Essen ist meist ein Zeichen von Langeweile. Ihr Sohn hat die Konsequenz "Essen weg" schon sehr oft gehört. Für ihn gehört es zum Ritual und hat für ihn nichts mehr mit einer Konsequenz auf seine Handlung zu tun.

Überlegen Sie auch für andere Situationen, wie Sie diese im Vorfeld entschärfen können. Geht er z.B. regelmäßig an die Fernbedienung, dann legen Sie diese außer Reichweite usw..

Wie wirkt es sich aus, dass er ein schlechter Schläfer ist. Findet er am Abend nicht in den Schlaf oder wird in der Nacht häufig wach? Führen Sie ein paar Tage Protokoll. Wie viele Stunden schläft Ihr Sohn tatsächlich. Legen Sie Ihren Sohn von vorneherein abends eine halbe Stunde später schlafen, wenn er abends schlecht in den Schlaf findet. Wecken Sie ihn morens nach den Stunden, die er tatsächlich schläft, auch wenn er in der Nacht häufiger wach war. Nach ein paar Tagen wird sich sicherlich sowohl das Einschlafen sowie der Nachtschlaf entspannen.

Gehen Sie tagsüber viel mit Ihrem Sohn nach draußen. Er darf sich ordentlich auspowern. Draußen wird er vermutlich wesentlich entspannter sein und dann auch zu Hause besser zur Ruhe finden.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 28.11.2019

Antwort auf:

2 jähriger sehr anstrengend

Dein Sohn befindet sich ja in der schönsten Selbestimmungsphase. Früher hat man diese Phase als Trotz und "Kind will die Eltern damit kontrollieren" gesehen - heute weiß man, das Kinder in dem Alter sich selbst immer mehr als eigenständige Person sehen, die natürlich auch eigene Entscheidungen treffen will. Das müssen sie aber erst lernen indem die Eltern ihnen innerhalb eines bestimmten Rahmens auch die Möglichkeit geben, Dinge selbst zu entscheiden. Wie zB die Wahl zwischen 2 Pullovern. Oder bei Hunger zwischendurch die Wahl zwischen einem Apfel und einem Brot. Oder das Angebot, statt einer Süßigkeit einen Apfel haben zu können ("Schokolade kannst du leider nicht haben, aber wie wäre es mit einem Apfel?").
Dazu gehört auch, sich genau zu überlegen, was einem wirklich wichtig ist (mit Essen nicht spielen) und da konsequent zu sein - in anderen Punkten aber auch mal 5e grade sein lassen.
Ob du unter diesem "Maßstab" zu streng bist, kannst du nur selbst entscheiden.

Davon aber ab: im Grunde bist du nicht konsequent.
Wenn er zB ein Spielzeug wirft und du ihm ankündigst es ihm wegzunehmen, das dann auch tust - dann darfst du es ihm natürlich nicht! bei genügend Gebrüll wieder anbieten.
Genau damit signalisierst du ihm ja "wenn du nur genug Theater machst, gebe ich es dir wieder". Und genau das weiß er natürlich inzwischen. Tolles Spiel ;-) Mama nimmt es mir weg, ich brülle wie am Spieß und dann bekomme ich es wieder. Dann nimmt sie es mir wieder weg und brülle noch ein bisschen lauter und bekomme es wieder. Und so weiter.

Er kann das Spielzeug am nächsten Tag wieder haben. Oder vielleicht auch am Nachmittag schon - aber ganz bestimmt nicht, wenn er laut genug gebrüllt hat. Da nutzt es auch nichts das an "wenn du aufhörst zu schreien" zu koppeln. Letztendlich bekommt er es, weil er genug geschrien hat.

Insgesamt aber braucht es in dieser Zeit viel Geduld, starke Nerven und sich seine Kämpfe eben mit Bedacht aussuchen :-)

von cube am 28.11.2019

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