HMO in der Nahrung – der enorme
Vorteil für dein Baby

mama stillt baby

© Adobe Stock, JenkoAtaman

Ganz ruhig liegt das Kleine in Mamas Armen, ein kleines Händchen hat es an die Brust gelegt, konzentriert und versunken saugt es an der Brustwarze. Stillen ist so viel mehr als Nahrungsaufnahme: Wärme, Liebe, Fürsorge!

Stillen – für die Bindung und für die Gesundheit deines Babys

Wenn du dein Baby durch deine Brust nährst und fütterst oder wenn du ihm ein Fläschchen gibst, weckt das automatisch viele Gefühle und stärkt eure Bindung. Aber die Nahrung, die dein Baby auf diese Weise bekommt, ist eben auch ein enormes Kraftpaket. Es ist klar und unbestritten: Muttermilch ist das Allerbeste für dein Kind. Fläschchenmilch kann an diese Vorlage nicht heranreichen. Wenngleich Forscher die einzelnen Bestandteile der Muttermilch mehr und mehr aufschlüsseln und genau unter die Lupe nehmen, momentan ist sie ein Wunderwerk der Natur und unschlagbar.

Insgesamt ist die Ernährung für die Gesundheit deines Babys ein wichtiger Faktor und besonders die Ernährung in der Zeit bis zum zweiten Geburtstag legt eine wichtige Grundlage für die weitere Gesundheit des Kindes in der Zukunft.

Muttermilch ist besonders: HMO sind der drittgrößte Bestandteil

Viele Inhaltstoffe machen Muttermilch zu etwas Besonderem. Ein Bestandteil sind Humane Milch-Oligosaccharide, in der Kurzform als HMO bezeichnet. Dabei handelt es sich um kurze Zuckerketten.

Diese Zuckerstoffe von denen es etwa 200 verschiedene Arten gibt, kommen in dieser großen Menge nur in Muttermilch vor. Sie stellen 5 bis 15 Prozent der Muttermilch dar. In einem Liter Muttermilch finden sich demnach 10-15 g HMOs, in Kolostrum sind es sogar 20-25 g. Damit sind HMO neben Laktose und Lipiden der drittgrößte feste Bestandteil.

Interessant ist, dass die tatsächliche Menge und die Arten der HMOs von Mama zu Mama verschieden sind und sie sich auch über die gesamte Stillzeit hinweg individuell verändern. Die Zusammensetzung der HMOs wird dabei hauptsächlich durch die Genetik der Mama beeinflusst.

Eigenschaften der Zuckerketten: Was zeichnen HMO aus?

Die Wirkung von HMOs gilt als absolut positiv. Sie wirken sich einerseits auf die Immunantwort aus, also wie der Körper mit bestimmten Bakterien umgeht, und andererseits wirken sie sich auf bestimmte Darmbakterien aus. Es lassen sich also mit den richtigen HMO die guten Bakterien füttern bzw. vermehren und eine gute Ausstattung mit den richtigen Darmbakterien ist für die Zukunft extrem bedeutsam.

Die unverdaulichen Kohlenhydrate haben eine große Bedeutung für die Darmflora deines Kindes und sind laut Forschungsergebnissen unglaublich wichtig für das komplette Immunsystem. HMO haben spezielle Eigenschaften: Sie werden nach wissenschaftlichen Forschungen als präbiotisch, immunmodulierend, antiadhäsiv und antimikrobiell bezeichnet. Aber was bedeutet das genau? Schauen wir uns die Eigenschaften einmal einzeln genauer an!

Präbiotische Wirkung

Präbiotika sind seit einigen Jahren in aller Munde. Soll gesund sein, hast du dir wahrscheinlich gemerkt. Präbiotika helfen tatsächlich bei der Abwehr von schädlichen Darmbakterien. Denn sie regen das Wachstum und die Aktivität von nützlichen Darmbakterien an und tragen damit zur Darmgesundheit bei. HMO wirken präbiotisch, indem sie die Ausbreitung symbiotischer Darmbakterien wie Bifidobacterium infantis fördern, es kann zu einer Dominanz der Bifidobakterien kommen. Damit geht ein geringerer Anteil an krankmachenden Substanzen und Erregern einher. Ein Zusammenspiel von Bifidobakterin und HMO kann sich also noch weitaus positiver auf das Darmmilieu auswirken.

Immunmodulierende Wirkung

Hinter der immunmodulierenden Wirkung versteckt sich, dass HMOs das Immunsystem stimulieren können. Die Kinder, die in den ersten Lebenswochen und -monaten HMOs erhalten haben, werden seltener krank, haben weniger Infektionen und sind mit einem besseren Schutz ausgestattet. Die Zusammensetzung der Darmflora in dieser ersten Lebenszeit wirkt sich auf die Darmgesundheit aus und ein gesunder Darm beeinflusst die gesamte Entwicklung, insbesondere die Häufigkeit der Infekte.

Antiadhäsive Wirkung

Bei dieser Bezeichnung geht es um das Anhaften von potenziellen Pathogenen, also krankheitsverursachenden Stoffen. Diese können sich laut Forschungsergebnissen an die strukturähnlichen HMOs, wenn sie denn zugeführt wurden, binden und werden dann mit diesen über den Stuhl ausgeschieden, statt in den Körper überzugehen.

Antimikrobielle Wirkung

HMO können andere Zellen an der Vermehrung hindern. Dies wurde etwa getestet, indem HMO in die Zellmembran von Bakterien, nämlich in Streptococcous agalactiae ein Bakterium, das zu Fehlgeburten führen kann, eingebaut wurde. Anschließend war eine Vermehrung der Bakterien nicht mehr möglich. Außerdem sieht es nach Forschungslage so aus, als könnte durch HMO ein Pilzbefall durch Candida albicans deutlich reduziert werden, indem so das Hyphenwachstum direkt eingedämmt wird.

Verwendung von HMO: Wie HMO für dein Baby verfügbar wird

In der Muttermilch kommen HMO natürlich vor – die beste Ausgangslage für dein Baby ist also, wenn du es stillst, bei Stillproblemen nicht gleich aufgibst, weiter dranbleibst und dich an eine professionelle Stillberaterin wendest. Aber manchmal will es vielleicht doch einfach nicht klappen oder es gibt andere Gründe, die bei dir gegen das Stillen sprechen.

Dann hilft dir das Wissen: HMO können heutzutage auch künstlich nachgebildet werden, um die positive Wirkungsweise der HMO ausspielen zu können. Diese Zusatzstoffe wurden von der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) und der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zugelassen und damit können HMO von Herstellern verwendet und Produkten für eine verbesserte gesundheitliche Wirkung ihrer Lebensmittel zugefügt werden. Wissenschaftliche Studien belegen den positiven Nutzen von HMO und hochwertige Produkte, welche die Muttermilch nachahmen und die bestenfalls HMO in Kombination mit Bifidobakterien enthalten, können für dein Baby einen guten Start ins Leben bedeuten. Die richtige Nahrung und große Portionen Wärme, Liebe, Fürsorge machen den Unterschied.

Zuletzt überarbeitet: Juni 2024

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