*
Dr. med. Ludger Nohr

Die psychische Entwicklung von Babys
und Kindern besser verstehen

Dr. med. Ludger Nohr

   

 

Warum will mein Kind keine Freunde haben

Sehr geehrter Herr Dr. med. Nohr,
Mein Sohn wird im Juni fünf Jahre und besucht seit September fünf Tage die Woche, täglich 4 Stunden den Kindergarten.
Er war schon immer ein Einzelgänger. Er hat in Kindergruppen die ich mit ihm gemeinsam als er jünger war besucht habe nicht mit den anderen gespielt sondern nur beobachtet was die anderen Kinder machen. Er hat einen Freund im Kindergarten. Sie kennen sich von Baby auf. Er ist das einige Kind im Kindergarten mit dem er spielt (es sind 40 Kinder) Wenn sein Freund mit jemandem anderen spielt spielt er nie mit. Er macht auch nicht bei Gruppenspielen im Kindergarten mit obwohl sich die Kindergärtnerinen sehr bemühen und zum Teil sehr viele Jahre Erfahrung haben. Bereits mein Mann wurde von der Leiterin schon betreut und das vor 30 Jahren.
Zuhause malt er gerne, hört Hörspiele oder Kinderlieder auf CD oder schaut Bücher an. Wenn er was spielt dann selten Rollenspiele. Er macht hauptsächlich Lärm und spricht Fantasie sprache dabei. Er klopft mit Gegenständen auf ander Gegenstände umso lauter umso mehr Freude hat er daran. Ständig dieser Lärm ist auch für mich anstrengend. Ich habe keine Ahnung was ich machen soll, wie ich ihn helfen kann und wohin ich mich wenden soll. Sein kleiner Bruder ist ganz anders. Er ist zweieinhalb und spielt gerne mit anderen Kindern geht aber noch nicht in den Kindergarten.
Mit freundlichen Grüßen

von Steffi1909 am 08.01.2019, 09:04 Uhr

 

Antwort:

Warum will mein Kind keine Freunde haben

Liebe Steffi,
so ist er und das ist OK! (ausser der Lärm stört Sie, dann muß er das da machen, wo es nicht so stört)
Er hat die Möglichkeit in Kontakt zu gehen und er wird sie nutzen, wenn er das möchte/sich das zutraut. Das kann man nicht erzwingen, höchstens ermöglichen. Und er hat einen Freund, der auch nicht durch "Fremdkontakte" verloren geht. Soziale Zurückhaltung kann mit Angst vor anderen, wenig Selbstvertrauen, Angst vor Neuem zusammenhängen, aber es kann auch die Unruhe, der Wechsel, das Unvertraute und Vieles mehr sein, das ihn noch stört.
Wie waren Sie als Kind, wie war Ihr Mann, die Großeltern? Oft gibt es da erstaunliche Ähnlichkeiten.
Drängen Sie ihn nicht und zeigen ihm so, dass Sie sein Verhalten "problematisch" finden. Das weiß er von anderen sowieso. Akzeptieren Sie ihn wie er ist und immer mal wieder, vor allem wenn er es wünscht, suchen Sie mit ihm Möglichkeiten von Gemeinsamkeiten (Sport, Musik usw.). Und vertrauen Sie auf seine Möglichkeiten.
Dr.Ludger Nohr

von Dr. Ludger Nohr am 08.01.2019

Die letzten 10 Fragen an Dr. med. Ludger Nohr
Mobile Ansicht

Impressum Team Jobs Mediadaten Nutzungsbedingungen Datenschutz Forenarchiv

© Copyright 1998-2019 by USMedia.   Alle Rechte vorbehalten.