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Dr. med. Ludger Nohr

Die psychische Entwicklung von Babys
und Kindern besser verstehen

Dr. med. Ludger Nohr

   

Antwort:

Kriege Kind nicht von der Brust

Hallo Mamm-Inka,
aus jetziger Sicht hört sich meine damalige Frage fast unverständlich an. Aber stillen ist immer ein zweiseitiger Prozess und vieles davon ist nicht direkt bewusst.
Jetzt ist die Situation eindeutiger, da verschiedene Gründe für das Abstillen sprechen. Der Wunsch, Ihr Sohn könnte Ihnen das abnehmen, erfüllt sich in der Regel nicht. Dann geht nichts daran vorbei, diese "Frustration" gemeinsam durchzustehen. (Auch das ist übrigens eine wichtige Bindungserfahrung, Schwierigkeiten gemeinsam zu überstehen.) Aus Sicht des Kindes nehmen Sie ihm was weg, aber es ist keine existentielle Bedrohung. Also kann und wird er das mit Ihrer Hilfe überstehen. Hier kommt wieder mein Mantra der liebevollen Klarheit. Er darf das Stillen wollen, aber sie können es auch nicht geben. Entscheidend ist dabei die Klarheit, die innere Akzeptanz, dass abstillen jetzt in Ordnung ist, denn jeder Zweifel ist für das Kind ein Tor, das eigene Bedürfnis doch durchzusetzen (völlig verständlich). Sie haben 19 Monate gestillt, sie wollen nicht mehr, es gibt auch gesundheitliche Gründe, der Zeitpunkt ist OK. Punkt. Mit der Klarheit ist man letztlich (auch wenn es in der Situation erst mal Geschrei gibt) hilfreich, da man den Prozess zeitlich eingrenzt.Aber Sie müssen das schon selbst übernehmen, es wird Ihnen nicht abgenommen.
Das gilt auch für das "Grabschen", weil Ihr Kind lernen muß, dass andere auch Grenzen haben. Und das lernt man leichter und schmerzärmer bei wohlwollenden Gegenüber.
Dr.Ludger Nohr

von Dr. Ludger Nohr am 12.02.2019

 
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