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Dr. med. Ludger Nohr

Die psychische Entwicklung von Babys
und Kindern besser verstehen

Dr. med. Ludger Nohr

   

 

Entwicklung

Guten Tag,

Mein Sohn (3,5 J.) geht seit 5 Monaten in den Kindergarten und in eine logopedische Fördergruppe, da er wenig und undeutlich spricht. Vorher wurde er zu Hause betreut. Er geht gerne in den Kindergarten, doch laut der Lehrerin findet er nicht so recht seinen Platz in der Klasse. Er nimmt am Unterricht teil, macht mit, doch er spielt beim freien Spiel nicht mit den anderen, beobachtet immer nur was die Anderen tun. Mir wurde klar, dass er sich ganz anders in einer Gruppe verhält als zu Hause.Zu Hause läuft er herum, springt, spricht zwar undeutlich aber viel.
In der Gruppe ist er sehr leise und es sieht aus als verliere er fast 75% seiner Fähigkeiten:
- im Sportunterricht anstatt zu laufen, geht er
- in der Schule wirft er den Ball ein paar cm weit, zu Hause schiesst er ihn übers Gartenhaus
- in der Schule spricht er nur einzelne Wörter
- in der Gruppe beisst er oft in seinen Schal/Pullover, zieht immer den Pullover zurecht, nimmt Finger in den Mund, all dies fällt den anderen nicht auf, aber ich erkenne seine innere Angespanntheit/Nervosität/ Angstlichkeit.
Ich glaube er hat ein niedriges Selbstwertgefühl und dies wird nochmals dadurch verstärkt, dass er in der Gruppe nicht in Verfügung seiner ganzen Fähigkeiten ist (keiner will in seiner Turngruppe sein da er langsam ist, Lehrerin glaubt er habe motorische Probleme da er nicht richtig springt und wirft in der Schule, ..)Was können wir tun?

von caro220 am 12.02.2019, 15:37 Uhr

 

Antwort:

Entwicklung

Hallo,
ich glaube Sie haben völlig Recht damit, dass Ihr Sohn noch kein stabiles/starkes Selbstwertgefühl hat. In der sicheren Situation des Zu Hause kann er ganz andere Fähigkeiten abrufen, als unter der "sozialen Kontrolle" der Anderen.
Das ist eine langfristige Aufgabe, das zu verändern. Da kann ich auch nur allgemeine Anmerkungen zu machen. Grundhaltung sollte sein, seine Fähigkeiten zu stärken, Erfolgserlebnisse zu ermöglichen, Misserfolge weder zu kritisieren noch ihn deshalb abzuwerten. Ihm das Gefühl geben, dass er auch so wie er jetzt ist, OK ist, von Ihnen akzeptiert und angenommen wird. Es nicht immer um das geht, was verbessert werden muß (also die Probleme), er sich also nicht dauernd mit dem Problem identifiziert ("Problemkind"), sondern zunehmend mit seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten.
Wie gesagt, das ist ein Langzeitprogramm aber sehr wichtig und lohnenswert.
Dr.Ludger Nohr

von Dr. Ludger Nohr am 13.02.2019

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